ChristianusD
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Ich bin durch Zufall auf das Forum gestoßen, Suchworte waren eingentlich Arbeitskollegin. . Trennung und schon war ich hier.
Kurz zu mir. Ich bin 48 Jahre alt, stehe finanziell gut da, dachte immer, ich bin gefestigt bei mir selbst, obwohl ich Baustellen in der Kindheit habe, die wohl aber jeder irgendwie hat. Ich habe Informatik studiert, arbeitete bis August 2024 bei einer Privatbank im Norden Deutschlands. Ich habe zudem noch BWL studiert, nebenbei, und meine Zeit immer gut gefüllt. Mit Frauen, bzw. dem Kennenlernen hatte ich bis Ende 30 nie Probleme, wurde allgemein hin als sehr sportlich, zugänglich und attraktiv beschrieben. Ich habe in Hamburg einen kleinen Freundeskreis, zwei Freunde, mit denen ich studiert habe. Hobbys, Sport, Wandern, Joggen, . .
Ich wurde 40 und hatte das Gefühl, ich lerne keine Frauen mehr kennen,ich begann zu zweifeln, bin ich noch attraktiv, bin ich noch liebenswert oder war ich es nie? Meine letzte Beziehung, 3 Jahre, war 2020 und endete mit Corona. Seither vielleicht drei Frauen kennengelernt, die mich ablehnten.
Und dann kam eine berufliche Veränderung 2024 gerade recht. Ich zog für ein Projekt nach Frankfurt zu unserer Hauptstelle. Ich hatte zu der Zeit etwas Streit mit meinen Eltern, die das nicht für gut hießen, da sie mich gern in der Nähe halten wollten. Zu meinen Eltern habe ich ein vertrautes aber gespaltenes Verhältnis. Meine Mutter war immer von extremen Stimmungsschwankungen geprägt, wir Kinder mussten die Stimmung immer fühlen, messen und irgendwie uns danach richten. Ich galt als eher angepasstes Kind, das schwer Nähe zulassen konnte.
Dann November 2024 war es soweit, ich zog in die Bankenmetropole. Wir waren 20 Leute, unser Job war der Aufbau eines neuen Systems, es war spannend, aber ich fühlte mich entwurzelt. Ich stürzte mich in Sport und Arbeit, hatte hier ja sonst nicht viel.
Ich lernte eine Arbeitskollegin kennen, die kam kurz später, Dezember 2024 und wohnte auch in der Nähe Frankfurt. Sie hat dort eine Eigentumswohnung. Ich wohnte in einer Wohnung, die ich bezahlt bekam, aber das ganze war eher ein Übergang, die Wohnsituation war eher temporär. Wir waren angehalten uns etwas zu suchen, die Bank zahlte. Ich fand aber nichts, was passte, darum wohnte ich erstmal weiter in einer Art Banken WG, das war schon sehr sehr luxuiös, aber die Wohnungen sollten eigentlich nur zum Übergang dienen.
Als ich das erste mal meiner Kollegin begegnete, war es als hätte ich einen Funkenschlag im Kopf. Sie sah gut aus, 52 Jahre alt, also wirkte total gesetzt, attraktiv, erfahren, seriös und irgendwie von Kopf bis Fuß mein Typ, auch wenn man ihr durchaus das Alter angesehen hatte. Ihr Lebensstil, die Gesamterscheinung . ich war total begeistert. Insbesondere die Aussage gegenüber dem Vorstand "Wenn das Projekt nicht so läuft wie ich mir das vorstelle, bin ich auch schnell wieder weg", haute uns alle irgendwie um, wir hätten uns das nicht getraut.
Nachdem wir stundenlang im Büro und Pausenraum sprachen, tauschten wir Nummern. Ich kann mich noch genau an jeden Tag erinnern, Wir telefonierten abends oft bis 2 Uhr nachts, waren beide platt am kommenden Tag, trafen uns dann auch an den Wochenenden, ich hatte das Gefühl, ich habe hier eine Frau, die sich erstmals um mich bemüht, und zwar richtig, ich hatte kein Auto vor Ort, sie fuhr, sie organisierte alles, ehe ich es tun konnte. Ich kannte das so nicht, erstmals war es kein Kampf, sie rief mich einfach an, ich musste nicht ständig hinterherlaufen. Ich erinnere mich noch, wie ich damals dachte: Jackpot.
Ihr Lebensstil entsprach allerdings überhaupt nicht meinem, das war mir zu dem Zeitpunkt egal. Eher schlechter Ernährungsstil, eher bequem, während ich belesen und sportlich bin, ist sie eher der Fast Food Mensch (dem man die schlechte Ernährung nicht ansieht) und begnügt sich eher mit viel Sex und Trash TV am Wochenende. Ich bin eher jemand, der gern wandern geht. naja, das war erstmal egal, ihr kennt das, man ist verknallt, verliebt und so weiter.
Irgendwann rückte die Wohnungsproblematik im Januar 2025 näher, und so kam es wie es kam, ich zog bei ihr ein, ein riesiger Fehler. Von Kennenlernphase war kaum zu sprechen. irgendwie katapultierte sie mich in die Beziehung, ehe ich mich versah. Da ich sowieso ständig am Wochenende bei ihr war, allerdings zu diesem Zeitpunkt noch all meine Freiräume hatte, auch mal nach Hamburg zu fahren, war das eigentlich ein Jackpot wie er im Buche steht.
Ich zog Mitte Januar mit wenigen Sachen bei ihr ein, viel war es nicht. Mit dem Einzug verschlechterte sich ihre Laune zunächst noch nicht, aber ihr war es nicht recht, dass ich zb Samstags gern nach dem Aufstehen eine Stunde joggen ging. Argument: Sie wolle nicht von mir geweckt werden, sondern mit mir noch im Bett liegen. Es ging ihr irgendwie einfach darum, dass ich mit dem Joggen aufhöre, denn es war als wäre es egal, ob ich nach dem Aufstehen, vor dem Mittagessen. .sie wollte dass ich das künftig lasse. Da ich dagegen argumentierte, wurde die Stimmung bereits im Februar recht eisig.
Als ich mit einem Infekt im Bett lag, und sie abends feiern ging, dachte ich erstmals, dass hier was nicht stimmt. Um 5 Uhr kam sie heim, ich war dann auch wach, als sie mich weckte und am kommenden Tag waren leichte Vorwürfe zu hören, dass ich mir den Infekt garantiert eingefangen habe, weil ich mit Kollegin A und B (weitere Kolleginnen in unserem Projekt, auf die sie dauerhaft eifersüchtig war, weil ich mit denen gut konnte) ständig flirten würde, was nicht stimmte. Ich weiß noch an dem Wochenende erkundigten sich Kollegin A und B nach meiner Genesung. Da ich wusste, dass das für sie rotes Tuch war und ich keine Diskussionen haben wollte, verschwieg ich das zuerst, "beichtete" aber abends, dass beide Kolleginnen mich angeschrieben hatten. Sie kassierte mein Handy ein, las den Chatverlauf und schwieg. Das ging dann eine Woche. Im Büro sprach sie das Notwengste, ich musste auf dem Sofa schlafen.
Erst nachdem ich mich entschuldigt hatte, kam es nach einer endlosen Schleife an Diskussionen, in denen sie mich beschimpfte, als Fremdgeher, Betrüger, Lügner, irgendwann zur Versöhnung und sie wolle mir noch mal eine Chance geben.Ich erinnere: Zwei Kolleginnen, mit denen ich mich gut verstand, beide vergeben, erkundigten sich per Whatsapp nach meiner Genesung, mehr nicht. Und mit beiden sollte ich ab sofort nicht mehr sprechen im Büro.
Ab dem Zeitpunkt fing das Drama an, jeder Tag wurde zum Überlebensmodus, von gemeinsamen wunderschönen Unternehmungen, wie 2024, von einfach schönen Kuschelmomenten war nichts mehr zu spüren.
Dass ich nach Hamburg wollte, also meine Eltern besuchen, war ihr auch ein Dorn im Auge, mit wollte sie auch nicht, und zur Strafe ging sie dann mit Kollegen feiern und war abends nicht mehr erreichbar in Frankfurt.
Man konnte mit ihr null, wirklich null diskutieren, streiten, Lösungen herbeiführen, es war nicht möglich. Es war als ob man mit einer hängenden Schallplatte spricht, die im Rahmen der Diskussion immer lauter und kratziger wird.
Sie schmiss mich nach einem völlig nebensächlichen Streit eines Tages im April aus der Wohnung, ich hatte keinen Schlüssel und war nicht dick angezogen. Sie machte dann die Tür auch nicht mehr auf, ich musste bei einem Arbeitskollegen übernachten. Sie war bockig wie ein Stier.
An der Stelle war mir klar, dass funktioniert so nicht, aber wir sahen uns täglich im Büro, und ich wohnte ja zwischenzeitlich bei ihr. Nach und nach erfuhr ich, dass mein Vorgänger wohl das selbe erlebt hatte. Das ging aus der Erzählung einer ehemaligen Freundin hervor, die ich über die Arbeit kennenlernte.
Ich war gefangen, hatte massive Schlafprobleme, musste immer wenn ich "böse" war auf dem Sofa schlafen, eine neue Wohnung war so schnell nicht in Sicht. Ich versuchte so schnell wie möglich nach Hamburg zu kommen.
Das Schlimmste war, inzwischen war mein Job in Hamburg belegt und in Frankfurt war der Job eigentlich deutlich besser, auch sonst gefiel es mir hier besser, also machte ich mich auf Wohnungssuche und zog aus. Gleich im Juni. Es folgte die Trennung ihrerseits.
Im Büro ging sie auf minimale Kommunikation. Da ich so verwirrt war, versuchte ich seit der Trennung ein klärendes Gespräch zu finden, das bislang fehlte. Sie war nicht zugänglich, für sie, in ihrer Welt war ich schuld daran, mit meinem Verhalten, dass unsere Beziehung nicht funktionierte, ich sei ein Lügner, Fremdgeher, vernachlässige sie und sowieso komplett unmännlich.
Der Kontakt brach komplett ab, im Büro sahen wir uns ständig und irgendwann hatte ich einen Verdacht auf Herzinfarkt im Büro und brach zusammen, das war im Oktober 2025. Es folge Reha, und der ganze Kram, seit November 2025 bin ich wieder fit und hergestellt. Es war ein Zusammenbruch, ich vermute stressbedingt, organisch ist alles super.
In der Reha versuchte ich eine Therapie zu bekommen, jedenfalls sagte mir mein Gefühl, dass mir das helfen könnte, leider war die Reha Einrichtung dafür überhaupt nicht ausgerichtet und jetzt suche ich eher nach einer Therapie als nach einer physischen Reha.
Im Büro ist seit November alles für mich katastrophal. Während ich in der Reha war, erkundigten sich alle Kollegen bis auf sie nach meiner Gesundheit. Als ich mein Handy ansah, sah ich nur, dass sie mich blockiert oder gelöscht haben musste.
Um irgendwie damit klar zu kommen, ging ich ihr weitmöglichst aus dem Weg. Im Dezember wünschte sie mir im Büro schöne Weihnachten und tat so, als sei nie etwas gewesen, es machte mich mehr als fassungslos.
Ich bin jetzt dabei, mich mental wieder zu stabilisieren. Was mir hier in Frankfurt besonders schwer fiel waren die Wochenenden. Sie hat ihren Freundeskreis hier, gut gepflegt, auch während der kurzen und drastischen Beziehung, während meine zwei Freunde in Hamburg sind und ich hier niemanden habe. Ich war das gesamte Jahr über nur mit ihr beschäftigt und meiner Gesundheit. Soziale Kontakte aufbauen? Fehlanzeige. So langsam habe ich aber gewisse Routinen wieder aufgebaut und alle 14 Tage fahre ich zu meinen Eltern nach Hamburg.
Was ich jedoch seit einigen Wochen feststelle ist, ich habe Rückfälle und zwar massiv. Ich komme manchmal an den ersten Stellen, Bars oder Straßen vorbei, wo wir 2024 zusammen Dates hatten und bekomme massive Atemprobleme. Neulich war ich mit einer Kollegin in einer Bar, in dieser Bar war ich damals mit meiner Ex und ich bekam unglaubliche Schluckbeschwerden und musste raus.
Leider kann ich auch die Kollegen nicht einweihen, keiner weiß, dass da je was lief. Auch wenn jeder wusste, dass wir uns gut verstehen, hat zum Glück auch keiner gemerkt, dass wir zusammen wohnten.
Nun kommt es noch besser. Sie hat seit Herbst, das muss der Zeitpunkt gewesen sein, wo sie meine Nummer gelöscht hat, einen neuen Freund. Zunächst hat mich das erleichtert, weil sie mich dann in Ruhe lassen würde, so meine Denkweise und das war auch so, aber vor einigen Wochen war es ein erneutes Drama.
An Weihnachten war ich in einem Restaurant und lud eine Kollegin einer anderen Bank ein (keine Sorge, anderer Arbeitsplatz, anderes Gebäude, anderer Stadtteil. .) und wir unterhielten uns. In dem Moment betrag meine Ex mit ihrem (ich vermute) neuen Freund das Restaurant und kam zu mir, beschimpfte mich leise, so dass es nur meine Begleitung und ich mit bekam als Fremdgeher, Betrüger und wünschte einen schönen Abend. Meine Begleitung war natürlich von diesem Auftritt entsetzt, ich auch.
Seither bin ich fast non stop am googlen, ob meine Ex eine Erkrankung hat und wie ich auf diese Person rein fallen konnte, was mit mir geschehen ist. Während ich im dachte, ich hätte das gut verdaut, nach der Reha keinerlei Kontakt mehr hatte, war dann plötzlich alles wieder da, und Triggerpunkte überall. Wie konnte mir das nur passieren frage ich mich.
Sie war anfangs so liebevoll, fürsorglich, später kritisierte sie einfach alles, sogar wie ich esse, atme oder die Tür schließe, einfach alles. Im Büro ist sie nach außen ein unfassbar netter, höflicher Mensch, während der Beziehung neigte sie zu regelmäßigen Gewaltexzessen gegen mich.
Vor allem bewege ich mich gerade an sehr vielen Wochenenden, in denen ich allein und stellenweise auch einsam bin, was ich vorher nie war, ich war nie einsam, auch wenn ich allein war, seit der Trennung fühle ich mich leer und einsam, . meine Gedanken kreisen um sie und ich kann nicht los lassen.
Freue mich über Tipps und Feedback und an der Stelle kann ich nur raten: Finger weg von Kolleginnen, egal wie lieb und nett sie scheinen.