Zitat von Ricky:
Gut, dann wärst Du in diesem Bereich in den A**** gekniffen.
Ich weiß, dass ich in einer denkbar ungünstigen Situation bin. Ich fange im Falle einer Trennung fast komplett bei Null an - nur dass ich zwei Kinder habe, die bei ihr leben werden. Finanziell keine Rücklagen, weil alles in den Umbau geflossen ist, von dem ich nichts mehr habe.
Wenn ich nur Unterhalt für die Kinder an sie zahlen muss, habe ich höchstens1300 Euro übrig, von denen dann mal locker 700 Euro für die Miete drauf geht und ich habe dann noch keinen Sprit gezahlt und noch nichts zu essen. Ein Eigenheim rückt für mich damit erstmal weiter weg.
Zitat von Ricky:Das ist dann der Anfang vom Ende. Damit geht's bergab. Dann kannst Du, wärst Du denn abgebrüht genug, nur noch sagen: "Gut, wir öffnen unsere Ehe...", dann wäre es für beide gleich, und auch Du kommst zur Butter beim Brot. Wenn Du das nicht kannst, was auch nachzuvollziehen ist, dann ist hier der Schnitt wichtiger.
Wir hatten das auch versucht unter der Vorrausetzung, dass wir zuerst uns als funktionierende Basis nehmen. Dass wir uns zuerst auf uns konzentrieren und uns an Regeln halten. Eine Regel lautete keine Affäre... keine Gefühle. Aber das war auch nichts Freibrief gedacht um wild rumzuv*****, sondern falls mal jemand käme.
Ich war mir damals weder über den Ernst der Lage wirklich bewusst (sie evtl auch nicht) und auch nicht, wie mich das ganze doch mitnimmt.
Die Einigung zur offenen Beziehung ist hinfällig, sie meint selbst, dass das nicht funktioniert und sie will erstmal nichts von anderen Kerlen wissen. Soweit zumindest das mündliche Zugeständnis ihrerseits- was sie wirklich tut, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.
Zitat von Ricky:Und das ist dann der noch viel tiefere Stich. "Ich bin nicht glücklich. Und weil ich damit nicht klarkomme, geb ich Dir die Schuld und suche mein Glück in einer neuen Beziehung." Wahrscheinlich bist Du mittlerweile zu sehr die "sichere Bank" und das hat Dich S.uell unattraktiv gemacht.
Wir hatten in der Zeit, in der sie Sven kennenlernte auch miteinander geschlafen und ich habe das als Mitleid-S. bezeichnet. Mittlerweile weiß ich woran ich in der Sache bin und ziehe mich halt dafür auch von körperlichen Zuwendungen meinerseits zurück (Massa.n und so).
Dass ich das "heiße Eisen" im Feuer bin, habe ich gemerkt und sie kennt meinen Standpunkt dazu. Dazu schreibe ich gleich noch mehr.
Zitat von Ricky:Auf gar keinen Fall. Das Aussitzen ist der größte Fehler der geht, d.h. wirst Du jetzt nicht tätig bzw. sitzt ebenfalls nur mit rum, wirst Du Deinem Ruf als "Mann" nicht mehr gerecht. Ein Mann, der dann nichts in die Hand nimmt, der wird als "Lauch" abgestempelt. Ob man's glaubt oder nicht, aber Frauen wollen Männer trotzdem noch als "Macher" sehen, drauf geschissen, was Dir falsche Emanzipation suggerieren will. Du musst jetzt eindeutig Deine Grenzen wahren. Wenn ihr ne "Auszeit" nehmt, ist das ja letztlich auch nur der Türöffner zu: "Ich kann jetzt S. haben mit wem ich will..." und die Gefahr, dass sie ihr Herz aufgrund von Überbewertung ihrer Gefühle an einen anderen verliert, der nämlich seine Grenzen wahrt und ihr klarmacht: "Ja, ich bin ein Mann", ist dann leider nicht unendlich klein - ganz im Gegenteil. Der Pro Punkt für Dich ist, dass sie selbst sagt: "Ich bin verwirrt." Die Übersetzung hier ist: "Ich weiß nicht was ich will, aber Du zeigst mir ja auch nicht was ich will... und so wie Du verharrst in dem Nichtstun, wirst Du es auch nicht wieder werden."
Richtig, ich habe keine Lust auf Aussitzen. Ich möchte die Probleme aktiv angehen. Die größere Blockade hat sie aktuell, weshalb SIE sich durch das Gespräch mit dem Therapeuten Klarheit verschaffen muss. Ich weiß, was ich will und was nicht und ich hab ihr das kürzlich in aller Deutlichkeit gesagt. Dennoch ziehe ich hier deutliche Grenzen, auch wenn ich noch zu Hause bin. Noch mehr "Mann" oder "Macher" sein geht wahrscheinlich nur, wenn ich sie verlasse. Aber das scheint der Beziehung nicht zu helfen, weil sie das mehr als Trotzreaktion und den Versuch einer Strafe ansieht.
Vom Nichtstun bin ich mittlerweile entfernt, auch wenn ich ihr die Zeit bis zum Termin mit dem Therapeuten (Gespräch ist am 08.12) auf jeden Fall einräume.
In der Zwischenzeit mache ich mich so gut wie es geht rar und wenn mir was nicht passt, dann wird das gesagt.
Zitat von Ricky:Ja, das kenne ich so nicht. Eine Frau, die dann plötzlich keinen Bock mehr aufs Bett hat, der fehlt irgendwas. Da fehlt n Reiz im Kopf und n Stimuli in den Nervenenden. Wie Du den wiederfindest, ist halt nicht so einfach. Viele erhoffen sich eine Schritt-Für-Schritt-Anleitung, aber die gibt's nunmal nicht. Die Faustregel ist "Du musst anziehend sein", aber da gibt es ja auch genügend Unterschiede, was eine Frau anziehend findet. Einige mögen's rough, die anderen easy... manche mögen's mal so und mal so. Die Situationen um eure Kinder sind halt eine Sache, aber dass Eltern gerade in den ersten 2 Jahren eher "funktionieren" anstatt alles Andere, ist jetzt auch nichts Neues mehr. Mir macht hier eher Sorgen, dass bei ihr jetzt offenbar der Nachwuchs abgehakt wurde, der bei Dir ja scheinbar auch in guten Händen gesichert ist und schwupps wird wieder auf "Ich kann jetzt wieder solo rumziehen" geschaltet. Dasn bisschen gruselig und spricht auch nicht für tolle Erziehung. Aber das ist halt auch absolut nicht neu.
Nun... sie machte mich schon zu Beginn unserer Beziehung darauf aufmerksam, dass ihre Lust irgendwann abflaut... aber dass es so werden würde, hätte ich nie gedacht... manchmal haben wir 4 Wochen lang keinen Sx. und manchmal dann innerhalb kurzer Zeit mehrmals. Damit habe ich mich lange abgefunden, bewerte das aber aufgrund der aktuellen Situation neu, weil ich eigentlich körperliche Nähe (kuscheln, streicheln und so) wichtig finde.
Mir ist klar, dass ich äusserlich unattraktiv wurde und optisch vielleicht nicht wie der größte Frauenaufreisser bin. Zu dieser Unsicherheit gehört diese sachliche Selbsteinschätzung dazu.
Da sie weniger experimentierfreundlich war und zum Sx immer zwei dazu gehören ist es natürlich leicht zu sagen: "Du bist langweilig geworden" - den Schuh kann sie sich dann auch anziehen
Ihre Mutter ging lange davon aus, dass es halt nur einfach ein Kerl ist, der ihr nicht ausm Kopf geht... sowas könnte ich selbst auch verstehen, weil ich mich auch vor einigen Jahren plötzlich wieder für eine ehemalige Schulkollegin interessierte. EIne Trennung oder gar Affäre stand für mich aber niemals zur Debatte.
Jedenfalls ist ihre Mutter aus allen Wolken gefallen, als ich ihr unsere Situation grob schilderte - sie selbst ist ihrem Mann vor Jahren mal untreu gewesen, aber so wie ich das verstand, was das keine Affäre und eine Trennung stand auch nicht im Raum.
Zitat von Ricky:Natürlich kannst Du das nur bedingt. Deshalb wird ja auch auf die abgewälzt. Die Sache ist eben die, dass Du ihr nur "Glück" bescheren kannst, indem Du auch mal Dinge für Dich einforderst. Ich habe aber den Eindruck, dass Du zu verkopft bei der Sache bist. Du möchtest es gern gerecht machen, aber in Emotionen gibt's keine Gerechtigkeit.
Momentan übernimmt mein Kopf ALLES. Ich schätze das ist eine Art Selbschutz und den Schalter kann ich selten umlegen, egal wie ich möchte. Habe schon selbst den Eindruck, dass ich nicht richtig rund laufe und möchte diesbezüglich in Therapie. Aber momentan bin ich ganz froh, dass das so läuft... denn nur so kann ich funktionieren. Ich steh auf der Arbeit kurz vor einem Burnout und kann es mit dieser zusätzlichen Belastung zu Hause einfach nicht erlauben, nicht zu funktionieren. Dieses Jahr war der berufliche Wechsel geplant, dann kamen ihre Ziele dazwischen und der nächste Anlauf wurde durch eine autoimmunbedingte Leberentzündung im Keim erstickt.
Ich hatte emotionale Reaktionen... Ausbrüche im Juli und August, bei denen ich mich in den Serverraum verkrochen und Nervenzusammebrüche hatte.
Ich hatte in den letzten Wochen seit sie ihren anderen Typen an der Leine hat mehrere Heulanfälle und habe am Wochenende unter starkem Alk. mit Bombardements über WhatsApp angefangen.
Momentan stelle ich alles hinter unsere mögliche "Rettung" an, aber das Jahr ist einfach grundsätzlich gelaufen.
Zitat von Ricky:
Na siehste. Und das spricht halt nicht für sie. Das ist unerzogenes Teenie-Verhalten. Sie kann auch nicht für den Rest des Lebens ihren "Weltschmerz" von allen abhängig machen, aber nicht von sich selbst. Ist sicherlich ätzend früher gemobbt worden zu sein (was auch immer das heutzutage heißt, viele übertreiben da auch sichtlich und nehmen es dann als Ausrede für ihr A*schlochverhalten, aber gehen wir mal davon aus, es war tatsächlich übel), aber dann muss sie das angehen in einer Therapie oder sonst was. Nur den Körper fit zu machen, um sich dann von anderen Kerlen aufn A*sch blicken zu lassen ist keine Lösung für gar nichts, wenn man mit sich selbst null im Reinen ist. Das vergeht nämlich - schneller als ihr lieb ist.
Ich hoffe ja, dass das Gespräch mit dem Therapeuten oder dann die Eheberatung auch genau das klarstellt... weil sie selbst sieht das vermutlich kaum Zusammenhänge oder Handlungsbedarf. Neulich hat ein ehemaliger Schulkollege sie angeschrieben. Er hatte sie damals gemobbt und fand sie nun natürlich heiss und wollte sie v***ln - das ging soweit, dass er ihr sogar ein Bild von seinem steifen Teil schickte. Für sie war es einerseits amüsant und andererseits auch half es ihrem Selbstbewusstsein, dass sie nun besser ankam. Ich denke die Aufmerksamkeit fremder Menschen, die sie vorher nicht mit dem A**** angesehen haben ist ihr wichtiger, als den Rückhalt und die Bestätigung, die ihr jemand gibt, der seit 12 Jahren zu ihr steht, komme was wolle.
Aber ob sie dadurch mit sich ins Reine kommt? Ich bezweifle es und manchmal überlege ich, ob ich da nicht einfach A****loch genug sein sollte und sie reinlaufen lassen sollte.
Zitat von Ricky:1. Jeder ist in einer gewissen Form abhängig von Anderen. So funktioniert Sozialisation nunmal. Unsere Gesellschaft funktioniert nur so.
2. Es ist duchaus möglich, dass diese Selbstständigkeit auch nur aufgrund des Mobbings entstand, weil sie da Mechanismen erlernt hat, die ihr Schutz bieten. Wirkt dann immer sehr selbstständig, ist es aber nicht in die Grundfesten. Aber immerhin ist es ja gut, wenn sie sonst ihren Alltag geregelt bekommt.
Ich denke, Du bist jetzt am Zug, musst klarmachen, was für Dich geht und was auf gar keinen Fall geht. Und dann danach leben. Nicht nur sagen, sondern machen. Und wenn Du das tust, wird sich da auch direkt was ändern. Kündigst Du aber Dinge an, die Du dann nicht durchziehst, dann verlierst Du. Also... choose wisely.
Ich habe ihr gesagt, dass ich das nicht länger mitmache. Ich weiß, dass sie nicht einfach den Schalter umlegen kann. Vielleicht wollen wir beide erstmal wissen, ob das nur irgendeine Kopfsache ist oder ob die Probleme doch noch tiefer gehen... je mehr ich darüber aber nachdenke und alles durchspiele, desto mehr verliere ich die Hoffnung.
Ich danke dir jedenfalls für deine gut durchdachten Worte.