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Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

ZwillingsIch
Zitat von Ouabain:
Macht es Sinn, das hier aufzuschreiben? Es haben doch alle es schwer genug.

Herzlich Willkommen!
Irgendwo muss man das Erlebte loswerden.

x 3 #2101


bifi07
Zitat von Ouabain:
Früher oder später werde ich sie in ein Heim geben müssen. Bis dahin hoffe ich, dass sie Zuhause sterben darf bevor das kommt. Am besten wie mein ...

Gäbe es die Möglichkeit für eine 24-Std.-Betreuung zuhause?
Wir hatten hintereinander zwei Polinnen von einer Vermittlungsagentur. Ohne sie wäre es nicht gegangen, da ich auch noch arbeiten gehe und mein Papa damals schon so unsicher war, dass er nicht mehr alleine gehen oder stehen konnte.

x 1 #2102


A


Treffpunkt für Angehörige/r mit Demenz

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O
Zitat von bifi07:
Gäbe es die Möglichkeit für eine 24-Std.-Betreuung zuhause?

Extrem schwierig. Mutters Wohnung ist zu klein. Und dann sind die Kosten ja auch nicht von Pappe. Pflegegeld plus Entlastungsbetrag sind knapp 700 Euro. Damit kommt man nicht allzuweit.
Zapft man Verhinderungs- und Kurzzeitpflege an plus bisschen eigenes Geld landet man , wenn ' s hochkommt bei einer Finanzierung von vielleicht 3 Monaten. Da ist die Frage des Wohnens für die Pflegekraft aber noch nicht gelöst. Also - eher keine Option.

x 3 #2103


O
7:15 Uhr. Geschafft. Mutter ist in der Tagespflege. Kaffee, Zig., Nachrichten. Pflegereform. Frau Warken.

Kürzen bei Leistungen ,Kassieren bei Pflegebedürftigen und Angehörigen. Aber eine neue Pflegebegleitung soll es geben.

Mein Sarkasmus beginnt zu spotten. Das wird ganz toll. Vielleicht so eine Pflegeberatung 2.0. Vielleicht künftig alle 3 Monate statt wie jetzt alle halbe Jahre ? 5 Minuten Inspektion . Mutter ist genährt. Die Wohnung sauber. Haken dran. Und tschüss.

Nutzlose Gedanken. Nachrichten waren eine schlechte Idee. Ich ärgere mich, bin aber zu unmotiviert für Briefe an Abgeordnete. Also besser ein bisschen Musik anmachen. Oder ein Stündchen auf Vorrat schlafen.

x 1 #2104


Matroschka
Hallo ,

Ich bin einfach Mal Queereinsteiger in diesem Threads . Betroffen war wohl meine Mutter , was ich nicht wusste , sondern nur im Nachhinein ahnen konnte. Ich war zu jung , um Anzeichen zu erkennen , vielleicht war sie es auch . Sie ist vor über 10 Jahren gestorben , einsam , in einer anderen Stadt .
Sie hatte viele toxischen Anzeichen , dass wir alle den Kontakt abbrechen , bis dahin , dass wir uns dazu gedrängt sahen auch juristisch dagegen vor zu gehen .

Für mich war die Trennung der Familie durch , sagen wir , " Ihre Aktivitäten " ein Befreiungsschlag " ...sie war ihr Leben lang stark abhängig von Alk und Medikamenten - eine toxische Kombination , insbesondere , als wir im Nachhinein im Gespräch mit einem Arzt im privaten Umfeld der Verdacht aufkam , Demenz .

Ihre Aktivitäten , wirkten Damals aber gut durchdacht und sie waren auch erfolgreich . Teils , als wäre sie ein anderer Mensch . Aber ja Verwirrungen gab es viele ...wir haben es nicht geahnt , nur das sie im Rausch zu viel TV gesehen hätte und das Programm , was sie gesehen hatte , möglicherweise im Kopf noch nicht zu Ende war .

Sie beschimpfte uns , zu Situationen die nicht passiert war , gab uns andere Namen , war sehr schnelllebig im Wechsel ihrer Emotionen .

Vor kurzem las ich einen Artikel über Menschen , die früh an Demenz erkranken und die Schilderungen in der Familie waren solche , von dem ich glaube , dass sie es viel eher hatte . Sie lebte als hätte sie keine Mutterpflichten , ganz oft , als gebe es mich als Nesthäckchen nicht . Sie sah nicht ein Schul Materialien zu kaufen , Schul Ausflüge zu bezahlen ..manchmal wenn ich nach Hause kam , sah sie noch an , als sei ich Fremd , einmal kam es zu einer Notwehr Reaktion ihrer Seits , weil sie mich nicht erkannte . Nicht selten starrte sie mich an und nannte mich wie ihre Schwester , tatsächlich habe ich optisch Ähnlichkeit zu ihr , aber der Kontakt zu ihrer Schwester war schon lange abgebrochen - weil die Beiden sich als Konkurrentinnen sahen .

Wie gesagt , wir können / könnten es nur erahnen . Aber es tauchen immer mehr Erinnerungen auf , die darauf hindeuten könnten . Deswegen lese ich mich hier einbisschen ein .

x 3 #2105


O
Hallo @Matroschka,

willkommen hier. Alk. kann auf Dauer in eine Demenz münden. Vielleicht meinte der Arzt ja das.
Machst Du Dir denn jetzt im Nachhinein Vorwürfe, ob Du mehr hättest tun können? Oder geht es Dir nur darum, die Vergangenheit besser zu verstehen?

#2106


Matroschka
Zitat von Ouabain:
Hallo @Matroschka, willkommen hier. Alk. kann auf Dauer in eine Demenz münden. Vielleicht meinte der Arzt ja das. Machst Du Dir denn ...

Hallo ,

Naja, die Zeit mit einer abhängigen Mutter prägt einen sehr - CO Abhängigkeit . Meine Geschwister sind älter , meine Mutter bekam mich mit 36 Jahren und sie hatte nie Schutzinsinkte , dadurch bin ich traumatisiert , weil sie lebensgefährliche Situationen nicht erkannte .
Manchmal erinnere ich mich einfach an Situationen , wie sie passiert sind . Manchmal sprechen mich Menschen zu Situationen an , ein Familienmitglied zb fand es sehr schlimm , dass als ich als kleines Kind fast verhungert wäre , sie war damals sehr in Angst und Sorge und das hat sie stark geprägt . Ich kann mich daran nicht erinnern , weil ich unter 3 Jahre war , aber es sind Geschichten , die zwischen uns stehen und es manchmal schwer ist eine Neutralität zu bewahren .

Wären wir früher aufgeklärt gewesen , dass die Demenz auch bei jüngeren Frauen - ich sag Mal so um die 56 Jahre im Raum gestanden hätte, hätte es Möglichkeiten gegeben ihr zu helfen . Insbesondere als wir juristische Schritte gegen sie vornehmen mussten , wo wir schon angebracht haben ,aufgrund ihrer Abhängigkeiten , dass sie möglicherweise nicht zurechnungsfähig ist . Wir hätten ein Verfahren einleiten können , zur Entmündigung . Nur war uns das zuviel , ich hatte zb gerade als es passierte einen schweren Unfall und lag lange im KH usw

Was mir bei einem Gespräch vor ca 3 Monaten Nähe ging , war die Frage oder die Erkenntnisse auch durch die Abhängigkeiten , dass wir sie nie normal kennen gelernt haben . Meine älteren Geschwister glauben schon , aber ich halt , ihrer Meinung nach , nicht . Ich kenne es nur " Kaputt " .

Ein schlechtes Gewissen habe ich - aktuell - nicht , ich habe erkannt daß sich mein Schutzinstinkt aktiviert hat und das ich mir sehr sicher bin , dass sie uns mehrfach absichtlich geschadet hat und das waren keine Kleinigkeiten , es war ein Prozess über viele Jahre hinweg und das man das auch aus einem Menschen nicht mehr heraus bekommt .

Es gab Vorwürfe , nach ihrem Tod , an uns Kinder , wir hätten sie alleine gelassen - haben wir nicht , sie ist geplant und mit viel Schaden hinterlassen gegangen . Und wir sind uns einig , dass sie alleine sein/ leben wollte . Das hat sie dann ja auch über 12 Jahre lang und jeder ist seinen eigenen Weg gegangen und ich hatte viele Jahre Alpträume von ihr , insbesondere in meiner Schwangerschaft und danach .

Ich Versuche die Begebenheiten / Situationen besser zu erfassen und zu verstehen , auch ob wir als Kinder früher davon betroffen sein könnten und ob wir rechtzeitig die Anzeichen deuten können , zum Wohl unserer Kinder . Um sozusagen jetzt schon die Weichen zu stellen und auch ehrlich zu sein , um die Wahrheiten , die wir verschleiert haben , zum Schutz der Kids .

Ich nenne einfach ein Beispiel : So Liebeskummer ist ja auch eine sehr intensive Phase im Leben und das vermischt sich unter Demenz halt und da kommt vielleicht auch emotinal einiges Hoch , was andere nicht deuten können . Deswegen rede ich da jetzt ganz offen mit meinem Kind drüber , für den Fall später , ich bin betroffen von diesen emotionalen Wellen und neige zu Kurzschluss Handlungen , instinktiv und spontan irgendwo hin zu fahren um etwas zu klären oder ähnliches , dass man dann einlenken kann . Das man dann sagt ; Mutti / Frau Matroschka wir haben das Jahr 2000 irgendwas und nicht mehr 2014 ...weil da vielleicht etwas vorgefallen war , was mich emotional oder auch unbedeutsam mitgenommen hat .

x 2 #2107


bifi07
@Matroschka
Hast du schon mal über eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht nachgedacht?
Das könnte dir Sicherheit für die Zukunft geben.
Niemand weiß, was einmal passiert.

Ich hab damals meine Vollmachten, auch für die Bank, nach der Trennung gemacht, da ich für mich bestimmen wollte, wer der Ansprechpartner ist, falls ich dazu nicht mehr in der Lage bin. Meinen Ex wollte ich definitiv nicht!

x 1 #2108


O
Zitat von Matroschka:

Ich Versuche die Begebenheiten / Situationen besser zu erfassen und zu verstehen , auch ob wir als Kinder früher davon betroffen sein könnten und ob wir rechtzeitig die Anzeichen deuten können

Ich kann Deine Sorge nachvollziehen. Doch möchte Entwarnung geben. Betroffene bekommen es immer mit. Davon bin ich überzeugt. Viele wollen es nur nicht wahrhaben und verdrängen das Problem.

Das wird Dir kaum passieren, wenn Du schon jetzt so große Sorge hast, Du könntest durch Schweigen Deine Angehörigen belasten.

Zur eventuellen genetischen Vorbelastung - ich finde, dass sich da aus dem Schicksal Deiner Mutter wenig ableiten lässt. Mir scheint es viel plausibler, dass Alk. und Medikamente bei ihr die Treiber der Krankheit waren. Zur sogenannten "Alk." gibt es einiges im Internet

Vorsorgen, wie @bifi07 es vorschlägt, ist unabhängig davon immer eine gute Entscheidung. Und das Risiko verringern - durch einen gehirnfreundlichen Lebensstil - natürlich sowieso.

LG

#2109


A


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