Melli86
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Ich habe mich nun auch entscheiden meinen eigenen Tread aufzumachen, um hier vielleicht etwas Mut und Zuspruch zu bekommen, vielleicht auch ein paar Tipps wie ich mit meinen Gefühlen umgehen könnte.
Ich hätte nie im Leben gedacht, dass mir so etwas passieren könnte, aber es ist passiert. Mein NM hat sich für ein anderes Leben entschieden. Er fast 40 (Midlifecrisis?), erfolgreich, hat eine sehr gute berufliche Position und will sich auch weiter auf der Karriereleiter entwickeln. Ich, 35. Wir haben eine 2,5 jährige Tochter. Waren 6 Jahre zusammen, 3 davon verheiratet.
Wir hatten eine sehr intensive und schöne Anfangszeit (etwa 1 Jahr) bis wir zusammen gezogen sind. Danach hat sich (seiner Meinung nach) eine gewisse Gleichgültigkeit eingestellt und ir hätten uns für einander nicht mehr so sehr interessiert (was ich eigentlich so nicht unterschreiben kann) Wir beide haben viel gearbeitet. Am Wochende wollte er entspannen. Ich bin eher ein Mensch der doch lieber etwas unternimmt als zu Hause zu hocken. Klar, wir gingen mal ins Kino, Tierpark oder mal einen Auflug gemacht. Aber irgendwie hat mich das nicht glücklich gemacht, zumal ich oft den Eindruck hatte er macht es mir zu Liebe und ist selber nie wirklich dabei. Wir sind in eine Kleinstadt gezogen (wegen seinem Job). Ich habe mich hier nie wohl gefühlt (bin ein Großstadt Mensch, Familie weit weg), habe kaum Anschluss gefunden. Dann haben wir uns entschieden ein Kind zu bekommen, was meine Isolation noch mehr verschlimmerte. Die ersten 1,5 Jahre mit Baby waren die Hölle! Erstmal ungeplanter Kaiserschnitt, starke Schmeren monatelang, Stillprobleme, nachts alle 20 Minuten aufstehen, weil das Baby nicht geschlafen haben. und das ein Jahr lang! Ich war ein Wrack! Ich habe ihn in dieser Zeit so sehr gebraucht. emotional. Natürlich hat er viel gearbeitet, ich habe ihm den Rücken frei gehalten, er hat eingekauft, aufgeräumt, gekocht. Aber die emotionale Unterstützung war nie da. Er ist nachts auch kein einziges Mal aufgestanden. Und ich wollte infach nur schlafen! Naja, die Probleme häuften sich und wir haben uns irgendwie voneinander distanziert.
Vor etwa einem Jahr hat er sich schlagartig verändert. Ist viel nachdenklicher und zurückgezogener geworden. Ich wusste nicht was mit ihm los ist. Habe versucht an ihn ranzukommen. Wir haben 8 Monate nebeneinander hergelebt und kaum gesprochen. Ich habe versucht ihm eine Paartherapie schmackhaft zu machen, er wollte nicht. Habe sie dann alleine gemacht, weil ich mir nicht weiter wusste. Habe ihm einen Brief geschrieben. Es wurde zeitweise besser, dann wieder schlecht. Immer dieses auf und ab. Und vor zwei Monaten bemerke ich, dass er intensiv mit jemandem schreibt und nur am Handy hängt. Habe ihn zu Rede gestellt. Es stellte sich heraus, dass es seine Arbeitskollig ist (sie ist fast genauso alt wie er,
also kein junger Hüpfer! Und genauso erfolgreich mit einer hohen Position), für die er Gefühle hat. Das läuft seit einem Jahr! Er hat (wie er sagt) nichts mit ihr angefangen, hat versucht diese Gefühle zu unterdrücken, zu verdrängen und gehofft, dass wir es noch hinbekommen. Auch die Frau sagte wohl solange hier nichts geklärt ist, brauchen die sich keine Gedanken um eine gemeinsame Zukunft zu machen. Tja, wann hatte er vor mir das zu sagen? Ich fühle mich dermaßen wütend, gekränkt, enttäuscht, gedemütigt! Er konnte uns keine Chance geben, weil er sich für sich schon längst aus der Beziehung verabschiedet hat und eine andere Frau im Visier hatte. Er hat sich, wie er sagt, gequält und hat es sich mit der Entscheidung nicht leicht getan. Hilft mir nur nicht weiter. Ich wusste nichts von seiner Gefühlswelt und konnte ihm da nicht raushelfen. Er hat mir keine Möglichkeit gegeben.
Ich wohne jetzt mit meiner Tochter in unserer Wohnung alleine (er wird die Wohnung noch einige Monate finanzieren). Er kommt zwischendurch, übernachtet auch hier und bleibt mit der Kleinen jedes zweite Wochenende hier, ich fahr weg. Noch möchte ich nicht, dass er sie mit zu der Neuen nimmt. Er hätte jedoch keine Probleme damit.
Ich bin so wütend und traurig Ich kümmere mich die ganze Woche alleine ums Kind und er genießt sein neues Glück und seine neue Unabhängigkeit! Zudem muss ich meine Tochter auffangen, die ständig fragt wo der Papa ist. Mir zerreißt es das Herz!
Ich liebe ihn noch. Das macht alles so kompliziert. Ich fühle so eine Leere in mir und habe Angst wie es in der Zukunft alles laufen soll. Ich bin hier komplett alleine und würde natürlich zu meiner Familie ziehen (400 km von uns). Er will uns aber nicht gehen lassen. Zudem habe ich einen neuen Job und möchte auch erstmal wegen der Kita und der gewohnten Umgebung hier bleiben, um es für die Kleine nicht noch komplizierter zu machen als es eh schon ist.
Ich weiß momentan gar nicht wie ich es alles schaffen soll. Hänge noch zu sehr in der Vergangenheit, in den schönen Zeiten, die wir miteinander hatten. Versuche mich schon abzulenken, wegzufahren, auszumisten. Alles passiert mit Tränen, kann nicht so richtig abschalten.
Vielleicht kennt hier der eine oder andere Wege, wie man sich von dem Ganzen distanzieren kann und sich auf die Zukunft konzentrieren kann Es vergeht kein Tag ohne Tränen, ohne dieses Gefühl des Verlorenseins und Alleinseins. Ich will alles wieder wie es war, an uns arbeiten und uns eine Chance geben. Ich weiß, dass es nicht möglich ist! Laufe ihm auch nicht hinterher (ganz im Gegenteil. sage ihm immer wieder er soll endlich alle seine Sachen packen und gehen!) Und gebe ihm Raum für seine Gefühle. Aber es ist verdammt schwer und kaum zu ertragen!
Tut mir leif für den langen Text und das Lesen!


Habe nächste Woche eine zweite, mal schauen. Leider ist das Ganze nicht günstig, Krankenkassen übernehmen das nicht. Bleibt nur zu hoffen einen Therapieplatz zu bekommen.
Ich hatte so eine hohe Meinung über diesen Mann! Letztendlich ist es einer von Vielen, die sich sowas leisten! Ich weiß nicht ob ich ihn jemals ernst nehmen kann