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Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

Malea-
Zitat von Hola15:
Aufs Heim?

Meine Mutter hat es selbst angesprochen,vor ein paar Tagen auch wieder.
Nach meinem Einzeltermin
werde ich mit meiner Mutter und meinem Bruder wieder eine gemeinsame Beratung in Anspruch nehmen.
Die Sozialarbeiterin hat schon im Vorfeld Hilfe angeboten,wenn sich die Situation verschlimmert.

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Malea-
Zitat von Hola15:
Ja. Eigentlich ist sie ja mit Verdacht auf Schlaganfall in die Notaufnahme gekommen
Bei solchen Gegebenheiten ist es halt gut wenn sie jemanden an ihrer Seite haben. Die Überforderung mit der neuen Situa

Ja,es ist eine große Hife wenn jemand ständig in der Nähe ist.

x 2 #1727


A


Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

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B
Zitat von HeavyDreamy:
Die Mutter selber hat aber auch oft Tränen in den Augen, weil es ihr selber so schlimm alles ist, dann ist sie wieder verwirrt, momentan liest sie überall Dinge, die aber gar nicht da stehen, auch selbst auf einem gemalten Bild meint sie, da stehe drauf, es wäre alle gegen sie.

Ich beruhige sie dann immer, dass da gar nix drauf steht und alles in Ordnung ist.

Die Frau sollte ernst genommen werden, in ihrer Krankheit akzeptiert und wertgeschätzt. Nicht korrigiert. Dazu gehört professionelle Hilfe. Die Ablehnung ihrer Wahrnehmung kann zu weiteren Ängsten und Panik führen. Es ist nett, ihr mit gutem Willen und einer Portion Ehrgeiz beistehen zu wollen, tut dir sicher auch gut. Das setzt allerdings auch voraus, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gut gemeint ist nicht Immer gut gemacht. Vielleicht magst du dich zum Thema Validation mal einlesen. Ich schätze, den besten Dienst den du der armen Frau leisten kannst, ist ihren Sohn endlich dazu bewegen, professionelle Hilfe für die arme Frau zu organisieren.
Zitat von Winza:
Für sie ist das die Realität.
Und es macht ihr Angst, an sich nicht gut und bei Älteren mit Demenz nochmal schlimmer.
Das hilft nicht.
Die Frau bräuchte eine fachärztliche Untersuchung und in Zukunft professionelle Unterstützung.

🎯 Genau das. Hier wird irgendwann mehr Schaden angerichtet, als durch guten Willen Positives zu bringen. Wenn man Demenz weglächeln könnte, wär das schön. Die Wahrheit ist leider schlimm und aufreibend.

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Malea-
Zitat von Brightness2:
Wenn man Demenz weglächeln könnte, wär das schön. Die Wahrheit ist leider schlimm und aufreibend.

🎯

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T
@Brightness2 hast du selbst einen Demenz erkrankten gepflegt..?
Diese Menschen denken und fühlen nicht alle gleich!
Meinem Schwiegervater tat Beruhigung und Trost immer gut, er konnte auch lange noch kommunizieren und war sich sogar dessen bewusst, dass er Dinge wahrnahm, die da nicht wirklich waren.
Was wäre das denn für professionelle rundum-Betreuung, die sich von morgens bis abends speziell kümmert und auf jeden einzelnen Satz und Ausspruch reagiert..?
Meine Schwiegermutter hat sich nonstop mit dem Thema befasst, alle Informationen eingeholt, an allen Stellen Rat geholt, alles gelesen etc. Nirgends wurde eine rundum-Betreuung für 24h am Tag angeboten - und Heim kam nicht in Frage, mein Schwiegervater wäre lieber gestorben anstatt bei seiner geliebten Frau in seinem geliebten Haus zu sein.
Bei Alleinstehenden sieht es natürlich anders aus, jedoch kann jemand in diesem Zustand ja gar nicht mehr alleine leben... es scheitert ja schon an den simpelsten Handgriffen und an der Verantwortlichkeit für sich selbst. Alles muss betreut werden.

Zitat von Brightness2:
Genau das. Hier wird irgendwann mehr Schaden angerichtet, als durch guten Willen Positives zu bringen.

Sehr gewagte Aussage...
Ja, man könnte auch niemand anderen mehr angucken, weil man damit etwas falsch machen könnte.
Die Welt wird dann halt nochmal ein gutes Stück kälter und leerer.
Nicht, dass das die meisten heutzutage noch stören würde, offensichtlich...

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B
@MissNextDoor Ja, ich weiß wovon ich rede. Deshalb tut mir auch die arme Frau unfassbar leid.

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T
@Brightness2 dir ist aber schon bewusst, dass es sich um HeavyDreamys Nachbarin und nicht um ihre Mutter handelt, und dass sie auf deren Betreuungssituation weniger als gar keinen Einfluss hat..?
Und nun sagst du ihr, sie würde der Frau Schaden zufügen indem sie freundlich zu ihr ist, weil man Demenz Erkrankten damit pauschal Schaden zufügen würde..?

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S
Zitat von Malea-:
Irgendwie ist das ja immer so wahnsinnig negativ konnotiert.

Mein Vater war auch in einem sehr netten Heim, er hat es akzeptiert, ging auch nicht mehr anders, weil er zu wenig getrunken hat.

Prinzipiell ist es so, je später ein Demenzkranker ins Heim kommt, umso schwieriger wird es.

Aber ich war auch schon mal in Heim die ein Angst gemacht haben...

x 6 #1733


T
@Schnuddel74 leider gibt es da extrem grausame Dinge.
Gute Ausnahmen gibt es auch, Gott sei Dank. In den schlimmen Fällen ist es aber dafür auch wirklich schlimm... ich würde niemals einen engen Angehörigen in ein Pflegeheim geben, könnte es nicht ertragen (habe aber auch schon schlimmes mitbekommen).

x 2 #1734


B
@MissNextDoor Mir ist die Nachbarschaftshilfe bewusst, auch der gute Wille. Allerdings habe ich den Eindruck, dass gerade das ein System festigt, was für die demente Frau unzureichend ist und den Sohn bestärkt, professionelle Hilfe sei nicht nötig. Was auch so geäußert wurde. Nachbarschaftshilfe ersetzt keine professionelle Betreuung, demenzgerechte Pflege mit Würde und Akzeptanz steht jeder daran erkrankten Person zu. Schön wenn ergänzend freundliche Nachbarn Kaffee kochen oder Puppen sortieren, um dem Betreuenden Wutanfälle zu ersparen. Mich berührt es persönlich, wenn ich die Schilderungen und die unadaptierte, bedürfnisignorierende Pflegesituation lese. Deshalb gebe ich meine Meinung dazu. Möchte auch nicht weiter mit dir diskutieren, bisher war der Faden wertschätzend mit allen Erfahrungen und Inputs. Wäre schön, wenn das so bleibt. Danke!

x 6 #1735


Catalina
Ich hatte vor Kurzem eine Begegnung, die mich seitdem irgendwie beschäftigt. Und zwar hab ich hier im Dorf eine ältere Dame "aufgelesen", die komplett desorientiert war und nicht mehr nach Hause fand. Sie wusste zum Glück den Namen des Seniorenheims, in dem sie lebt und ich hab sie dann dorthin gebracht.

Unterwegs erzählte sie mir, dass ihr Vater auch schon dement war und sie das wohl von ihm geerbt hat. Ich hab mir da vorher gar nicht so viele Gedanken drüber gemacht, aber jetzt hab ich eine gewisse Sorge entwickelt, ob ich neben meinem ADHS auch die Veranlagung zur Demenz von meinem Vater geerbt haben könnte. Wenn das so sein sollte, kann ich da eh nichts dran ändern, das ist mir klar, aber der Gedanke macht mir irgendwie Angst. Habt ihr solche Befürchtungen für euch selbst eigentlich auch?

x 2 #1736


P
Zitat von Catalina:
geerbt haben könnte. Wenn das so sein sollte, kann ich da eh nichts dran ändern, das ist mir klar, aber der Gedanke macht mir irgendwie Angst. Habt ihr solche Befürchtungen für euch selbst eigentlich auch?

Ja! ! !

Ich hatte vor vielen Jahren bereits eine Art Streitgespräch mit meinem ältesten Bruder deswegen. Jeder von uns hat starke Argumente, warum er bzw ich "als nächstes dran wäre".
Mutter, ihre Mutter.. .. beide nachweislich.. ..

x 3 #1737


Pippa
Ich glaube, dass meine Mutter sehr stark in diese Richtung schreitet bzw. eigentlich schon mittendrin ist.
Sie kommt mit Zahlen (Kalender) und Daten schlecht klar.
Sie spricht seit einiger Zeit von "ihr", obwohl ich das einzige Kind bin: "Ihr helft mir immer.".

Sie erzählt von Leuten, die abends bei ihr saßen. Sie kannte sie nicht, scheint aber keine Angst gehabt zu haben.

Zu Weihnachten brauchte sie Hilfe mit den Geschenken, Erklärungen, warum man sich beschenkt.
"Und was bekommt Pippa? Die kommt ja auch öfter vorbei."

Das sind nur wenige Beispiele.
Sie merkt, dass was nicht stimmt, lehnt aber einen Termin beim Neurologen konsequent ab, z. B.
"Da muss ich 'ne Uhr aufmalen. Das ist albern".

Ich habe keine Ahnung, was ich tun kann, habe aber das Gefühl, es ist ziemlich dringend.
Ihre HÄ weiß Bescheid, kann sie auch nicht überzeugen.

x 4 #1738


Femira
Zitat von Pippa:
Ich habe keine Ahnung, was ich tun kann

Das tut mir irre leid. Bei mir ist es die Schwiegermutter, die mit 60 schon so schwer dement ist, dass sie gottseidank vor Weihnachten in ein Heim umziehen konnte.

Aber weil ich es nicht selbst organisiert hab, sondern mein Partner, bin ich etwas vage...vielleicht weiß es jemand besser oder du kannst googlen.
Bei meiner Schwimu wurde ein Pflegegrad beantragt. Da kam jemand geschultes bei ihr vorbei und ihr Sohn wsr einfach auch dabei. Die haben zusammen nett Kaffee getrunken und er hat Fragen gestellt und Notizen gemacht. Ärzteberichte wurden gar nicht zur Kenntnis genommen. Das war toll und hat insofern geholfen, dass durch den Pflegegrad auch Hilfe organisiert werden konnte, die bezahlt wurde

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Catalina
Zitat von Pippa:
Sie merkt, dass was nicht stimmt, lehnt aber einen Termin beim Neurologen konsequent ab

War bei meinem Vater auch so, der ist sein Lebtag nicht freiwillig zum Arzt gegangen, weil alles Quacksalber und so. Und da er allein lebte und wenig Kontakte hatte, hat es lange gedauert, bis aufgefallen ist, dass da ernsthaft was nicht stimmt. Irgendwann wurde er völlig verwirrt auf der Straße aufgefunden und ins KH gebracht. Die haben schnell gemerkt was los war und ab da ging alles seinen Gang. Zum Glück gab es dort einen sehr einfühlsamen und menschlichen Psychiater, der sich um ihn gekümmert hat und erreichen konnte, dass er freiwillig ins Pflegeheim gezogen ist.

Ich hoffe sehr, dass euch so ein Szenario erspart bleibt, aber es ist hart, wenn der Betroffene so uneinsichtig ist. Wobei ich das zum Teil auch verstehen kann, denn der Gedanke, evtl. dement zu sein, macht sicher große Angst. Und dann will man es vielleicht lieber nicht so genau wissen.

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A


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