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Trennung nach 14 Jahren von der ersten großen Liebe

A
Zitat von greeny88:
Das habe ich mir manches Mal auch schon überlegt. Wir haben allerdings über diese Dinge in der Vergangenheit auch geredet bzw. ich habe ihn ...

Auch hier wieder: Du bist schon die beste Freundin des bestes Freindes, oder? Toll.

Aber: Harmonie wird überschätzt.

Wo ist die Würze?

Und wer über S. erst Gespräche führen muss..

09.06.2024 22:45 • #16


greeny88
[quote=Arnika:r232S.y]Auch hier wieder: Du bist schon die beste Freundin des bestes Freindes, oder? Toll. Aber: Harmonie wird überschätzt. Wo ist die Würze? Und wer ...[pid:r232S.y]3584725[/pid:r232S.y][/quote:r232S.y]
Ja, das stimmt vermutlich wirklich. Ich hatte aber auch nie einen Vergleich, was das Thema angeht, ich war da absolut unerfahren. Ich habe immer versucht, vieles mit Reden zu klären und war der Meinung, dass er offen und ehrlich zu mir ist. Mit den Jahren wurde die Würze zwischen uns weniger und ich wollte wissen, warum. Darum das Gespräch - ob ihm selbst etwas fehlt oder die Anziehungskraft nachlässt oder auch wieder hergestellt werden kann. Was wir tun können, damit es zwischen uns nicht ganz einschläft. Mir selber waren andere Dinge in unserer Beziehung immer wichtiger. Da er von sich aus aber nie über das Thema geredet hat, hatte ich eben das Gefühl, ich müsste es aus ihm herauskitzeln. Ich finde, auch an soetwas kann man in einer Ehe arbeiten. Sich neu entdecken, neue Wünsche äußern, experimentieren. Er hat immer nur gesagt, alles wäre okay, er hätte keine Wünsche. Auch hier wieder: Er hätte nur mal nen Piep sagen müssen. Es geht nicht darum, dass ich mich dann für ihn verbogen hätte oder für ihn den roten Teppich ausgerollt hätte. Ich hätte aber versucht, die Wünsche zu respektieren und umzusetzen, mich darauf einzulassen. Wenn es nicht geklappt hätte oder er festgestellt hätte, dass es mit mir nicht mehr das Wahre ist, ja, dann hätte ich das wohl eher verstehen können. Mir aber auch hier dann keine Chance zu geben und immer nur zu betonen, dass es für ihn S. kein Problem gibt, finde ich dann nicht fair. In den 14 Jahren waren wir beide keine unfassbar S. Personen, von Anfang an nicht. Daher fällt es mir schwer, mir jetzt vorzustellen, er wird bei einer anderen Frau nun plötzlich zum komplett neuen Menschen.

10.06.2024 07:13 • #17


A


Trennung nach 14 Jahren von der ersten großen Liebe

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greeny88
Zitat von Gorch_Fock:
Ich würde es an Deiner Stelle mal als Chance sehe. Du hast selber gesagt, dass noch nichr mal die Umstellung hin zu einer gesünderen Lebensweise ...

Das tue ich. Ich merke, wie ich plötzlich motivierter bin, Dinge anzupacken, aus meiner Komfortzone zu kommen. Teilweise habe ich jetzt auch keine andere Wahl mehr, schließlich muss ich die Dinge jetzt alleine regeln. Ich sehe es als Chance, an mir zu arbeiten. Ich brauche immer erst einen Tritt in den Hintern, um wach zu werden. Nur hätte ich diesen Tritt von ihm gerne anders gehabt, ohne, dass gleich alles vorbei ist. Ich hätte ihm gerne ohne sofortige Trennung gezeigt, dass ich auch anders kann (denn ja, ich war durch Zwangs-Home Office auch sehr eingeigelt, habe immer nur von Veränderung geredet, aber es nie angepackt. Ich habe mich da sehr auf ihn verlassen und wurde unselbstständig. Es lief für mich alles so vor sich hin. Hätte ich gewusst, dass ihn das evtl frustriert, hätte ich schon eher angepackt, an der Situation etwas zu ändern).

10.06.2024 07:24 • #18


greeny88
Hallo alle miteinander,

nachdem er das Wochenende bei einem Arbeitskollegen verbracht hat (so hat er es mir mitgeteilt und explizit erwähnt, dass er nicht bei IHR war), kam mein Mann heute in die gemeinsame Wohnung zurück. Er hat mir gestern per Nachricht geschrieben, dass er gerne zurück kommen würde. Da es auch seine Wohnung ist, hatte ich keine Einwände. Ich bin noch immer sehr gefasst, konnte bisher auch noch nicht richtig vor Trauer und Schmerz weinen - ich vermute, dass dies einem Teil in mir geschuldet ist, der darauf hofft, dass alles nur ein böser Scherz ist. Ich glaube, solange wir unter einem Dach leben werden und noch keine räumliche Trennung vollzogen ist, werde ich erst sehr langsam realisieren, dass es trotzdem vorbei ist.

Das Aufeinandertreffen mit ihm war sehr eigenartig. Zuerst hat er mir minutenlang dabei zugesehen, wie ich mir Abendessen gekocht habe (ich habe seit Tagen nichts essen können und habe mich heute dazu gezwungen). Er hat keinen Ton gesagt, dann wollte er mir plötzlich helfen und für mich zuende kochen, was ich absolut abgelehnt habe. Wir haben dann tatsächlich geredet. Ich habe ihn kommen lassen, denn ER war ja derjenige, der Dinge zu klären hatte. Laut ihm hatte er es die letzten Monate nicht wahrhaben wollen, dass er Gefühle für jemand anderen hat. Er war im Zwiespalt, ob er das alles zulassen soll, oder nicht. Dazu kam die Angst, mit mir darüber zu reden. Irgendwann, so sagte er, war es dann zu spät, seine Gefühle haben ihn einfach überrannt und er hat mit ihr geschlafen. Nach wie vor, so sagt er, seien sie kein Paar. Er kennt auch ihre Kinder noch nicht. Er hat sich zig Mal für sein lausiges Verhalten entschuldigt, wusste aber auch sofort, dass das für mich nur Floskeln sind. Seine Kollegen haben ihm ein kleines Zimmerchen am Arbeitsort (30 Minuten Fahrt von unserer Wohnung entfernt, sie lebt dort in der Nähe) besorgt, damit er sich dort zurückziehen kann, da sie davon ausgegangen sind, dass es zwischen ihm und mir eskalieren wird und ich ihn nicht mehr in die Wohnung lasse. Hin und wieder, wenn er Spätschichten hat, will er dort jetzt unterkommen (oder aber wohl auch bei ihr, was ich allerdings gar nicht wissen möchte). Ansonsten hat er das Bedürfnis, in unserer gemeinsamen Wohnung zu sein (zumindest solange, bis er eine neue Wohnung (nur für sich angeblich)) gefunden hat. Nebenbei studiert er hier noch am Ort, da zieht er unsere Wohnung als Unterkunft wohl vor. Ich habe dazu nichts weiter gesagt. Es ist auch seine Wohnung und ich möchte kein böses Blut zwischen uns. Dennoch habe ich ihm deutlich gemacht, dass es mich nichts mehr angeht, wann er wo übernachten möchte - denn das wollte er mir auch jedes Mal mitteilen (wann er hier in der Wohnung, oder am Arbeitsort übernachtet).

Das ganze Aufeinandertreffen war absolut surreal. Bei unserem Gespräch eröffnete er mir, dass er sich das ganze Wochenende gerne öfter bei mir gemeldet hätte und dass ihm unser regelmäßiger Austausch gefehlt habe. Dann fing er an, dass er mich so gerne umarmen würde, was ich sofort unterbunden habe. Ich musste ihm also verdeutlichen, dass sowas nicht geht und wir eben kein Paar mehr sind. Wir haben auch erneut darüber gesprochen, Freunde zu bleiben (was ich selbst erst einmal nicht kategorisch ablehne). Ich erwähnte allerdings, dass, sobald wir uns räumlich trennen, man dann auch an einer reinen Freundschaft arbeiten muss und meinte, dass man sich ja vielleicht jeden Monat oder alle zwei Monate mal sehen könnte. Da sagte er gleich, dass einmal die Woche ihm lieber wäre. Er wollte mich sogar ins Bett bringen, wie er das sonst auch immer getan hat - auch dies musste ich sofort unterbinden. Da wird kein Paar mehr sind, wird er mich nicht mehr in Nacht- oder Unterwäsche sehen. Zusätzlich hat er erwähnt, wie gut ich aussehen würde, wie frisch. Und dass das Kleid, welches ich auf der Hochzeit meiner besten Freundin tragen werde, mir sicher gut stehen würde und wunderschön sei. Ich habe einfach nur abgewunken. Diese Kommentare waren für mich fehl am Platz. Ich habe das Gefühl, er weiß überhaupt nicht, was diese Trennung eigentlich bedeutet. Er hat doch jetzt eine Frau, die seine Welt erschüttert, dann soll er sich doch bitte so mit ihr auseinander setzen. Was bedeutete das denn für sie, wenn er weiterhin bei der Frau rumhängt und dieser Komplimente macht und körperliche Nähe sucht? Natürlich ist mir auch klar, dass er sich mich wahrscheinlich auch auf gewisse Weise warmhalten möchte, ich habe ihm jedoch klipp und klar gesagt, dass er das vergessen kann. Mir wird immer deutlicher, dass es bei ihr vermutlich wirklich stark um das S. geht. Dass er mich gerne weiterhin als seinen Fels in der Brandung hätte, seinen Seelenverwandten, mit dem er über alles reden kann, bei dem er Zuflucht findet, Umarmungen, Wärme, Kuschelei und Vertrautheit, und sie quasi für alle Bettgeschichten. Auch das kann er sich abschminken. Freundschaft schön und gut, aber alles, was darüber hinaus geht, wird von mir dann klar gestrichen.

Ob es mir wehgetan hat, die ganze Zeit in seiner Nähe gewesen zu sein? Komischerweise nicht. Ich glaube, die letzten Tage hat etwas in meinem Kopf klick gemacht. Natürlich war ich am Tag der Trennung schockiert und am Boden zerstört. Aber es kam auch schnell eine innere Stimme, die mir gesagt hat, ich sollte das jetzt als Chance sehen. Gestern war ich das erste Mal seit Monaten wieder alleine unterwegs. Ich habe die Jobsuche direkt in Angriff genommen, alle Freunde und Freundesfreunde mobilisiert. Ich habe richtig Lust auf neue Dinge. Das kannte ich so schon lange nicht mehr. Ich habe heute lange mit meinen Kollegen gesprochen, die mich ebenfalls unterstützen, zwar traurig sind, dass ich gehen (muss), aber mir den Rücken stärken. Mein Mann meinte sogar, ich würde vor Tatendrang richtig strahlen. Es kam mir so vor, als wäre er wirklich überrascht von meinem Verhalten und ziemlich perplex.

Trotz allem haben wir auch darüber gesprochen, die Scheidung aktiv anzugehen. Alles bleibt hier fair, da sind wir uns einig. Ich habe herausgehört, dass er noch nicht auf Wohnungssuche ist und nun auch nichts über das Knie bricht. Wie lange er also hier wohnen bleibt, kann ich nicht sagen. Ich selber möchte erst einmal einen neuen Job sicher haben, wissen, wo dieser sein wird, bevor ich hier ausziehe. Zudem habe ich bei meinem jetzigen Job eine Kündigungsfrist von drei Monaten, es kann also noch etwas dauern, bis ich die gemeinsame Wohnung verlassen kann. Ob sich das alles so arrangieren lässt, wird die Zeit nun wohl zeigen. Ich selber würde es genießen, wenn er nun sieht, zu was ich fähig bin, habe ich nun einmal diesen Ar. kassiert. Er sagte mir, es würden ihn schwer mitnehmen, wenn ich jemand neuen treffen würde (ach was).
Ich bin dabei, mein Leben neu zu ordnen und komischerweise habe ich aktuell keine Probleme, ihm wirklich ganz emotionslos gegenüberzutreten. Ich bettele nicht, ich kämpfe nicht, ich klammere nicht. Ich mache einfach mein Ding. Ich vermute, sobald die räumliche Trennung kommt und ich weiß, dass ich ihn anstatt unregelmäßig nur noch selten oder gar nicht sehen werde, wird mich das dann sicher aus der Bahn werfen. Aktuell bin ich aber sehr gefestigt.
Ich bin gespannt, wie es nun die nächsten Tage und Wochen weitergeht.

10.06.2024 22:39 • x 6 #19


T
@greeny88 Hut ab! Ich finde gerade nicht die richtigen Worte, mit denen ich gerne ausdrücken würde wieviel Respekt ich vor deinem Grad an Klarheit, Selbstreflexion und Konsequenz habe.
Du machst das in Anbetracht dieser unwürdigen Umstände alles phantastisch - und dein Mann scheint bereits zu sehen, was er an dir verliert. Gut so. Wenn du es ihm auf DIESE Weise schwer machst, durch so viel Würde und Distanz, dass ist exakt, was er verdient!

Lass dich einmal ganz vorsichtig umarmen, falls ich darf - ich wünsche dir von Herzen, dass du weiterhin so klar und standhaft bleibst (wovon ich überzeugt bin), einfach wundervoll so viel Rückgrat und Stärke zu sehen.
Das tut auch Außenstehenden gut.

Ich schiebe dir eine große Portion Kraft rüber. ️
Das hast du brilliant gemacht!

Ich wünsche dir von Herzen, dass du den weiteren Weg auch so gut meistern wirst. Aber das wirst du!

10.06.2024 22:49 • x 7 #20


aquarius2
Dein Verhalten wirkt auf mich sehr reflektiert, als wäre es umgekehrt und du nicht er hätte die Trennung ausgesprochen.
Verstehe einer diesen Mann. Dazu ist das, was mit der Kollegin läuft derart luzide und er kennt ihre Kinder nicht und sie haben sich sicher nicht öffentlich zu ihrer Beziehung bekannt.
Das mit dem ins Bett bringen ist auch so eine Sache, wie kommt er drauf, dass du das überhaupt willst?
Was, wenn er dauerhaft wieder in der Wohnung leben will, habt ihr zwei Schlafzimmer, könnt ihr euch ausweichen?
Ich drück dir die Daumen, dass es mit der Jobsuche schnell klappt und du bald weißt, wo du leben willst.
Dass er sich nicht um eine Wohnung gekümmert hat, obwohl er sich in diese Frau verliebt und eine Beziehung eingegangen ist ist auch merkwürdig. Normalerweise hört man von anderen,,dass der Mann die Trennung ausspricht und quasi weg ist.
Scheint von seiner Seite sehr unausgegoren zu sein. Oder er ist/war sich sicher, dass du ihn weiter da leben lässt und ihr so wie vorher nebeneinander her lebt.
Mich würde interessieren, was er der Frau erzählt, was sie davon denkt, dass er dich ins Bett bringen will....

11.06.2024 12:55 • x 1 #21


greeny88
@thegirlnextdoor Vielen herzlichen Dank, die Worte gehen runter, wie Öl, und die vorsichtige Umarmung nehme ich sehr gerne an Ich hoffe, ich kann dem weiterhin gerecht werden. Ich habe ein wenig Angst vor den nächsten Tagen und Wochen (nächste Woche fährt er zu seinen Eltern und dort wird sicherlich auch in Richtung Zukunft und Umzug geplant), denn ich weiß leider überhaupt nicht, was in ihm vor sich geht und womit ich zu rechnen habe. Wie geschrieben, sollte er bald ausziehen, wird mir sicher erst richtig bewusst, dass es vorbei ist, und ob ich dann weiterhin so gefasst bleiben kann, weiß ich absolut nicht. Aber ich versuche, stark zu bleiben.

11.06.2024 21:30 • x 2 #22


greeny88
@aquarius2 Wir haben neben dem Schlafzimmer auch ein Gästezimmer, dort kann er sich zurückziehen. Dort hat er auch seit Jahren geschlafen, denn er schnarcht sehr stark (Verengung der Nase, das ist leider auch durch eine OP nicht besser geworden) und ich bin sehr geräuschempfindlich. So betrachtet war das vielleicht auch kein idealer Zustand in unserer Beziehung. Ich habe mir immer gewünscht, dass er deswegen nochmal zum Arzt geht, um zu schauen, ob man vielleicht noch etwas anderes dagegen tun kann, damit wir wieder das Bett teilen können. Hat er leider nie getan, sich aber auch nie beschwert, dass es getrennte Betten gab. Naja, jedenfalls ist es so nichts Neues für ihn, sein eigenes Zimmer zu haben.
Wie das für die andere Frau sein muss, frage ich mich auch (obwohl es mir eigentlich auch egal ist). Ich weiß wirklich nicht, ob er ihr alles erzählt; ob sie weiß, dass er morgen wieder hier ist, Donnerstag ebenfalls hier sein möchte. Ob sie weiß, dass es mich überhaupt gibt? Ob er überhaupt immer seinen Ehering getragen hat? Oder ob er sie genauso hinhält, wie er das mit mir getan hat? Das wäre dann ja ein super Start in eine neue Beziehung. Ich kenne wirklich niemanden, der sich das an ihrer Stelle gefallen lassen würde, wenn da wirklich ernsthafte Gefühle und der Gedanke an eine gemeinsame Zukunft im Spiel sind.

11.06.2024 21:41 • x 2 #23


greeny88
Heute war der Tag, an dem ich tatsächlich ein paar Tränen vergießen konnte (ja, es ist wirklich wie ein Tagebuch für mich gerade, was eine absolut kathartische Wirkung auf mich hat, also hoffe ich, ich nerve damit niemanden) - allerdings nicht, weil er mir mit seinem Verhalten so weh getan hat und weh tut, sondern, weil er dafür gesorgt hat, dass mir ein wunderbares Erlebnis meines Lebens nur noch madig und schrecklich vorkommt.

Ich war früher immer der Meinung, dass ich niemals heiraten werde. Ich war mir sicher, dass ich keinen Ehering und Trauschein brauchen werde, um glücklich zu sein. Dann traf ich meinen Mann. Fünf Jahre später war eine Hochzeit für mich doch nicht mehr so unrealistisch. Nach 11 Jahren gemeinsamer Zeit hat er mir einen Antrag gemacht, den ich angenommen habe. Da war ich von ganzem Herzen sicher, mit diesem Menschen bis an mein Lebensende zusammenzubleiben. Also war ich absolut dafür, zu heiraten. Er war DER Eine, der für mich dafür genau richtig war. Dank Corona hat sich das Ganze dann etwas gezogen, sodass wir 2022 dann geheiratet haben. Es war ein kleiner, elitärer Kreis, nur die engste Familie und die besten Freunde. Aber gerade deswegen war es so unvergesslich und schön. Es war so unfassbar persönlich und bis jetzt reden alle, die da waren, von diesem tollen Tag und messen ihre eigenen Hochzeiten daran. Mein Mann hat mir damals jeden Wunsch erfüllt, den ich hatte. Er selbst hatte keine Vorstellungen oder eigene Ideen und Wünsche. Da ich mich unheimlich für Astronomie interessiere, wollte ich so gerne im Planetarium heiraten. Wir haben uns dann unter dem Sternenhimmel das Ja-Wort gegeben. Zum Ein- und Auszug habe ich mir Instrumental-Liebeslieder meiner Lieblingsbands herausgesucht, die für mich eine tiefe Bedeutung haben. Alles, was ich dort geplant und mir gewünscht habe, war mit mir tief verbunden und für mich einfach perfekt. Es sollte ja schließlich die tollste und einzige Hochzeit meines Lebens sein. Mein Mann hat natürlich alles abgesegnet, ich habe keine Entscheidung ohne ihn getroffen oder einfach ohne ihn etwas organisiert. Ich bin zwar voller Eifer vorweg gegangen, aber wir haben alles gemeinsam entschieden. Er sollte da mit eigenen Meinungen nicht hinten anstehen.

Das alles hat er mir jetzt kaputt gemacht. Die Ehe hat keine zwei Jahre gehalten, er hat nicht einmal darum gekämpft. Er hat das Konzept der Ehe mit Füßen getreten und damit meine tiefe Hoffnung und Überzeugung, dass eine Hochzeit für beide Ehepartner eine tiefe, besondere Bedeutung hat - und nicht einfach nur ein blöder Ring is, den man irgendwann ablegt. Ich habe mir in der Vergangenheit so oft unsere Hochzeitsbilder angeschaut und mich einfach nur gefreut, dass es so ein schöner Tag war. Jetzt kann ich nur heulen, wenn ich auch nur daran denke. Und ich hasse ihn dafür, dass er mir das zerstört hat. Meinen Glauben daran, mein Vertrauen in die Institution Ehe. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder heiraten will. Aktuell erscheint mir das unmöglich. Ich habe mich einmal vom Schicksal - dank dieser Begegnung mit ihm - umstimmen lassen. Ich bin auf die Nase gefallen. Keine Ahnung, ob ich meine Ansichten je nochmal ändern werde. Ich empfinde diese kurze Ehe jetzt einfach nur als lächerlich. Er hat sie einfach aufgegeben, als hätte ihm das alles gar nichts bedeutet. Als wäre dieser eine Tag damals einfach ne nette Party gewesen. In guten, wie in schlechten Zeiten...In schlechten Zeiten hat er einfach hingeschmissen. Das bleibt mir von unserer Ehe und der Hochzeit am Ende übrig. Das macht mich wirklich wütend. Er selber hat durch seine Ideenlosigkeit damals absolut nichts persönliches zur Hochzeit beigetragen. Aber mir hat er alles genommen.

11.06.2024 22:05 • x 2 #24


T
@greeny88 ich sage so etwas wirklich selten, aber dein Mann hat dich nicht verdient. Punkt. Ich denke ihm wird irgendwann bewusst werden, was er an dir verloren hat... aber ich hoffe sehr, dass es dann zu spät sein wird und dass du ihn dann nicht zurücknehmen wirst.

Ich verstehe sehr gut wie du dich jetzt fühlst und das ist mehr als verständlich und ganz logisch.
Ich denke für den Augenblick ist das auch vollkommen in Ordnung, du musst das irgendwie verarbeiten und lernen zu akzeptieren, was nun die neue Realität ist.
Dass du das nicht immer nur auf zu 100% gefasste und absolut positive Weise tun kannst, ist doch vollkommen verständlich und menschlich.

Aber, dennoch - es sind nicht alle Menschen so. Es gibt Beziehungen (auch ohne Trauschein!) und Ehen, die für immer halten. Ich kenne/kannte viele. (Und absolut nicht nur deswegen, weil eine Trennung zu aufwendig gewesen wäre. Ich kannte und kenne mehrere Paare, die sich bis zum Schluss aufrichtig liebten. Doch, das gibt es.)

Im Moment trübt der Schmerz deinen Blick, zudem bist du von dem Menschen, dem du am meisten vertraut hast, am schäbigsten hintergangen worden.
Du darfst enttäuscht sein.
Du darfst zweifeln.

Irgendwann, wenn die Wunden heilen, wirst du es wieder anders sehen - und hoffentlich, das wünsche ich dir sehr, auch noch anderes erleben.

Du bist sehr stark und ich finde auch die Art und Weise in der du dich mit deiner Trauer und deinen Gefühlen auseinandersetzt, sehr stark.
Auch wenn es sich für dich vielleicht zwischendurch nicht so anfühlen mag.

Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und lese weiter mit. ️

11.06.2024 22:28 • x 5 #25


Gorch_Fock
Greeny, nicht die Vergangenheit oder Zukunft durch solche Gedanken zerstören lassen. Ich kann das Ganze persönlich noch toppen - vielleicht um Deine Gedanken zu normalisieren. Meine Ex ist nach wenigen Monaten Ehe in eine Affaire gegangen. Da wirkte es noch entwertender als bei Dir.

Meine Geschichte ist schon einige Jahre her. Gestern war ich in der alten Heimatstadt und dachte mir so: Los, teste mal ob es noch etwas mit Dir macht. Und ich bin mal zur alten Wohnanschrift von mir und Ex gefahren. Und konnte danach entspannt wieder nach Hause fahren. Denn es macht nichts mehr mit einem.

Du wirst auch wieder eine neue Ehe aufbauen, mit einem Partner, der Dich verdient. Bin ich mir sehr sicher.

12.06.2024 05:31 • x 3 #26


aequum
Zitat von thegirlnextdoor:
ich sage so etwas wirklich selten, aber dein Mann hat dich nicht verdient.

12.06.2024 08:11 • x 1 #27


AjnosXX
Liebe Greeny, es tut mir leid was Dir passiert ist, zum Glück bist etwas gefasst. Er wollte ja Heiraten, jetzt hat er Dich, sein Ziel erreicht, zum Glück hast Du noch keine Kinder mit ihm. So musst Du ihn nicht mehr sehen, wenn Du nicht möchtest. Freundschaft, kann man auch später entscheiden. Dränge ihn ein Wohnung zu suchen. Du kannst nicht er soll aber schnell ausziehen und regle die Trennung und das Finanzielle, möglichst schnell. Verabrede Dich auch mit männlichen Freunden und nehme einen zu der Hochzeit Deiner Freundin mit.
Dann wir ihm möglicherweise die ganze Tragweite seiner Handlung bewusst. Solche entschlüsseln werden ja meistens nicht richtig durchdacht. Es ist eine andere Sache ob Du ihn eventuell noch zurück nehmen willst, nach so einer Trennung. Liebe Grüsse A.

12.06.2024 09:22 • x 1 #28


aquarius2
Oh, ich sitze im Zug und lese

Zitat von greeny88:
Ich bin auf die Nase gefallen. Keine Ahnung, ob ich meine Ansichten je nochmal ändern werde. Ich empfinde diese kurze Ehe jetzt einfach nur als lächerlich.


Irgendwann wirst du mit dir und vielleicht auch ihm Frieden schließen können. Gut, dass du voll damit beschäftigt bist, dir einen neuen Job zu suchen und auch so ausgelastet bist.

Zitat von greeny88:
In guten, wie in schlechten Zeiten...In schlechten Zeiten hat er einfach hingeschmissen. Das bleibt mir von unserer Ehe und der Hochzeit am Ende übrig. Das macht mich wirklich wütend.


Schlechte Zeiten? Ich würde Mal sagen es war der Alltag, den er irgendwie nicht mehr so spannend fand, was schade ist, da ihr ja nach einer langen Beziehung geheiratet habt.

Zitat von greeny88:
Er selber hat durch seine Ideenlosigkeit damals absolut nichts persönliches zur Hochzeit beigetragen. Aber mir hat er alles genommen.


Umso merkwürdiger, dass er überhaupt einen Antrag gemacht hat.

Konzentriere dich auf das, was dir wichtig ist und dir Spaß macht, ich glaube ihr habt einander nicht gut getan.
Wenn ich verliebt und glücklich bin verhalte ich mich anders, als dein Mann.
Aber, wenn die die letzten Jahre zurückgehst, wie hat sich eure Beziehung angefühlt? Hast du dich gefreut, wenn er nach Hause kam. Wie hat er reagiert, wenn du ihm Vorschläge gemacht hast? Nebenbei,,auch ich habe Übergewicht, als ich dann gemerkt habe, dass ich gesundheitliche Probleme habe, habe ich in meinem Leben was umgestellt und, oh Wunder nun geht es mir wieder besser.
Weder mein Partner noch mein Arzt mussten mir dazu in den Popo treten....

Was ist mit dir, siehst du im Nachhinein deine Anteile? Da kannst du nämlich dran arbeiten.

12.06.2024 10:42 • x 2 #29


greeny88
@aquarius2 Bzgl. des Antrags war ich, glaube ich, schon immer ein wenig treibende Kraft. Nach 5-6 Jahren gemeinsamer Beziehung hatte ich irgendwann das Bedürfnis, dass er sich durch einen Ring zu mir bekennt. Da war ich allerdings auch sehr angepiekt durch Freunde und Eltern, dir mir eingeredet haben, es müsste doch jetzt bald mal soweit sein, und die mir die Frage eingetrichtert haben, warum er denn jetzt nicht endlich mal auf die Knie geht. Er selbst hat da klar sein Ding durchgezogen und sich davon nicht beeindrucken lassen. Erst viel, viel später, als der Antrag schon gemacht wurde, hat er mir dann auch gestanden, dass er selbst Ansprüche an sich gehabt hat. Er hatte durch Querelen im Referendariat viel Stress und nie wirklich viel Geld (Ref geschmissen, dann wieder neues Studium angefangen, nur Nebenjobs gehabt). Zudem wollte er in der Phase der Fernbeziehung erst schauen, ob wir das aushalten. Er wollte mir wenn, dann einen richtigen Ring vom Juwelier kaufen von seinem eigenen Geld. Er wollte keinen Antrag einfach hinrotzen, weil ich darauf warte (bei unseren Freunden ist es übrigens gerade genauso, 5 Jahre zusammen, die setzt ihn gehörig unter Druck. Wenn ich das so sehe, schäme ich mich ein wenig für mein Verhalten damals). Der Antrag war dann wunderschön. Er hat mehr geweint als ich, ich konnte ihn kaum beruhigen. Von Freunden weiß ich, dass er Wochen vorher alles geplant hat und nicht mehr schlafen konnte, zittrig war vor Aufregung, bis der Tag gekommen ist. Ich denke daher schon, dass er mich aus Überzeugung geheiratet hat, sich allerdings - wie bei so vielem und vermutlich gerade jetzt auch - nicht bewusst war, was mit einer Hochzeit einhergeht.

Ich selber kann nur sagen, dass sich unsere Beziehung für mich immer - zu jeder Zeit - vertraut und richtig angefühlt hat. Ich konnte meinem Mann von Anfang an alles sagen, von meiner Seite aus gab es da nie Geheimnisse. Er kennt alle meine Ticks, alle meine Hobbys und sind sie noch so kindisch. Ich dachte immer, unsere große Stärke läge dabei auch im reden. Wir haben immer viel miteinander geredet. Stundenlang, am Wochenende bis tief in die Nacht. Meine Eltern haben ihn sofort ins Herz geschlossen, er ist wie ein zweiter Sohn für sie gewesen. Ich selber hatte ebenfalls immer ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Eltern - dass sie ihm allerdings nicht geraten haben, um die Ehe zu kämpfen verstehe ich absolut nicht (das hat er mir so gesagt. Er hätte mit ihnen gesprochen und sie hätten ihm nur gesagt, dass er selbst wissen muss, was er will und tut).
Natürlich fällt mir so in der Nachbetrachtung auf, dass das S. nie eine große Rolle bei uns gespielt hat. Ich war Jungfrau, als ich in die Beziehung kam, er hatte vor mir eine feste Beziehung von einem halben Jahr und einen One Night Stand. Aber das war von Anfang an so. Klar, wir hatten S., aber das war nicht das Hauptaugenmerkt unserer Beziehung. Da ich so unerfahren - und mir das mit 22 auch peinlich war - habe ich ihm da immer das Zepter in die Hand gegeben, mich nie gesperrt. Und ich habe schnell gemerkt, dass ich selber andere Dinge in der Beziehung sehr viel wichtiger fand. Natürlich hatte ich in den letzten 14 Jahren auch diverse Flirts - auch mit Kollegen. Das habe ich ganz klar genossen, jedoch, immer, wenn ich merkte, dass es irgendwie ernst werden könnte, habe ich die Reißleine gezogen - einfach, weil mir bei meinem Mann so viele Dinge wichtiger waren, als S., und dass ich für ein Abenteuer nicht alles hinwerfen wollte. Meinem Mann habe ich davon erzählt, er wusste immer, was bei mir los ist. Er war dann zwar eifersüchtig, ab er er hat mir immer vertraut.

Es ist auch nach 14 Jahren so, dass ich ihn sofort vermisse, wenn er nicht da ist. Oftmals musste er ohne mich zu seinen Eltern (da ich mir nicht immer frei nehmen konnte) und wenn er da mal 4 oder 5 Tage nicht bei mir war, habe ich das sofort gespürt. Umso mehr habe ich mich immer gefreut, wenn er wieder da war. Genau dasselbe gilt aber auch für alle anderen Situationen. Ich habe niemals gedacht Oh Gott, jetzt kommt der Alte wieder nachhause.... Ganz egal, wie sehr der Alltag auch bei uns eingezogen ist. Bis zuletzt, bis einen Tag vor der Trennung, ist er jeden Tag nach der Arbeit zu mir gekommen und hat mich gefragt, wie mein Tag war, mir von seinem Tag berichtet. Selbst, wenn er tagelang bei seinen Eltern war, hat er mich jeden Tag angerufen, weil er mich hören wollte. Das ging nicht von mir aus.

Beim Thema Übergewicht haben wir uns tatsächlich nicht gut getan. Er war auf der Arbeit unterwegs und ich habe hier immer auf dem Ergometer Sport gemacht, wir waren in der Freizeit wandern und schwimmen, aber wir haben uns dann immer mit Essen belohnt. Das war dann immer das Besondere am Abend. Wir haben uns da gegenseitig runtergezogen und immer wieder alles zusammen eingerissen, wenn es mal für eine Weile gut lief.

Ich selber gehe natürlich auch kritisch mit mir um. Ich hätte vieles in den letzten Monaten und auch Jahren anders machen können, habe es aber aus Faulheit und Bequemlichkeit nicht getan. Als das Büro hier geschlossen wurde, wusste ich sofort, dass Home Office auf die Dauer nichts für mich ist. Ich habe immer nur geredet und geredet und geredet, dass ich mir einen neuen Job holen werde, es aber nie getan. Ich habe nicht mal angefangen, Bewerbungen zu schreiben. So ging das mindestens zwei Jahre. Ich habe immer alles auf den nächsten Monat geschoben, dann auf das nächste Jahr. Durch die Zeit ohne Büro bin ich auch super unselbstständig geworden, habe vieles auf meinen Mann abgeschoben, der es allerdings auch ohne Murren getan hat. Ich habe hier irgendwann in einer Blase fernab der realen Welt gesessen, wie in so einem Elfenbeinturm. Und ich wusste immer, dass es so nicht weitergehen kann, dass so meine Zukunft nicht aussehen soll. Aber ich habe einfach im Alltagstrott nicht den A**** in der Hose gehabt, es anzupacken. Das schaffe ich erst jetzt, wo ich es natürlich auch muss. Mir hat immer der Elan und das Selbstbewusstsein gefehlt, mein eigenes Leben anzupacken - natürlich auch, weil ich mir so, so sicher war, dass ich immer meinen Mann an meiner Seite haben werde, der mir Sicherheit gibt und auf den ich mich immer verlassen kann. Der schon alles für uns regeln wird. Deswegen verletzt es mich so sehr, dass er nicht ernsthaft mit mir geredet hat. Falls dies auch ein Grund für die Trennung ist, hätte er mir das vorher in alleder Deutlichkeit sagen müssen und mir doch wenigstens die Chance geben können, aus dem Quark zu kommen.
Ich hatte vor vielen Jahren einen Kontrollzwang, konnte nicht mehr richtig aus dem Haus gehen oder unter Leuten sein. Mein Mann hat das bis zu einem gewissen Grad mitgemacht; als er mir dann sagte, er könnte das so nicht mehr und er würde die Beziehung beenden, wenn ich mir keine Hilfe suche, hat es bei mir klick gemacht. Und tadaa - ich habe es durch eigene, harte Arbeit geschafft, den Zwang abzulegen. Die Angst, ihn zu verlieren, war so groß, dass ich mir alle Hilfe der Welt geholt hätte.
Genau das hätte ich in jedem Aspekt der Beziehung und bei jedem Problem getan. Einfach, weil er mir so wichtig ist/war.

Jetzt bekommt er zwar mit, was ich alles anpacke, ich glaube, er ist auch erstaunt (ich gehe nächste Woche alleine ins Kino), aber ich hätte es gerne in dem Wissen getan, damit unsere Ehe voran zu bringen und ggf. auch zu retten.

13.06.2024 09:35 • x 1 #30


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