Zitat von Arnika: Zumal hier immer wieder betont wird, dass man ja überhaupt nicht bemerkt hätte, dass der Partner unglücklich ist. Seid mir nicht bös, wenn ich nicht merke, dass der Mensch, den ich mit am besten kenne, seit Jahren unglücklich ist, sollte man auch mal aufhören, dafür (wieder) nur die Schuld und Verantwortung dafür beim anderen zu suchen, sondern sich selber fragen, wie das eigentlich sein kann? Und wieso man das so lange ignoriert hat bzw eben kein gemeinsames Glück gefunden hat. Denn man war ja die ganze Zeit dabei…
Weil in so vielen Beziehung viele Menschen irgendwann mehr interessiert sind ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse durchzusetzen. Und solange mans nicht weiß, weil der andere nichts sagt oder man es einfach nicht verstehen will, gern überhört oder nicht ernst nimmt, ist es angenehmer hinterher das verlassene Opfer zu spielen.
Ich glaube schon auch, dass man oft schon vorher weiß, dass etwas nicht stimmig ist.
Siehe hier: Jeder macht sein Ding. Zweisamkeit so gut wie keine. Das weiß die EF schon auch ganz genau, ihr ist es egal und bei ihm verdrängt sie es, unterschätzt es oder schließt von sich auf ihn, dass er sich halt irgendwie arrangiert. Betrügen ist aber trotzdem doof.
Zitat von Arnika: Das Leid entsteht nicht aus Liebe. Man kann und darf den anderen weiterhin lieben. Ein Mensch kann ja nicht verhindern, dass du ihn liebst. Das Leid entsteht erst dadurch, dass man den anderen in ein Leben reinpressen möchte, das der nicht leben will.
Wie jemand leben will und was ihn glücklich macht, weiß jeder für sich selbst schon noch am besten. Und das darf auch jeder frei für sich selbst entscheiden. Da braucht es auch keine zahlreichen Gespräche und jahrelangen Therapien dazu, was oft nur ein Versuch ist, dem anderen das, was er will, mithilfe Dritter auszureden, um ihn für sein eigenes Lebenskonstrukt wieder zurecht zu biegen.
Rational betrachtet hast Du natürlich völlig recht. Das ist aber nicht so einfach, da wir eben auch Emotionen ausgesetzt sind. Die haben natürlich nicht immer was mit "Liebe" zu tun, klar. Auch mit Wohlfühlen, Geborgenheit oder mit Angst, Wut, Trauer usw.. Aber irgendwelche sind halt immer auch da. Und diese Emotionen sorgen halt meist dann dazu, dass man sich dann erst mal selbst der Nächste ist und die Rationalität niederwalzt mit den Gedanken: Wie konnte sie/er nur?
(Es gibt Angehörige von Verstorbenen, die hängen in der Denke "Jetzt lässt er/sie mich einfach allein." fest. Die wissen rational schon auch, dass der Angehörige selbst gern noch weitergelebt hätte und das nicht mit Absicht gemacht hat oder nicht mal annähernd daran Schuld trägt.) Solche Emotionen zu überwinden dauert manchmal etwas.
Und gerade im Trennungsfall kann da schon ganz schön viel zerdeppert worden sein und die Fronten verhärtet, bis man soweit ist. D.h. nicht, dass es richtig ist. Im Gegenteil und ich selbst neige eher weniger zur Irrationalität und mir fehlt manchmal im RL das Verständnis und die Toleranz für Menschen, die impulsiv und emotional überreagieren, nahezu ohne Ratio. Aber dennoch ist es menschlich und auf dieser nüchternen Ebene hier, kann ich das schon nachvollziehen.
😉 Und dann kommt noch dazu, dass es schwer ist sich selbst einzugestehen, dass es eben nicht nur "Liebe" ist, sondern das von Dir erwähnte Lebenskonstrukt. Wer gibt das schon gern zu?