Zitat von FrauLindemann:Meiner Meinung nach macht man es sich damit extrem einfach , muss seine eigenen Anteile am Scheitern nicht mehr beleuchten , der andere war ja sowieso Schuld. Man selbst ist total in Ordnung.
Ich weiß nicht, ob es dem Großteil wirklich darum geht. Ich kann nur für mich sprechen und für mich war es eine Erleichterung, als ich mich mit Borderline befaßt habe (auf das mich übrigens MEINE Therapeutin gebracht hat) und vieles einfach verstanden habe und eben NICHT mehr alle Fehler bei mir gesucht habe. Ich wußte ja schon sehr früh, dass er psychische Probleme hat, aber ich konnte am Anfang ja noch nicht einmal ansatzweise ahnen, wo das mal hinführen wird!
Zitat von Acht:Mich nervt da eher die Hypekarte, die mittlerweile direkt zu Beginn gezogen wird und dem/der Schreibenden direkt mal präventiv ein eigenes Urteils- und Einschätzungsvermögen entzieht.
Absolut! Und das nicht nur hier, sondern auch im realen Leben. Wie oft durfte ich mir anhören, dass das ja alles so nicht sein kann, dass ich sicherlich maßlos übertreibe. Sie waren aber auch nie dabei, wenn eben so etwas Extremes passiert ist. Seine Familie hat den Kontakt zu meiner Familie ja von vorneherein abgelehnt.
Erst später als meine Freundin mal zufällig in eine Situation stolperte war sie fassungslos und meinte "Und ich dachte echt Du übertreibst, das ist ja noch schlimmer als Du erzählt hast..."
Man traut sich ja irgendwann nichts mehr zu sagen, weil man eh immer nur einen Vogel gezeigt bekommt.
Zitat von Bones:weil man sich hinter dem " Opfer eines ..." zu sein verstecken kann.
Klar, ich war mega happy ein Opfer sein zu dürfen. Ich habe meine PTBS und Burnout dankend und mit großem Applaus als große Ehrung entgegengenommen.
Zitat von Bones:Ich bleibe dabei,dass Diagnosen Fachleute stellen
Was sie aber nicht können, weil gerade Narzissten und Alk. (um nur mal zwei Beispiele zu nennen) gar keinen Grund sehen, zum Arzt oder gar Psychologen zu gehen... Ergo: es gibt keine ...
Zitat von NurBen:Nämlich das "Opfern" von Narzissten oder Ähnliches jegliche Glaubwürdigkeit genommen wird, nach dem Motto: "Ach der-/diejenige kommt nur nicht mit der Trennung klar."
Danke! Wirklich ein ganz dickes Danke!
Zitat von NurBen:Als Leser kann ich nur eines tun. Mir die Geschichte durchlesen und schauen ob sie plausibel ist.
Ganz genau. Es gibt hier sicherlich genug Geschichten, wo solche Diagnosen unpassend platziert sind, keine Frage. Aber es wird ja bei jedem sofort pauschal in Abrede gestellt.. Gern wird dann noch der Spieß umgedreht und plötzlich ist der TE der "Angeklagte".
Ich kann es nicht oft genug wiederholen: ich freue mich für jeden von ganzem Herzen, dem Erfahrungen mit (echten) Narzissten und Borderlinern erspart bleibt!
(Und wer jetzt sagt: hättest Dich ja trennen können - dem empfehle ich, sich bitte erst einmal mit der ganzen Thematik Cluster B auseinanderzusetzen!)