sarkar
Mitglied
- Beiträge:
- 130
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 266
- Mitglied seit:
Ich schreibe hier, in der Hoffnung vielleicht Gleichgesinnte zu finden und freue mich über einen Austausch.
Zu meiner Lage:
Im Juli letzten Jahres habe ich meinen Partner kennengelernt, der von Anfang an sehr um mich gekämpft hat und mir immer ein Gefühl von Liebe und Loyalität entgegenbrachte. Durch meine doch sehr emotionale Vergangenheit (sexueller Missbrauch in meiner vorherigen Beziehung, Essstörung, Angststörung, etc) war ich anfangs sehr vorsichtig, habe mich aber dann doch auf ihn eingelassen. Im Oktober habe ich dann erfahren, dass ich schwanger bin, und in der 9. SSW habe ich meinem Partner auch davon erzählt. Er hat sich sehr darüber gefreut, was mir ein gutes Gefühl gegeben hat. Seit dem haben wir sehr stark an einer gemeinsamen Zukunft geplant, mein Umzug zu ihm stand fest (er wohnt circa 90km entfernt), meine Wohnung habe ich aufgegeben und alles drehte sich um unsere Zukunft als Familie. Immer wieder mal hat er "humorvoll" erwähnt, ich hätte ihm ein Kind untergejubelt, was much trotzdem sehr kränkte, wofür er sich aber dann auch immer entschuldigte. Obwohl wir uns meistens nur am Wochenende sehen konnten, unternahm er gerau an diesen Tagen viel mit Freunden, ließ mich schwanger mit starken Migräneanfällen alleine bei ihm daheim ewig alleine und ging mit seinen Freunden aus. Immer wieder beteuerte er aber, wie sehr er mich und unser Kind liebt, wie sehr er sich auf das gemeinsame Leben freut.
Vor 3 Wochen kam dann der Schock: das Herz unseres Babys hat aufgehört zu schlagen und eine Woche später, also vor 2 Wochen, musste ich unser Kind in der 23. SSW still zur Welt bringen. Für uns brach eine Welt zusammen und ich fühle mich bis heute so leer und taub.
Er sagte mir in der ersten Woche nach der Schocknachricht wie sehr er mich liebt und dass wir das schaffen. Ich bemerkte aber, dass er sich distanzierte, der Körperkontakt ausblieb, die lieben Worte weg waren, und er sich krampfhaft auf zusätzliche Ausbildungen, Fußballtrainings und Stammtischrunden stürzte und seinen Weg alleine weiterging. Mehrmals habe ich angedeutet, dass ich für ihn stark sein will, dass ich aber gerne etwas Zeit mitnihm verbringen würde, aber er lehnte mich mit Taten immer mehr ab, seine Worte aber waren immer noch die gleichen: ich liebe dich wie am ersten Tag, wir schaffen das, du kannst dich immer bei mir melden. Für ihn habe ich versucht stark zu sein, zu lachen, raus zu gehen, vor ihm nicht zu weinen weil er selber gesagt hat, ihm rehts gut und er möchte nicht negativ damit umgehen sondern das Positive sehen.
Natürlich fühlte ich mich alleine und einsam, aber gestern kam dann der nächste Hammer: ich fuhr zu ihm, mit der Meinung, wir würden das ganze Osterwochenende gemeinsam verbringen, zu den Schwiegereltern essen fahren und endlich etwas als Paar unternehmen. Er aber eröffnete mir, mit der Geburt unserer Tochter vor 2 Wochen ist seine Liebe für mich gestorben. Er liebt luch nicht mehr, schätzt mich als Mutter seines Kindes, aber mehr nicht. Er wird mich immer schätzen, aber es reicht nicht für eine Beziehung. Er wünscht mir alles Gute und ich werde schon den richtigen Mann finden. Kontakt können wir halten, aber für ihn ist es endgültig und er will mir keine falschen Hoffnungen machen. Er denkt jetzt nur an mich und möchte, dass es für mich bestmöglich zum verarbeiten wird, egal ob mit oder ohne Kontakt.
Obwohl ich aus einer Beziehung komme in der emotionaler und sexueller Missbrauch stattgefunden haben, hat dieser Mann mich diesmal richtig gebrochen. Ich kann das alles nicht nachvollziehen. Und auch der Satz von ihm "Es liegt nicht an dir, bitte mache dir keine Vorwürfe" helfen herzlich wenig.
Gibt es jemanden, der in einer ähnlichen Situation ist/war?
Sind Gefühle von einen auf den anderen Tag einfach so weg?
Ich sehe in ihm ja auch mehr als nur den Vater meine Kinder. Für mich war es diese Beziehung wert, auch nach der stillen Geburt aneinander festzuhalten und zumindest etwas länger Zeit zu bekommen und nicht 2 Wochen nach der Totgeburt gleich eine Trennung. Nun stehe ich da, ohne Wohnung, ohne Kind und ohne Partner.
Liebe Grüße,
Sarah