sozialtussi
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Ich stelle mich kurz vor.
Ich bin weiblich, 54 Jahre alt und 32 Jahre verheiratet.
Von Beruf Krankenschwester.
Um es nicht unendlich lang zu machen, hier meine Story.
Mein Mann hat mich schon früher betrogen, ich habe ihm immer verziehen.
Angeblich waren das nur One- Night -Stands und ohne Bedeutung.
Das alles ist 20 Jahre her.
Nun ist er 59 und hat sich in eine Kollegin verliebt.
Ich bin dahintergekommen, weil ich es einfach gemerkt habe, ich hatte schon eine Ahnung und die bestätigte sich dann auch recht bald.
Er versprach mir vor 3 Wochen,dass da nichts war, kein Sex, nur Liebelei und er
würde sofort Schluß machen, was ich ihm einigermaßen abnahm.
Aber er machte weiter und ich merkte wieder an seinem Verhalten, dass er log sprach ihn an und er gab zu, dass er immer noch in sie verliebt ist.
Daraufhin habe ich ihm gesagt, dass ich das nicht mehr aushalte, er könne sie haben.
Er hatte nichts Besseres zu tun, als sie gleich anzurufen und ihr die freudige Nachricht zu überbringen.
Vorher liefen bei uns natürlich lange Gespräche.
Wir wussten beide schon lange, dass unsere Ehe seit Jahren nur noch eine Farce ist und wir beide nicht bereit sind, diese weiter zu führen.
Wir waren uns also einig, dass wir uns trennen.
Das ist jetzt 3 Tage her, seitdem ist er jeden Tag bei ihr.
In zwei Wochen zieht er ganz zu ihr, die Wohnung ist noch nicht fertig.
Meine Gefühle schwanken von Trauer, Verlust zu Ungläubigkeit und Erleichterung, dass ich ihn endlich los bin.
Wenn ich alleine bin, geht es (bis jetzt) noch.
Wenn ich ihn sehe, muss ich jedesmal heulen vor Schmerz und Trauer um ihn.
Er ist auch traurig, aber zieht sein Ding wohl durch.
Er jammert nun aber dauernd rum, dass er nicht weiß, was ihn erwartet, aber ich wollte es ja so haben.
Er jammert, dass er nicht weiß, wie er das finanziell schaffen soll, da ich mehr als er verdiene.
Er jammert, dass ich ihn hier nicht mehr haben will, denn er "muss" jetzt erstmal in einer 40qm Wohnung mit ihr hausen.
Die Wohnung hat sie sich genommen, weil sie sich auch von ihrem Mann trennt.
Das war aber angeblich schon vor seiner Zeit....
Er jammert mir die Ohren voll.....obwohl er sich eine Neue gesucht hat.
Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass er sich eine riesige Hintertür bei
mir offen halten will, denn er will, dass wir weiterhin sehr freundschaftlichen Kontakt haben. Er will angeblich immer wissen, wie es mir geht.
Ich war immer die Starke in unserer Beziehung, habe alles gemanagt.
Er ist der Hilflose, der immer nur seinen Job machte, mehr aber auch nicht.
Ich bin froh, dass wir uns nun endlich trennen, bin auch froh, dass er die Neue hat, die ihn aufnimmt, denn er hat selber zugegeben, dass er niemals alleine sein könnte.
Nun habe ich aber Schiss, dass er irgendwann zurückkommt und mich wieder weich klopft und ich ihn dann wieder zurücknehme und aller Frust von Vorne anfängt.
Nach 32 Jahren, das wird sehr hart werden und ich habe es noch gar nicht richtig realisiert, aber ich bin doch erleichtert, dass ich endlich den Mut habe, ihn gehen zu lassen.
Geklammert habe ich nie, das war immer umgekehrt.
Ich hätte ihn schon längst verlassen, aber er hat mich immer wieder belabert, er würde sich ändern, alles wird besser, bis ich keine Kraft mehr hatte.
Nun habe ich kein Mitleid mehr, aber schon Angst vor der Zukunft, ich packe das schon irgendwann, das zu begreifen, was hier gerade passiert.
Nur wie verkrafte ich das Alleinsein, das völlig neue Leben ohne ihn, auch wenn er mich oft sehr gequält hat.
Gedemütigt bin ich natürlich und unendlich traurig, dass sich mein 59 Jahre alter Mann nach so vielen Jahren einfach eine neue Frau sucht, ich kann es irgendwie nicht begreifen.
