Zitat von Odette: "Dadurch, dass er das alles mitgemacht hat, hat er sich selbst vergewaltigt."
Das tut weh. Er sieht null seinen Anteil. Ich hoffe der Termin bei der PT wird besser. Immerhin sind Trauma ihr Fachgebiet und sie sagte ihm, dass er Probleme im abgrenzen hat.
Liebe Odette,
heute habe ich mehr Zeit fürs Forum, trotzdem möchte ich meinen Beitrag ganz bewusst nur grob auf die Eckpunkte meiner Wahrnehmung zu deiner Geschichte herunterbrechen, weil ich tatsächlich finde, dass hier in vielen Beiträgen viel zu lang, breit und tief versucht wird, in deiner Psyche herumzufeudeln. Etwas, das du selbst ohnehin schon in einem gewissen... Übermaß? machst.
Mein Gedanke zum oben Zitierten: Ja, er hat massive Probleme sich abzugrenzen.
Er kann mit deinen verstörenden Verhaltensweisen nicht umgehen (sich nicht adäquat abgrenzen, dir keine Grenzen setzen).
Er will sich daher dann eigentlich von dir trennen.
Aber das wiederum erlaubst du ihm nicht, indem du ihn in seiner Ambivalenz packst, weil ihr euch doch "liebt". Auch da kann er sich wieder nicht abgrenzen, kippt um.
Du hältst an ihm fest, weil du dir in den Kopf gesetzt hast, dass diese Karre unbedingt und mit allem was geht flott gemacht werden muss, sodass sie wenigstens so gerade eben über den TÜV kommt. Völlig ungeachtet der Kosten, Mühen und Ressourcen, die dafür da rein gesteckt werden müssen (und die man dann entsprechend nicht mehr in ein Modell stecken kann, das vielleicht eine andere Lackfarbe hat, dafür aber noch aus eigener Kraft über den TÜV kommt)
Denn dein Plan scheint nicht zu sein, in deinem Leben eine stärkende, entspannende, stabilisierende, Kraft schenkende, zukunftsorientierte, schöne Beziehung zu führen. Sondern deine Stärke, Kraft, Entspannung, Stabilität und Zukunft zu investieren, um ... ja halt in der Werkstatt möglichst oft und möglichst aufwändig an der Karre herumschrauben zu können. Kannst du verstehen, warum ich so einen Eindruck gewinnen könnte, liebe Odette?
Zitat von Odette: Am Ende ja aber gut, und richtig den Abstand auch zu haben. Dadurch hat sich wieder ein kleines Netz aus Unsicherheiten, Tränen und Sorgen bei mir gesponnen
Das ist ja auch nachvollziehbar.
Denn wenn man eigentlich weiß, dass etwas bei nächster Gelegenheit den Geist aufgeben könnte sobald man ihm den Rücken zudreht,
kann man ihm doch auch gar nicht vertrauensvoll und beruhigt den Rücken zudrehen.
Unsichere Beziehungen verlangen von uns erhöhte Wachsamkeit und bringen uns zum ständigen emotionalen Kreiseln, während sichere Beziehungen uns den Rücken frei halten - sie erlauben uns, unsere Aufmerksamkeit auf andere Dinge in unserem Leben zu richten, und warten verlässlich im Hintergrund auf unsere Rückkehr.
Kurz gesagt, ich sehe in dieser Beziehung leider noch immer ein totes Pferd und würde an deiner Stelle inzwischen öfter mal in Erwägung ziehen, abzusteigen.
Angesichts deiner emotionalen Herausforderungen wäre ein Mann mit einem sicheren, stabilen Bindungsverhalten optimal für dich. Aber natürlich muss man in der Lage sein, solche Menschen zu erkennen und in sein Leben zu ziehen. Manchen ist das in die Wiege gelegt, andere müssen hart an sich arbeiten, um diesbezüglich in die Wiege gelegte Hürden zu überwinden. Du arbeitest hart an dir. Vielleicht nimmst du eines Tages doch nochmal deine Kriterien für die Partnerwahl unter die Lupe. Bei mir hat es bis in die frühen 40er gedauert, bis ich begriffen habe, was ich dir gerade schreibe. Aber anders als du habe ich davor auch nie effektiv genug um Rat gefragt
