Perzet
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Was mir tatsächlich mit am meisten half -zwischendurch - mit der veränderten Situation klar zu kommen, sind die alten Fotos.
Ich habe auch bei jedem Besuch Fotos und gemeinsame Selfies gemacht. Die mag ich im Moment gar nicht anschauen. Da war er alt, fertig.
Aber auf den alten Fotos, zum Beispiel damals bei den Hochzeitsfotos der Familie, sahen sie alle so jung, schön, entspannt und glücklich aus. So kennen wir unsere Vorgängergeneration ja gar nicht. Mit uns Kindern waren sie fertig, gefordert, krank und ausgelaugt gewesen.
Da ein Bruder die alten Fotoalben haben wollte, was für mich okay ist, habe ich lediglich darum gebeten, diese Fotos erst selber abzufotografieren. Und auf dem Handy, beim größer ziehen und damit beim besseren erkennen, was auf den Bildern eigentlich alles drauf ist, habe ich soo viele Details entdeckt, die mich regelrecht begeistert haben.
Abgesehen davon habe ich die besten Bilder in eines der großen genealogischen Datenbanken mit eingestellt und den Namen und Daten zugeordnet. Dort kann auch die größere Familie sie wiederfinden inklusive Erklärung und Hintergrund.
Jetzt habe ich diese Truppe der verstorbenen Eltern, Onkeln und Tanten, für mich innerlich als junge, schöne, fröhliche Personen abgespeichert. Das hilft mir irgendwie schon sehr.
Dafür geht es jetzt nur Häppchenweise an die Trauerarbeit, heißt, der Umstellung und Akzeptanz, daß sich eigentlich auch mein Leben ändern könnte (!). Das geht irgendwie ziemlich langsam voran. Am besten geht es wirklich, wenn Du Dir sofort all die aufkommenden Gefühle zulässt und zugestehst.
