Nalf
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Klingt, als seist Du auf dem richtigen Weg. Glückwunsch zu Deiner Resilienz!
Und gut, dass Du Dich in dem Prozess begleiten lässt. Es gibt Kraft, bestätigt zu bekommen, dass die eigenen Gedanken ganz normal sind und die eigenen Ecken und Kanten lösbar und nicht tragisch sind.
Zitat von Jumanji:Zwischendrin habe ich immer noch Phasen wo es mich einholt, wo ich die Gedanken nicht steuern kann
Das kann man trainieren wie einen Muskel. Meditation klingt so hochtrabend. Letztlich geht es darum, sich (bestenfalls jeden) Morgen für 3 oder mehr Minuten hinzusetzen und zu versuchen, an Nichts zu denken. Und da das für Europäer fast unmöglich ist, trainiert man, indem man alle Gedanken, die in den Kopf kommen, während man versucht an "Nichts" zu denken, worüberziehen lässt wie Wolken.
Etwa so:
Jumanji sitzt im Bett und versucht an nichts zu denken.
Gedanke an Frühstück machen kommt.
Jumanji nimmt kurz wahr, dass er an was denkt und schickt den Frühstücksgedanken weiter wie eine Wolke, die wiederkommen darf, wenn es Zeit dafür ist.
Dann kommt der Gedanke, dass der linke Fuß juckt. Und statt daran zu denken, dass man den eincremen müsste, "bedankt" man sich kurz für die Wahrnehmung und "schickt" sie weiter.
Und dieses "Weiterschicken" ist der Skill, der Dir auch im Alltag hilft, sobald Du ihn ausreichend geübt hast.
Kommt dann während der Arbeit ein Gedanke zur Familienorga, schreibst Du den kurz auf für später und lässt ihn weiterziehen.
Überfällt Dich während einer Autofahrt ein Traurigkeitsgefühl und tiefe Hoffnungslosigkeit, kannst Du Dir sagen, dass da gerade ein Gefühl aufgetaucht ist, das Du jetzt erstmal weiterziehen lässt und Dich später drum kümmerst.
Das ist besser (im Sinne von mental und körperlich gesünder" als Gedankenkreisen, Verdrängen oder sich selbst für Gedanken oder Gefühle zu schelten.
Ist Übungssache und hält den Adrenalin- und Cortisolspiegel in jeder Art von Situation erfreulich niedrig.