Zitat von Femira: Und verzeih, aber auch das ist nicht neu. Auch das hast du schon nach den vorigen Trennungen geschrieben.
Nein, also ja, vielleicht. Aber keine Lust klang vielleicht auch so bockig. Ich versuche es zu erklären. Ich möchte eher nicht, dass er sich meldet, weil ich hier gerade für mich meine Sachen erledige und eine Wut im Bauch habe. Das ist durchaus neu. Ich habe kein verlangen ihm zu schreiben, oder darauf zu hoffen. Starre nicht, wie sonst das Handy an oder noch schlimmer 'WA-Online-Status'- stalking. (Waren glaube ich alle mal an dem Punkt.) All das ist gerade nicht der Fall, und das ist für mich eine Veränderung bei mir, die es vorher wirklich nicht gab.
Zitat von Femira: Authentisch so gemeint, dass man gut bei sich ist und nicht etwas sagt, was man eigentlich gar nicht so meint.
Weißt du/ oder ihr: Ich war jedes Mal (bis auf die 'echte' Trennung - verzeiht den Ausdruck und nehmt es nicht so wörtlich, sondern eher die, wo es wirklich zu Ende war. Respektvoll.) super hysterisch. Einen teil habt ihr hier gelesen und den anderen Teil haben meine Freunde abbekommen. Nur am weinen. Den ganzen Tag lethargisch. Nicht essen können, nicht arbeiten können, die Stunden der Tage zogen nur an mir vorbei. Und diese ständigen panischen Kreiseln und der Angst. Auch die körperlichen Symptome.
Das ist dieses Mal anders. Ich habe hier im Forum geschrieben, und mit meiner besten Freundin sachlich darüber geredet. Ich gehe arbeiten, mache mich jeden Tag fertig. Schlafe genügend und auch das Einschlafen fällt mir nicht schwer.
Ich habe gelernt, dass ich mich in solchen Situationen traurig und überfordert fühlen darf, und dass ich das gut auch erst einmal mit mir aushalten kann. Nicht weil ich muss, aber weil ich dann einmal nachfühlen kann, warum es Angst oder Verzweiflung auslöst. Und zwei Tage später ging es mir bereits anders, als würde ich mich da komplett hineinsteigern.
Ich weiß leider nicht, wie ich das besser erklären kann, und hoffe es ist nachvollziehbar, was ich meine. Das ich mich hier anfangs hysterisch las ist mir vollkommen klar. Und so habe ich mich auch gefühlt. das leugne ich nicht.
Zitat von Femira: Ob du deine innere Stärke jedes Mal überrascht zur Kenntnis nimmst, weil du gar nicht mitbekommst, dass sie da ist?
Was ist das, dass du glaubst, es sei neu, obwohl es das nicht ist?
Seit meinem Auszug und allem was gefolgt ist, weiß ich, dass ich stärker bin, als ich es dachte.
Merke ich auch jetzt in der Situation. In der Stunde nach der 'Trennung' am Samstag habe ich mich erstmal um alles gekümmert, um den Umzug zu gestalten. Bis nicht gefallen, sondern habe kurz umgeplant und dementsprechend meine Woche umgebastelt.
Und neu ist vor allem der Gedanke, dass ich nicht weiß, wie ich das fortführen will. Die Wut ist neu. Vorher habe ich nur die Schuld auf mich genommen. Mittlerweile bin ich schon ein bisschen wütend. Wahrscheinlich noch nicht auf einem normalen Level, aber ich fühle mich aktuell nicht furchtbar schuldig und klein. Wenn ich schreibe ich fühle mich machtlos, meine ich eher, weil er seine Anteile angehen muss und ich das nicht für ihn kann.
Deswegen auch dieses 'keine Lust' auf eine Nachricht von ihm. Mein Herz möchte das. Aber ich bin noch gar nicht ready. Alles andere ist in meinem Kopf noch wichtiger aktuell, und ich habe noch keine gute Lösung, was die erste kleine Konsequenz sein kann. Hier überlege ich noch, bzw. den Gedanken verinnerlichen, dass ich das darf. (Das ist schon immer mein Problem gewesen.)
Zitat von Femira: Das macht dich meiner Meinung nach krank. Mittlerweile hat das auch eine Frequenz erreicht, die ich nicht tragbar finde. Da musst du gut auf dich acht geben.
Das versuche ich, liebe Femira. Es tut mir leid, dass es sich alles so verstörend liest. Auf der anderen Seite hat es geholfen Dinge klarer zu sehen. Ich möchte nur nicht, dass man sich sorgt. Ich versuche alles, um gut auf mich zu achten, auch wenn es sich teils anders liest.
Zitat von Femira: Was damit gemeint sein könnte vor allem.
Ich kann mir vorstellen, dass es ihm in der Situation darum ging, dass ich nach der 'Nicht-Antwort' ängstlich wurde. Er schrieb ja auch, dass es absurd ist, dass er mich nicht mehr liebt, nur weil er 6 Stunden nicht auf sein Handy geschaut hat. sch. Alk.. Er hat ja sogar recht. Aber es ist meine Vermutung, denn..
Zitat von Femira: Kann es sein, dass du ihn für deine Emotionen zuständig machst? Ich mein beispielsweise sowas, dass du einen Brief schreiben wolltest, indem steht, was er dir mit den Trennungen antut. Ich mein klar tut er dir was an, aber in der Menge muss man echt sagen,lässt du dir antun.
... nein. Früher vor dem Zusammenzug vllt. das weiß ich nicht. Aber spätestens seit meinem Auszug gar nicht mehr. Ich habe gelernt, dass ich für mich zuständig bin, und niemand anderes.
So absurd. Ich musste unsere Kommunikation in den letzten Wochen so sehr steuern. So oft wollte er anrufen, oder sich schnell bei mir melden. Und ich habe die ganze Zeit immer wieder darauf hingewiesen, dass er sich bitte kein Stress machen soll etc.
Ich denke, vielleicht hat er sich auch viel Verantwortung selbstgegeben, weil er dachte, er wäre zuständig.
Was er aber nicht ist, und das wäre wieder sein Lernfeld.
Das mit dem Brief meinte ich eher so, dass ich Forderungen aufschreibe. Also dass er seine Anteile sieht, weniger was er mir antut. Falls ich nicht gut artikulieren kann. Aber das war auch nur eine dumme Idee. Machen werde ich das nicht. Vorab aufschreiben, werde ich es dennoch. Alleine um mich zu sortieren.
Zitat von Femira: Geht das in eine brauchbare Richtung?
Ja, defintiv. Danke.
🌷 Zitat von Femira: Wie kannst du Verantwortung für deine Gefühle übernehmen? Dich schützen in dem konkreten Fall? Nicht "bitte, tu es nicht mehr, denn es tut mir weh!", sondern "wenn das nochmal vorkommt,muss ich mich vor deinen Handlungen schützen und das sieht so aus."
DAS! Ja, und daher muss ich aufschreiben. Mir hilft es immer. Ich bin gerade stark. Und ich möchte es im Falle eines Gespräches auch sein. Ich hoffe sehr, dass ich mich genauso fühle, wenn FFM erledigt ist und ich Samstag Abend in der neuen Wohnung sitze. Habe etwas Angst, wie es sich anfühlt, nochmal diesen Ortswechsel zu durchleben. Aber das wird schon.