Zitat von sarkar: ich will ihm garnicht unterstellen kalt und herzlos zu sein. Garnicht, ich versuche wirklich so gut es geht seine Handlungen und seine Gefühle zu verstehen und nachzuvollziehen.
Um Gottes Willen, ich hoffe du hattest meinen Beitrag nicht völlig falsch verstanden...
Ich wollte dir das absolut nicht unterstellen, nicht einmal im Ansatz - und es ist wirklich wahr, was alle anderen geschrieben haben, dass du dich jetzt vor Allem auf dich selbst und deine Heilung konzentrieren solltest.
Ich wollte etwas ganz anderes sagen: dass es Menschen gibt, die so mit Traumatischen Erlebnissen/Schock/Verlust umgehen.
Das muss ein anderer auch absolut nicht nachvollziehen können.
Das musst auch du nicht.
Es ist aber trotzdem so.
Ich denke schon dass dein Freund noch Gefühle hat etc - aber er kann sie jetzt nicht mehr spüren/erreichen. Entweder betäubt durch den Schock oder verdrängt.
So "kaltschnäuzig" wie er sich augenscheinlich benommen hat wären andere ja nicht einmal, wenn ein Haustier gestorben wäre (das sicherlich für Eltern einen ganz anderen Stellenwert hat als das eigene Kind.)
Es gibt psychologische Erklärungsansätze, die dir das näher bringen könnten, was da wahrscheinlich in deinem Exfreund vor sich geht...
Bloß... ich denke auch, jetzt ist vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt dafür?
Zitat von sarkar: Ich selber stehe ja auch unter Schock. Würde aber niemals so schnell handeln wenn ich weiß er leidet gerade so sehr wie ich und braucht mich.
Ja, aber so ist das leider!
Ich selbst hätte meinen Mann natürlich auch anders behandelt, wenn er bei der OP Fast gestorben wäre.
Leider sind Menschen verschieden - und verhalten sich da verschieden.
Man kann im Schock- und Trauerfall nie von sich auf andere schließen, und das Verhalten ist dann meist auch kein "absichtliches" sondern ein Notfall-Bewältigungsprogramm, das das jeweilige Gehirn abspult.
Ich würde dir jetzt auch dringend raten... richte den Fokus auf dich selbst.
Wenn du aber merkst, dass du wirklich gar nicht weiter kommst und dieses Thema nicht loslassen kannst, lies etwas über die Auswirkung von Schock- und Traumazuständen, Fachliteratur, was so etwas nach sich ziehen kann.
Dann wirst du es vielleicht doch ein bisschen besser verstehen.
Dass es deinem Ex egal ist dass sein Kind gestorben ist, auf das er sich gefreut hatte, glaube ich jedenfalls nicht eine Sekunde... und auch nicht dass du ihm von einem Moment auf den anderen völlig egal warst.
Ich denke nur, dass er aufgrund seiner eigenen Veranlagung und Struktur offenbar nicht anders damit umgehen kann. Was natürlich doppelt tragisch ist.
Aber das ist selbstverständlich nicht deine Schuld, und es wäre extrem wichtig, dass du Menschen um dich hast und Dinge tun kannst, die dir gut tun.