Hallo ihr lieben
Ein kleines Lebenszeichen hier direkt von der Trennungsschmerzfront für alle, die meinen Thread verfolgen.
Bezogen auf die stille Geburt geht's (seeehr) langsam, dafür aber stetig, bergauf. So etwas braucht Zeit, ich habe aufgehört mir deswegen selber Vorwürfe zu machen, was die Sache doch erleichtert. Der Schmerz wird immer bleiben, aber fürs erste verlang er gespürt zu werden. Das darf und muss sein. Dieses Bewusstsein hatte ich anfangs nicht, langsam lässt die Schockphase nach, ich spüre mich selber wieder besser. Und es braucht dieses intensive Spüren von Gefühlen um zu heilen. Hat ein laar Wochen gebraucht, aber so kann ich es jetzt endlich sehen.
Es wird gekämpft, jeden Tag. Mal mehr mal weniger. Die letzten Wochen konnte ich (mich) nochmal mehr reflektieren. War alleine im Urlaub (Panama und Cuba) um einfach etwas auszubrechen. Und das war auch gerade richtig.
Was meinen Ex Partner betrifft hat sich große Enttäuschung breit gemacht. Vor allem mir selber gegenüber. Kein einziges "Hast du dich körperlich gut erholt oder wie geht es dir?" in diesen 5 Wochen lassen mich doch sehr an meiner Einschätzung ihm gegenüber zweifeln.
Da hader ich gerade ein wenig mit meinem Gespür, Dinge vielleicht aus lauter Naivität oder Verliebtheit nicht richtig einschätzen zu können, mich darauf im Bezug auf andere nicht richtig verlassen zu können.
Aber es darf wohl auch diese Enttäuschung ihren Raum haben.
Ich hatte ein paar Tage, in denen ich mich selber furchtbar schuldig an allem gefühlt habe. Manchmal kommt das noch durch... dass ich ihn im Stich gelassen habe, dass diese Gründe, die er mir gegeben hat beim Trennungsgespräch (obwohl er selber dann sagte es seien keine Gründe es ist einfach die Liebe gestorben und er vermisst mich nicht mehr nach 10 Tagen ohne Baby) vielleicht doch seine Gründe waren, und ich besser daran arbeiten hätte sollen.
Ich weiß, dass ich auch in vielen Dingen an mir arbeiten muss, aber das wird sich nie ändern und dass wird wahrscheinlich auch in jeder Beziehung bei jedem Menschen gleich sein: die tägliche Arbeit an sich selber und der Beziehung. Dieses perfekte, komplikationsfreie und immer nur positive Leben wie er es vielleicht gerne hätte, gibt es nicht. Nicht mit mir, nicht mit einer anderen. Seine Antwort auf die Schwierigkeiten des Lebens ist wohl "Auf und davon", Gefühle vergraben bis es nicht mehr wehtut, Schmerz verdrängen und lieber neu starten.
Ich möchte da eher den Weg wählen, stärker zu werden und solchen Krisen auch in Beziehungen trotzen zu können. Die Stärke weiterhin aufbringen, an Beziehungen und Liebe festzuhalten auch wenn schwierige Phasen kommen.
Und deswegen bin ich auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich ihn so sehr lieben konnte und unsere Beziehung als so wertvoll eingestuft habe, dass ich trotz stiller Geburt weiter mit ihm daran arbeiten wollte.
Vielleicht haben wir eine unterschiedliche Auffassung von Liebe und Beziehung, aber das wäre eben meine.
Und ich bin auch froh, dass ich richtig und aufrichtig lieben kann. In guten und schlechten Zeiten. Irgendwie erleichtert mich der Gedanke, dass dieser Schmerz jetzt auch ein Geschenk an mich selber ist. Ein Zeichen, dass meine Liebe an ihn nich falsch war, ich nicht das Problem bin und war, sondern dass es meinerseits aufrichtig und ehrlich war was ich gefühlt habe und fühle.
Vielleicht kontaktieren ich ihn in ein paar Monaten nochmal. Ein paar Dinge sind einfach unausgesprochen geblieben, gerade im ersten Trennungsschock konnte ich garnicht richtig kommunizieren und klar denken. Aber ganz ohne ihn zurück zu wollen möchte ich ihm gewisse Dinge noch sagen und erklären.
Aber fürs erste geht's mir ohne Kontakt besser, das hat mir die Geldüberweisung und sein Geburtstag gezeigt. Außerdem scheint er wieder auf der Suche nach Ablenkung in Form von neuen Bekanntschaften zu sein.
Ich hoffe, es holt ihn nicht eines Tages ein, seine Trauer um sein Kind und seine Partnerin auf die Seite gestellt zu habe
