Hallo ihr Lieben,
ich hatte heute morgen Zeit, einen Brief zu schreiben, da Chef nicht im Hause, Kollegen in einer Besprechung und ich habe mich hingesetzt und Brief Nr. 2 geschrieben.
Ich glaube, ich weiß warum es mir in den letzten Tagen so beschissen ging.
Ich fechte einen inneren Kampf mit mir selbst aus.
Seit dem 29.12. ist Ruhe, seitdem habe ich eigentlich erst wirklich Zeit gehabt, zum nachdenken. Hatte ich vorher auch, aber da war ich echt in der Schockstarre, habe immer gehofft Er wird uns vermissen. Er wird uns wiederhaben wollen. Und es kamen ja die Brotkrumen, die mich in dieser Hoffnung erstarren liesen.
Am Sonntag, als es mir so beschissen ging und ich den 1. Brief geschrieben habe, habe ich wohl angefangen zu merken, dass es so nicht mehr weiter geht. Heute, beim 2. Brief habe ich gemerkt, dass ich vor Wochen noch alles dafür gegeben hätte, wenn er vor der Tür gestanden hätte - ich hätte alles gemacht um ihm gerecht zu werden.
Aber was wäre, wenn es heute so wäre? Ich würde die Tür öffnen, ja. Aber ich könnte nicht mehr da weiter machen, wo es aufgehört hat.
Wo ist sein Invest? Wo ist sein Anteil daran, dass es nicht funktioniert hat? Warum hat er mir 2 Jahre nicht geglaubt, nicht vertraut? Warum hat er sich nicht geöffnet? Warum hat er mich von Anfang an auf Distanz gehalten? Warum habe ich das alles zu meinen Problemen gemacht und versucht, alles zu tun, damit die Beziehung funktioniert? Warum nur ich? Warum nicht er auch? Warum habe ich versucht, seinen Anteil mit zu tragen? Im übertragenen Sinne konnte er mir alles um die Ohren hauen und ich hätte Ja Chef gesagt und mich noch mehr angestrengt, damit ich die Beziehung am laufen halte.
Er hat mir 2 Jahre nicht vertraut. Er hat mir 2 Jahre unterstellt, dass ich ihn eh verlassen werde, sobald ein anderer besserer meines Weges kommt. Dabei hätten 100 Männer in einem Raum stehen können, ich hätte ihn nicht verlassen.
Ich habe mit meiner naiven Art daran geglaubt, dass wir es schaffen werden. Ich hatte den Willen dazu. Ich hätte eine Paarberatung vorgeschlagen, so dass wir dort eine gesunde Beziehung gelernt hätten.
Jede Annäherung von mir (Kommunikation) wurde als Angriff abgewertet, im Keim erstickt. Es wurde in seinem Kopfkino akribisch jeder Fehler von mir notiert, der ihn darin unterstützt hat zu gehen - es musste ja für ihn glaubhaft sein, gehen zu müssen.
Und ich habe immerzu gedacht, ich bin falsch, ich ticke nicht richtig. Aber nein, es gehören 2 dazu, immer.
Ich konnte mich nicht mehr fallen lassen, hatte null Interesse an Sechs. Ich habe den Fehler bei mir gesucht, ich habe gedacht, ich bin nicht normal, habe im Internet gesucht, woran es liegen könnte, dass meine Lust weg ist. Selbst da habe ich nicht sehen wollen, dass es das Ergebnis der ganzen Zeit war. Ich habe kein Vertrauen bekommen, war unsicher, wie soll man da bitte Lust auf Intimität haben? Das habe ich alles nicht geschnallt.
Ich habe nicht geschnallt, das er der Feigling in dieser Beziehung war. Er hat alles aufgegeben, nicht ich. Und warum? Weil es EINFACH ist. Weil er es KONNTE. Er musste es sich ja nur immerzu einreden, dann passt es auch.
Wenn ich anfange mir was einzureden, dann passt es für mich auch irgendwann. Nur, ich bin so nicht.
Ich suche das Gespräch, ich will verstehen, ich will nachempfinden, ich will Dinge greifen können und dann nach Lösungen suchen. Das bin ich.
Ich habe nicht geschnallt, dass es SEINE Probleme sind, nicht meine.
Er unzufrieden? Meine Schuld.
Er eifersüchtig? Meine Schuld.
Er nicht selbstbewusst? Meine Schuld.
Meine platonischen Freunde? Meine Schuld.
Meine Kommunikation? Meine Schuld.
Ich glaube, wenn man mir Atmen als Schuld auslegen könnte, hätte er das auch noch gemacht.
Kam mit seiner besten Freundin nicht klar. Meine Schuld.
Jedes Wort von mir - Goldwaage. Meine Schuld.
Ich könnte das jetzt noch endlos weiterführen.
Und ich glaube, dass ist das, was mich die letzten Tage auf dem letzten Loch hat pfeifen lassen. Weil ich im Unterbewusstsein gemerkt habe, dass so vieles im Ungleichgewicht war und ich wollte das nicht wahrhaben. Aber das Unterbewusstsein lässt sich nicht besch.n und daher - gings mir so beschissen und ich hatte keine Ahnung warum. Im Gegenteil, ich habe schon geglaubt, ich werde total gaga.
Und auch wenn ich Paranoid klinge, dass ich die Fotos aus HH sehen konnte, kann kein Zufall sein. Es gibt Mittel und Wege so etwas zu verhindern und auf einmal, krieg ich die so aufs Auge gedrückt? Nee, ich glaube an keine Zufälle mehr.
Ich verliere immer mehr den Glauben an alles, was mit ihm zusammen hängt.
Ich habe diesen Mann wirklich geliebt, er war der größte für mich, im wahrsten sinne des wortes und er wusste das nicht zu schätzen, konnte es nicht annehmen.
Was für eine Enttäuschung, was für ein Schmerz.
