Guten Morgen ihr,
ich habe wieder mehr Zeit, bzw. merke ich, dass ich mich, auch zwecks Termin nächster Woche endlich sortieren muss und nicht mehr verdrängen darf.
Zitat von Femira: Hm... Ich finde das nicht okay. Leiden gehört ja zum Leben wie das Lachen.
Natürlich will niemand, dass du leidest, aber so zu tun, als wäre nichts ist irgendwie einen Teil des Lebens ausblenden.
Es macht einen enormen Druck bei mir.
Beispiel vom Telefonat mit meiner besten, vergangenen Montag:
Ich sagte ihr, dass ich weniger Angst vor dem Paartherapie-Termin habe, da wir 2 Tage später für ein Wochenende weg fahren. O-Ton: 'Ja, aber du kannst dann nicht immer über ihn sprechen. Ist jetzt vorbei und muss auch mal gut sein.'
Sie ist sehr wütend. Lässt deswegen keine Trauer bei mir zu. Letztens war ich bei ihr und ihrem Mann. Nach ein paar Getränken fragte er mich dann, wie es mir eigentlich geht. Also so wirklich. Und ich fing an zu weinen. Nicht doll. Habe ihm gesagt, dass es nun mal so ist.
Andere Freundinnen nehmen die Trennung irgendwie auch nicht 'ernst'? Vielleicht liegt es an unserem Alter?
Gefühlt muss ich einfach weiter machen. Daher lag die letzten Wochen auch die Verdrängung nahe.
Zitat von Femira: Denk dran, du weißt es nicht. Nicht wissen ist so was richtig Gutes. Da kannst du dir die Geschichte erzählen, die dir am meisten hilft.
Es gab vor zwei Wochen ein Telefonat. Erst war er etwas böse, man merkt noch viel Verzweiflung, dann hat er bitterlich geweint. Es fielen auch wieder die Worte, dass ich ja dennoch unfassbar klug bin, schön bin, und das größte Herz habe, was er kennt. Ich ein liebevoller Mensch bin. Ihm die Mail leid tut, er es nicht wieder machen würde, aber er nicht konnte.
Ich würde es hier gerne niederschreiben, aber ich kann irgendwie nicht. (Also das Telefonat)
Zitat von Femira: Und was heißt, die Mail lässt keinen Spielraum? Du entscheidest, wo du deine Anteile siehst und wo es eher er ist und sein Anteil.
Beispielsweise dass er sagt, es ist okay, obwohl es das nicht ist. Das hat ja nix mit dir zu tun!
Die Mail lässt insofern keinen Spielraum, als dass sie so einen Schaden angerichtet hat.
Gerne hätte ich mich aus Liebe getrennt, denn die Umstände sind mehr als tragisch.
Es liegt ja immer noch nicht an fehlender Liebe bei uns. Ich weiß auch, das die Mail mir hilft.
Ich habe die Mail mit meinem Therapeuten 'durchgearbeitet' und es liest sich im nachhinein anders.
Macht es nicht besser, aber man liest deutliche Verzweiflung.
Ach, ihr merkt. ich bin wirklich etwas wirr, und hoffe ich darf hier den Raum zum aufräumen nutzen.
Zitat von HerrZ: Ich wiederhole mich an dieser Stelle. Der Brief war keine spontane Überreaktion. Sondern Ausdruck seiner selbst, auch wenn dieses labil und unsicher ist. Selbst wenn man es als Reaktion aus seinem vermeidenden Anteil sehen mag (und kann, vielleicht muss) - so ist diese Art des Umgangs einfach nur eine so große Red Flag, ein solches No Go, dass ohne Veränderung auf seiner Seite jede Wiederbelebung von irgendwas, und sei es nur Kontakt, einfach nur selbstzerstörerisch für Dich wäre. Schlag Dir bitte ein Ex-back aus dem Kopf und Herzen. Dieser Mann, so wie er ist, ohne Veränderung, ist nicht dauerhaft beziehungsfähig. Sondern eine Komplementärbaustelle, der schmerzhafte Schlüssel in`s Schloss Deiner Baustelle
Das ist der Punkt. Danke für deine Worte, auch wenn ich nicht darauf eingehen konnte.
Würde er seine Anteile sehen, auch an sich arbeiten, wäre die Lage ja eine andere.
Und ich meine hier nicht das klassische Ex-Back, eher die Tatsache, dass man nie sagen kann, wie es in einem Jahr ist, oder so. Ich hoffe, es ist klar, was ich meine. Ich hoffe nicht auf ein Ex Back, und hangle mich gerade an dem Gedanken auf, dass das was sein soll, sein wird.
Ich weiß auch, dass ich diese Beziehung (oder irgendeine Beziehung) auf meinem aktuellen Weg nicht tragen kann.
Zitat von HerrZ: Beide sind an uralten Wunden, besch*ssen angelegten Coping-Mechanismen, fehlendem Vertrauen in sich undoder den anderen gescheitert. Daran, dass sie es nicht anders gelernt haben, nicht besser wussten. Nicht anders konnten.
Und das ist es.
Ich gehe durch den Teil der Erkenntnis und es zerreisst mich, dass ich es nicht besser wusste, und ihn verloren habe. Teil dieser Dynamik war. Und ich weiß auch, dass er seinen Teil erkennen müsste. (Aber der Fokus liegt ja bei mir, ich kann ihm nichts vorschreiben bzw. bin nicht mehr in der Position etwas zu sagen.)
Wisst ihr? Ich bin keine furchtbare Freundin. Grundsätzlich meine ich. Ich hoffe, dass bei ihm auch die guten Dinge hängen bleiben.
Liebe Grüße einer wirren Odette, die Euch vielleicht braucht, um aufzuräumen.