Zitat von Caecilia: Für mich sieht es so aus: Eine "faire" Trennung, die mir nicht den Boden unter den Füßen weggezogen hätte, hätte für mich wie folgt ausgesehen: Der Ex hätte, wenn es denn wirklich so war, längerfristig in zahlreichen, intensiven Gesprächen ansprechen müssen, dass und warum er nicht mehr glücklich war. Es hätte dabei auch das Wort "Trennung" als mögliche Lösung fallen müssen. Wir hätten externe Hilfe in Anspruch nehmen müssen, um unsere Beziehung zu verbessern bzw. um zu erreichen, dass er in dieser wieder glücklich(er) ist. Hätten wir uns nach einem solchen Prozess einvernehmlich getrennt und irgendwann später wäre dann Next aufgetaucht, hätte ich das sicher gut verkraftet.
Das mag dir ja fair erscheinen, aber selbst ich bekomme aus der Entfernung schon Schweißausbrüche, mich in einer unglücklichen Beziehung noch zahlreichen, nie endenwollenden Gesprächen, hysterischen Anfällen, Weinattacken, Manipulationsversuchen, wo alle Register gezogen werden bis hin zum Joker der „traumatisierten Kinder“ und jahrelangen Therapien auszusetzen. Horror! Und wofür? Um Liebe geht’s da ja nicht. Auf der einen Seite nicht, auf der anderen auch nicht. Da geht’s darum, im besten Fall die neue Liebe und Glück des anderen durch alle möglichen Taktiken wegzubeißen, um so lang wie möglich das Traumhäuschen bewohnen zu können und seine Komfortzone nicht verlassen zu müssen,
Auch wenn dir das für deine Bedürfnisse „fair“ erscheinen mag, dem anderen erscheint das seinen Bedürfnissen folgend eben nicht fair.
Manchmal muss jemand etwas eben abreißen wie ein Pflaster und hat keine Energie, um das Unvermeidbare durch mühselige Foltermethoden hinauszuzögern. Denn so erscheint es dem anderen eben oft, was hier so als „Kämpfen um eine Beziehung“ verniedlicht wird. Wenn’s Liebe wäre, würde man das dem anderen nicht antun wollen, würde versuchen, ihn zu verstehen - und sich und ihm alles Gute wünschen. Geht’s einem ums Ego und die Komfortzone, schaut das natürlich anders aus.
Fakt ist: Um Liebe kann man nicht kämpfen. Und muss man auch nicht. Liebe ist.