Zitat von alleswirdbesser: Und all die Jahre davor kann man gut damit leben, was ab der Zeit mit dem Elefanten nur noch als Zumutung erscheint?
Man lebt nicht all die Jahre gut. Man zerbricht sich den Kopf, ist unglücklich, hofft immer wieder, dass doch noch etwas zu retten ist, hangelt sich an den paar guten Tagen entlang, die es immer wieder mal gibt ...
Und irgendwann kommt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das kann ein anderer Mensch sein, mit dem man sich gut versteht, das kann aber auch etwas ganz anderes sein.
Oder man fasst aus irgendeinem Grund den Mut, der einem vorher fehlte.
Ich habe mich getrennt und zwar ganz ohne Affäre. Und ich habe es nicht einen Tag bereut. Zwar nicht nach vierzig Jahren, sondern nach nur etwa der Hälfte, aber immerhin.
Und glaub mir, ich habe schon jahrelang vorher nicht "gut damit gelebt". Ganz und gar nicht.
Übrigens glaube ich nicht, dass eine Frau, die vierzig Jahre mit einem Mann zusammen ist, es nicht merkt, wenn er unglücklich ist. So überraschend kann das also nicht kommen.
Und wenn sie es wirklich nicht merkt, dann ist es eigentlich noch schlimmer, denn das wäre ein Zeichen dafür, dass nicht mehr die geringste innere Verbindung zwischen den beiden besteht. Oder es ihr völlig egal ist.
Ich glaube ja, die Unkenrufe, dass das alles nur schiefgehen kann, kommen sehr oft von Leuten, die selbst nicht wirklich glücklich sind in ihren Beziehungen, die aber schon lange resigniert haben und sich mit ihren drögen, lieblosen oder sogar wirklich unglücklichen Beziehungen abgefunden haben, um Haus, Hof und Hamster nicht zu gefährden.
Der Eindruck entsteht jedenfalls öfter mal, wenn man von den Unkenrufern im Laufe der Zeit mal ein paar Posts mehr gelesen hat.