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Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

ZwillingsIch
🔁 Video geteilt von ZwillingsIch:

#1996


Error
Zitat von Brightness2:
Du darfst als Angehöriger nicht selbständig entscheiden, wann es an der Zeit ist, einen anderen Menschen in Würde gehen zu lassen. Schwieriges aber wichtiges Thema. Dazu gehört auch die Reflexion eigener Glaubenssätze, Projektion eigener Wünsch und Bedürfnisse in den nicht mehr handlungsfähigen Menschen und das Thema Aushalten. Super schmerzhaft. Aushalten der eigenen Ängste, der Hilflosigkeit, angesichts der Situation, Fragen nach dem richtig und falsch, ... . Ich fände es gut, das in einem separaten Strang zu diskutieren, hier bekommt das sonst eine Komplexität, die den Rahmen der gegenseitigen Stütze in schwerer Zeit, sprengt. Nur als Vorschlag, rein aus dem Bauch heraus.

Danke Dir Tröstender Smiley
Ein wirklich wichtiges Thema aus meiner Sicht.
Mir geht es vorwiegend darum, wie ich selber dem Siechtum entkommen kann, wenn es soweit ist/sein sollte.
Für andere das zu entscheiden liegt mir definitiv fern, diese Verantwortung kann doch niemand übernehmen.

Daher würde ich für mich gerne vorsorgen, bevor ich das nicht mehr kann um meine Lieben davor zu bewahren.

x 1 #1997


A


Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

x 3


B
Zitat von Clumsy:
mindestens einen Verein, in den man eintreten kann und in dem man einige Zeit lang Mitglied sein muss, um von dort einen todesbringenden Cocktail ordern zu können und zu erhalten, den man sich dann selbst verabreichen kann.
Das ist aber nicht die einzige Möglichkeit von Sterbehilfe.

Stimmt, kostet allerdings 4000 Euro diese Hilfe zur Sterbehilfe und wohl eher etwas für "Betuchte".
Wartezeit kann für besondere Fälle auch kürzer sein.
Ich werde mich dort aber wohl auch anmelden, wenn ich den Eindruck habe, es wird nötig.
Ich möchte selbstbestimmt sterben.

#1998


Winza
@Error
Zitat von Error:
Ja, es entsteht dann eine Dynamik, welche ich nicht wollte.
Mir ging es um die Qualen, die Menschen in ihrer letzten Zeit, aus meiner Sicht unnötige Qualen, erleiden müssen.

Es geht hier um Demenz und den Umgang damit bei Angehörigen.
Du startest hier eine Diskussion über siechtum und Sterbehilfe.
Und es wird mit Sicherheit einige geben, die mitmachen und dann geht's nicht mehr um das Thema hier.

Und so fängt es an:
Zitat von Error:
Aber letztendlich führt Demenz genau da hin

Nein, so ist es nicht in jedem Fall.

x 2 #1999


Hola15
Ich würde gern allen, deren Angehörige vielleicht gerade in einem (Anfangs-) Stadium der Demenz stecken und auf allen Seiten Verzweiflung herrscht, sagen, dass es auch wieder anders werden kann.

Wie ihr ja vielleicht wisst, war bei meiner Mutter der Beklauungswahn zentral. Sie war so verzweifelt und wollte oft selbst nicht mehr leben.
Es war ewig lang und schwierig und wirklich, wirklich furchtbar.

Aber seit einiger Zeit, vielleicht ein Jahr, sagt sie ihr ginge es noch nie so gut in ihrem Leben wie jetzt. Sie ist zufrieden und die Maßstäbe, was wer als zufriedenes Leben beurteilt, ändern sich sowieso und sind individuell. Oft nicht vergleichbar mit den Vorstellungen, die man als jüngerer Mensch von einem zufriedenen Leben hat.

Das Essen ist lecker, der Kaffee ist gut, im Bett schläft es sich fein, die Pfleger sind nett und die Deko ist wunderschön. (Gestern war es nicht nur die offizielle Osterdeko, auch den Wagen mit den blauen Handschuhen fand sie ganz wunderbar) und sie muss nichts mehr arbeiten. Wie im Hotel.

Damals sagte mir eine Frau von dem Alzheimer-Telefon, dass es oft so ist, dass sich das nochmal in diese Richtung ändert.
Ich weiß es nicht. Aber bei uns war es so. Aber vielleicht war es auch nur vorher mit dem Wahn so schrecklich.

Ich habe keine Ahnung wie sich der letzte Abschnitt gestalten wird. Ich hoffe sie wird nicht (mehr) leiden müssen.
Aber - und das wollte ich eigentlich nur sagen- auch ein Leben mit Demenz kann ein lebenswertes Leben sein.

x 3 #2000


HeavyDreamy
Eben war der Sohn meiner Nachbarin bei mir. Habe ihm dem Schlüssel gegeben, den ich ja hatte für die Wohnung seiner Mama.

Nach 5 Jahren, wo die Demenz schlimmer wurde, kann er jetzt etwas durchatmen, in Ruhe wieder besser schlafen und er muss das Ganze auch noch etwas verarbeiten jetzt.
Es war, auch wenn es für ihn jetzt lange nervenauftreibend war, nicht einfach, sie jetzt im Heim zu lassen.

Hab ihn dann in den Arm genommen und ihm mitgeteilt, dass wenn er Redebedarf hat oder sonst was, er sich immer melden kann.

x 1 #2001


Winza
Zitat von Hola15:
Ich würde gern allen, deren Angehörige vielleicht gerade in einem (Anfangs-) Stadium der Demenz stecken und auf allen Seiten Verzweiflung herrscht, ...

Danke dafür!

x 1 #2002


Error
Bitte entschuldigt, dass ich das Thema Demenz ausgeweitet habe. Ich wollte wirklich niemanden verletzen.
Für mich hängt das zwar zusammen, aber meine Meinung ist nicht maßgebend.
Wie gesagt, tut mir leid Weinendes Gesicht

x 3 #2003


Clumsy
Zitat von Besserwisser60:
Stimmt, kostet allerdings 4000 Euro diese Hilfe zur Sterbehilfe und wohl eher etwas für "Betuchte". Wartezeit kann für besondere Fälle auch kürzer sein. Ich werde mich dort aber wohl auch anmelden, wenn ich den Eindruck habe, es wird nötig. Ich möchte selbstbestimmt sterben.


Es gibt, wie gesagt, auch andere legale Möglichkeiten in Deutschland. Auch ohne Cocktail.

Hinzugefügt sei noch, dass Demenz nicht gleichbedeutend damit ist, dass das Leben sich sofort spürbar verschlechtert.
Es wurde hier schon angeschnitten und verschiedene Seiten und Verläufe beleuchtet. Die echte Demenz ist eine progrediente Erkrankung, aber je nachdem, welche Demenz vorliegt, ist der Verlauf langsamer oder eben schneller. Auch gibt es diverse Pseudeo-Demenzen, mitunter heilbar.

Für den Laien schlicht nicht zu unterscheiden.

Lebensqualität gibt es auch mit echter Demenz noch, ich arbeite zu einem großen Teil mit dementen Menschen und kann das daher tatsächlich so behaupten. Die Demenz wird irgendwann ein Stadium erreicht haben, in dem es nicht mehr möglich ist, selbstbestimmt zu leben. Allerdings ist generell jemand mit Demenz noch zur eigenen Gesundheitssorge berechtigt, kann also auch entscheiden, ob er Behandlungen will - oder nicht.

Und das ist ja auch nicht ohne Grund so.

Ein lebensbeendendes Mittel zu schlucken, ist eine Entscheidung mit Nachhall und ohne Umkehrmöglichkeit.
Diese Entscheidung erhält man nur freigestellt, wenn man noch in der Lage dazu ist, diese Entscheidung vollumfänglich zu treffen. Also durchaus nicht ohne Weiteres und einfach so.
Und man wird nicht ab einem bestimmten Punkt seiner Demenz entscheiden (können), dass es nun soweit ist. Dafür sorgt wiederum die Demenz selbst. Und damit meine ich nicht Vergesslichkeit.

x 1 #2004


Pippa
Zitat von Clumsy:
Cocktail ordern zu können und zu erhalten, den man sich dann selbst verabreichen kann.

Bei Demenz schwierig, je nach Stadium.

x 1 #2005


Clumsy
Zitat von Pippa:
Bei Demenz schwierig, je nach Stadium.


Absolut korrekt.

x 1 #2006


ZwillingsIch
Das hätte ich mir auch sehr für uns gewünscht. Meine Mama lehnte dankend ab bzw. meinte sie „zum Schluss“: „Nun muss ich in den sauren Apfel beißen.“
Ich besuche sie jedenTag.
Bei diesem Video heulte ich vor einigen Wochen Rotz und Wasser.

#2007


Fenjal
Wenn eine Patientenverfügung vorliegt, die ein Nein zur Reanimation, zur Intubation (DNR/ DNI) und zur Ernährung über eine Magensonde oder PEG ausdrücklich beinhaltet, kann ein Patient, der an Demenz leidet, jetzt zusätzlich ein Akutereignis aufsetzt, wie Myocardinfakrkt, akutes auf chronisches Nierenversagen oder ein Sturz mit Hirnblutung, oder Apoplex mit ungünstiger Prognose...oder, oder, selbstverständlich sich jeder medizinischen Maßnahme entziehen.

Palliatives Ziel heißt dann, Angst- und Schmerzfreiheit, Reduktion von Lungensekreten um Atmung zu erleichtern und mehr nicht.
Als Angehöriger muss man allerdings solche Situationen aushalten können, was den meisten nicht leicht fällt.

Nicht jede Diagnose muss HighTech Medizin erfahren, bei Komorbidität muss nicht jedes zusätzlich aufgepfropfte Akutereignis therapiert werden.
Es ist dann die Sache des Betreuers Nein zu sagen, dem dann gefolgt werden muss.
Es ist daher jedem dringend anzuraten entsprechend Vorsorge zu treffen.
Patientenverfügungen sollten ein MUSS sein.

#2008


ZwillingsIch
Zitat von Hola15:
Wie im Hotel.

Meine Mutter spricht immer von den Insassen und dem Personal.

#2009


A


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