JennyK86
Gast
nun möchte ich auch mal meinen Kummer von der Seele schreiben und vielleicht gibt es ja hier jemand, der vielleicht genau das auch schon erlebt hat.
Mein (40J.) Noch Mann (43J.) hat sich vor 11 Monaten nach 16 Jahren Beziehung von mir getrennt. Wir waren 7 Jahre davon verheiratet, haben 2 wundervolle Kinder (Junge, 13J.), (Mädchen, 7J.) und seit 13 Jahren ein gemeinsames Haus. Wir waren immer eine glückliche Familie, natürlich auch mit Höhen und Tiefen, waren als Eltern immer für unsere Kinder da, haben uns allerdings in den letzten Jahren als Paar verloren. Mein Mann war die ersten 10 Jahre unserer Beziehung als Langzeitsoldat tätig, 3 mal in dieser Zeit im Ausland eingesetzt und war durch weit entfernte Stationierung generell nur am Wochenende zu Hause. Nach der Geburt unserer Tochter hat er sich in die Nähe unseres Wohnortes versetzen lassen, sodass er dann täglich zu Hause sein konnte. Nach der Elternzeit meiner Tochter, habe ich eine 3,5 jährige Ausbildung als Erzieherin gemacht. In dieser Zeit musste ich natürlich vieles stemmen, Schule, Arbeit, Haus, Kinder usw. Aber mein Mann, seine und meine Eltern haben mich sehr unterstützt. Dann ging die Zeit bei der Bundeswehr für meinen Mann zu Ende. Er begann sich auf die Suche nach einer neuen Tätigkeit und ist nach 6 Monaten in die Werksfeuerwehr eingestiegen. Er fühlte sich dort sehr wohl, musdte sich aber erstmal an die 24 Stunden Dienste gewöhnen. Im Oktober 2024 erblindete meine Mutti durch eine zu spät entdeckte Krankheit und wurde zum Pflegefall. Meine Eltern (schon seit über 20 Jahren getrennt, aber trotzdessen immer gut miteinander klar gekommen) mussten ihr Haus verkaufen und meine Mutter zog ins Betreute Wohnen. Dieser Schicksalsschlag meiner Mutter hat mich emotional sehr berührt und für mich war klar, dass ich sie unterstütze, wo ich nur kann. Auch mein Mann tat dies. Meine Eltern und mein Mann konnten immer gut miteinander, für meine Eltern war er der perfekte Schwiegersohn, genau wie ich für seine Eltern die perfekte Schwiegertochter war. In der Zeit der Pflege meiner Mutter merkte ich natürlich auch, dass ich ksum noch Zeit für meinen Mann und meine Kinder hatte. Mein Mann sagte mir auch oft, dass ich jetzt mal an mich denken soll und ich doch auch noch zwei Schwestern habe, die genauso mit anpacken müssten. Aber die eine wohnt über 500km entfernt und die andere war aus beruflichen Gründen nur am Wochenende da. Mein Mann und ich entfremdeten sich in dieser Zeit immer mehr, ich konnte keine Nähe mehr zulassen, noch nicht einmal eine Umarmung oder ein Kuss war möglich. Das hat ihn wahrscheinlich immer mehr von mir weggetrieben, was mir allerdings erst nach seiner Entscheidung zu gehen, bewusst geworden war.
Schließlich war es dann so, dass er mir am 6. Juli 2025 unter Tränen sagte, dass er so wie es zwischen uns ist, nicht mehr kann. Ich habe diese Aussage von ihm erstmal gar nicht realisieren können. Er sagte, dass er sich nicht mehr geliebt fühlt und wir nur noch aneinander vorbei leben und er erst dachte, dass ich einen anderen hätte. In einem weiteren Gespräch stellte sich dann heraus, dass es auf seiner Arbeit eine Kollegin gab, zu der er sich hingezogen fühlte. Sie haben wohl oft miteinander gesprochen, auch über ihre Partnerschaften und haben in diesen Gesprächen festgestellt, dass sie beide die selben Beziehungsprobleme haben. Er sagte dann zu mir, dass ihm in diesen Gesprächen die Aufmerksamkeit, das Verständnis von ihr gut getan hat und schwur mir, dass aber nichts körperliches passiert ist.
Erst dann habe ich begriffen, dass unsere Lage sehr ernst ist. Ich habe versucht um ihn und unsere Familie zu kämpfen, wochenlang. Aber er lies keine Nähe mehr zu. Schließlich fragte ich ihn, was das nun für uns bedeutet, ob er die Trennung will und sich dabei sicher ist. Er bejahte es. Ich merkte ihm an, dass er ebenfalls emotional am Boden war, ihm das alles nicht egal war. Er selber redete mit niemanden aus unseren Familien und Freundeskreis darüber. Irgendwann nach ein paar Wochen sprachen wir mit unseren Kindern darüber und unsere Familien haben es von mir erfahren. Mein Mann zog sich in der Zeit von allen zurück, keiner kam mehr an ihm ran. Er blieb trotzdem noch 6 -8 Wochen im Haus wohnen, schlief im Gästezimmer. Ich war auf einer Seite froh, dass er noch da war, aber auf der anderen Seite tat es weh, weil ich in dieser Zeit viele Heimlichkeiten und Lügen heraus fand. Die Kollegin (35 J.) hatte sich inzwischen von ihrem Partner getrennt, mein Mann sagte mir aber immer, dass zwischen ihr und ihm aber nichts läuft. Ich fand ein Armband bei ihm mit der Aufschrift "Ich bin frei- nur mit dir", er fuhr frühs schon viel eher auf Arbeit als er eigentlich müsste, kam später von der Arbeit zurück. Ich bekam raus, dass er stundenlang mit ihr telefonierte. Ich wollte ihn aber trotz allem nicht aufgeben. Wir haben dann auch noch sehr lange, intensive Gespräche geführt, haben uns über die Probleme in unserer Beziehung unterhalten und gesprochen, was wir hätten anders machen müssen. Auch als Familie haben wir noch zusammen Ausflüge gemacht, ich hatte wieder Hoffnung, was mich allerdings auch fertig gemacht hat, durch all diese Lügen und Heimlichkeiten. Dann irgendwann konnte ich nicht mehr und bat ihn, erstmal zu seinen Eltern zu ziehen, mit der Bitte, dass er dort durch mehr Abstand, nachdenken soll, was ihm wichtiger ist. Eine Woche nach seinem Auszug erfuhr ich von seinem Arbeitskollegen, dass die Kollegin und mein Mann zusammen sind und es bereits auf ihrer Arbeit öffentlich machten. Durch seinen Kollegen erfuhr ich natürlich auch von den vielen Heimlichkeiten und Lügen. Ich war am Ende, meine Welt brach zusammen. Ich sprach meinen Mann darauf an, er stritt es natürlich erst ab mit ihr zusammen zu sein und gab es dann zu als ich ihm sagte, dass ich die ganze Wahrheit weiß. Er wollte mir nicht noch mehr weh tun, war seine Ausrede, für seine Lügen und Heimlichkeiten. (September 2025)
Danach wurde ich depressiv, hatte keine Freude mehr am Leben, noch nicht einmal mehr an meinen Kindern. Das war für mich der Punkt zu sagen, dass ich mir helfen lassen muss. Ich lies mich in eine Klinik einweisen, in der ich 5 Wochen verbrachte. Mein Mann war mich in dieser Zeit oft mit den Kindern besuchen und ich hatte das Gefühl, dass es ihm sehr nahe ging, was das alles mit mir gemacht hat. Er war sehr fürsorglich, hat mich gefragt, ob ich etwas brauche, hat meine Wäsche gewaschen, war in dieser Zeit für unsere Kinder da. Bei seinem Besuch mit den Kindern schienen wir trotz allem immernoch eine glückliche Familie zu sein. Er sprach wieder das erste Mal nach unserer Trennung mit mir, als wären wir immernoch sehr vertraut und verbunden miteinander, er tröstete und umarmte mich jedesmal. Und ich fragte mich, warum er das auf einmal tut. Er sagte mir auch, dass seine Neue gern unsere Kinder kennenlernen will und sie meint, dass nun der richtige Zeitpunkt dafür wäre, da es für mich schwer wird damit umzugehen, ich aber in der Klinik Leute habe, die mich auffangen. Er wollte es aber noch nicht dazu kommen lassen, weil das Wohlbefinden unserer Kinder an erster Stelle steht. Das fand ich sehr rücksichtsvoll von ihm. (Oktober/ November 2025)
Aber kaum war ich aus der Klinik raus, kam eine Peitsche nach der anderen. Alles musste auf einmal ganz schnell gehen. Er bat mich zuzustimmen, dass unsere Kinder die Neue und ihre Kinder (2 Mädchen 8 und 12 J.) kennenlernen. Die Neue und ihre Kinder wurden von meiner Schwiegerfamilie zum Weihnachtsessen eingeladen. Im Februar 2026 fuhren meine Kinder, mein Mann, seine Neue, ihre Kinder und meine Schwiegerfamilie in den Kurzurlaub. Da hin, wo ich sonst immer dabei war. Und Mitte Februar zog seine Neue und ihre Kinder letztendlich aus ihren über 140 km entfernten Wohnort in unseren Ort. Sie haben sich mit meinem Mann zusammen eine Wohnung genommen. Seit Verlassen der Klinik, hatte ich das Gefühl, dass ich ganz schnell ersetzt wurde. Meine Schwiegerfamilie hat es nicht mehr interessiert wie es mir geht, obwohl sie alle nach der Trennung sagten, dass sie immer für mich da sein werden. Ich wurde bei Begegnungen ignoriert, so als würden sie mich nicht kennen. Die neue Familie wurde herzlich aufgenommen und ich war nichts mehr wert.
Seit März diesen Jahres haben wir für unsere Kinder das Wechselmodell. Ich bin froh, dass sie scheinbar bis jetzt alles gut verkraften. Meine Kleine scheint sich auch in der neuen Familienkonstellation wohlzufühlen, wobei mein Großer eher Schwierigkeiten mit all den Mädels in der neuen Familie hat. Außerdem hat er aktuell noch keinen Rückzugsort beim Papa, da er kein Zimmer dort hat und nur auf der Couch schläft.
Die Situation zwischen meinem Mann und mir ist sehr angespannt, da ich einen Anwalt eingeschalten habe, der Unterhalt und Haus klärt. Das nimmt er mir wohl übel. Er möchte das Haus gern behalten, um mit seiner neuen Familie darin leben zu können. Ich möchte aus emotionalen Gründen ausziehen und bin dafür, dass es verkauft wird. Es mag böse klingen, aber ich will ehrlich gesagt nicht, dass die Neue in unser gemachtes Nest zieht.
Außerdem wirft mein Mann und seine Familie mir vor, dass ich Lügen im Freundeskreis verbreite un sie schlecht zu machen. Daweile habe ich lediglich nur Menschen in der schweren Zeit gebraucht, die für mich da waren, denen ich erzählen konnte, was ich erlebe. Ich hätte rum erzählt, dass er mir fremdgegangen ist. Ich habe aber nie zu irgendjemanden gesagt, dass er mir körperlich untreu wurde, nur dass er die Probleme die wir in unserer Beziehung hatten, nicht mit seiner Kollegin besprechen hätte sollen und das er bewusst mehr Gefühle für sie zugelassen hat.
Nun bin ich die Verräterin für meinen Mann, seiner neuen Familie und meiner Schwiegerfamilie.
Ich weiß, das war sehr viel Text. Und da habe ich noch nicht mal alles geschrieben 🙄.
Ich liebe ihn trotz allem leider immernoch und das ist mein Problem an der ganzen Sache. Das Loslassen fällt immernoch schwer nach 11 Monaten Trennung. Und viele Situationen tun einfach auch noch weh.
Als Next würde ich wohl übrigens auch nicht unbedingt in das Haus einziehen wollen, das meine Vorgängerin mit aufgebaut hat.