Jumanji
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ich lese hier schon ein paar Tage still und heimlich mit um meine Situation etwas zu verdauen und Menschen zu finden, die das überstanden haben. Ich war mir nicht sicher ob ich schreiben soll oder nicht - nun habe ich den Entschluss gefasst einfach zu tippen, es mir von der Seele zu schreiben. Ich erwarte keinen Zuspruch ala "du hast Recht" und man muss natürlich immer vorsichtig sein, ich schreibe nunmal nur meine Seite, es gibt ja auch die andere Seite.
Ich, m38, liege aktuell in einem großem Loch ohne jegliche Auswege - zumindest scheint es gerade so. Meine Frau, ebenfalls 38, hat sich nach 21,5 Jahren nun endgültig, für mich von heute auf morgen, getrennt. Wir sind/waren eine Familie mit 2 Kids (11+9), Hund, Haus usw. Zunächst das perfekte Familienbild.
Aber von vorn.
Vor ca. 3 Jahren hatten wir bereits einen großen Knall. Ausgegangen mit einer hinzugewonnen Bekanntschaft ihrerseits aus einem Reha-Aufenthalt. Im Grunde spricht ja nichts dagegen - wenn es denn nicht übertrieben wird. und genau das geschah Stück für Stück. Ich will nicht auf Details eingehen - der Kontakt wurde intensiver und intensiver, das Vertrauen zu ihr schwand weiter und weiter - Lügen, Verheimlichungen usw. eine sehr schwere Zeit. Irgendwann der Knall, ich hatte die Schnauze voll und genügend "Beweise" gesammelt (ja, es passierten so viele komische Dinge dass ich dann anfing zu kontrollieren - ich brauchte Gewissheit). Ich konnte nicht loslassen, die Liebe meines Lebens mit der ich alles durchlebt hatte - ich konnte nicht. Nach wenigen Wochen haben wir uns wieder gefangen, zueinandergefunden - es ging stetig bergauf. Ich konnte wieder vertrauen, das Leben genießen, Urlaube mit der Familie, es war wieder "perfekt". Von der alten Bekanntschaft nichts mehr zu hören, sie war weg. Meine Frau gab mir nicht das Gefühl, dass ich was falsches Denken müsste - wir waren ein top Team.
Doch was mich immer beschäftigte war dieses Einseitige von mir aus. Ich musste immer ankommen und nahezu betteln dass wir was alleine machen, knuddeln, küssen - im nachhinein wenn ich zurückdenke ging es wirklich alles von mir aus.
Dann der erneute Knall, aus heiterem Himmel: Ich fahre zum Training und sehe hinter unserem Ort am Rastplatz diesen Typen. dieser eine Typ, der vor 3 Jahren alles auf den Kopf gestellt hat. wieder zu Hause suchte ich das Gespräch (völlig in Ruhe), meine Frau flehte mich an ihr zu glauben dass sie damit nichts zu tun hat, sie sich nicht getroffen haben. Ich glaubte ihr. Dann schwenkte sie um und ging in Angriff. Schmiss mir Sachen an den Kopf die ich niemals bin und sagte schlussendlich dass sie das alles nicht mehr könnte. Sie hätte nach dem Knall von vor 3 Jahren einfach nur mitgespielt, ihre Rolle wieder eingenommen.
Ich war wie versteinert. All die Urlaube, die schönen Momente - alles gespielt? Wow - wie dumm bin ich eigentlich. Und ich habe mich wirklich versucht zu ändern, nach der schwierigen Zeit nicht mehr stetig alles in Frage zu stellen, sie frei zu lassen, wieder zu vertrauen. dann das. Ich wollte dennoch kämpfen, alles das was wir aufgebaut haben zu Ende? Ohne Kampf? Ich sah nur noch eine Therapie als sinnvoll, denn alles was ich sagte war in ihren Ohren absolut falsch. Alles was sie behauptet, sehe ich als falsch. Sie wollte erstmal über Nacht weg, das ging 1 Woche so, dann erstmal Pause und komplett weg. mittlerweile ist es vorbei, sie wollte nicht mehr kämpfen, keine Therapie, keine Lösungen und ich weiß seit 1 Monat nicht wo meine "Noch-Frau" nächtigt und lebt.
Sie kommt Mittags nach der Arbeit ins Haus, isst mit den Kids, Hausaufgaben, ggf. mit Hund laufen - dann ist sie wieder unbekannt weg. Aktuell sind die Kids hier bei mir im Haus - sie ist ja geflüchtet.
Das alles zerreißt mich förmlich, ich kann nicht klar denken, laufe wie ferngesteuert herum. Aktuell würde ich mich in der Phase Gefühlschaos wiederfinden - ein stetiges auf und ab. Mal völlig sentimental, dann wieder viel Wut bei allem was passiert ist. Tja und nun bin ich hier gelandet weil ich Menschen suche, die das gleiche durchlebt haben. Ich kann mir, aktuell, noch nicht vorstellen davon mal irgendwann geheilt zu sein. . Sie fehlt mir aber ich würde sie nicht zurücknehmen wollen wenn ich die Chance hätte. dafür tat es zu weh.