Zitat von Joeyjo: Anfangs war es so das sie mir das Gefühl vermittelt hat das sie nicht liebenswert sei, ich sie nicht verdient habe etc. Ich wollte ihr das Gegenteil beweisen und habe ihr gezeigt das sie mir das alles Wert ist und habe das alles auf mich genommen.
So etwas mag sich ja romantisch anhören, aber sobald es um irgendwelche echten oder auch nur bezichtigten Defizite geht, gerät eine Beziehung im wahrsten Sinne des Wortes auf die schiefe Bahn. Das macht eine schlechte Dynamik, inklusive Bringschuld einmal auf der, einmal auf der anderen Seite, und führt letztlich nur zu immer mehr Verstrickungen, bisweilen dann schon mit den groteskesten Erklärungs- und Rechtfertigungsmodellen.
Zitat von Joeyjo: Auch zur Trennung gab es eine Auflistung was ihr alles fehlt.
Ja, eine typische Mängelliste, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. (Siehe den letzten Satz des vorherigen Absatzes.)
Zitat von Joeyjo: Entsprechend fehlen mir diese Dinge und ich habe sie somit nicht verdient.
Zitat von Joeyjo: Fakt ist jedoch das sie jemanden verdient hat der attraktiver, wohlhabender und besser ist als ich.
Ich würde an Deiner Stelle einmal von diesem unsinnigen "nicht verdient" loszukommen versuchen. Das geht ja völlig am Eigentlichen vorbei.
Liebe ist ein großes Ja zu einem Wesen. Das hat mit "verdienen" nichts zu tun. Wenn jemand etwas "verdienen" will, so soll er in eine Fabrik oder sonstwohin gehen.
Man könnte, wenn überhaupt, sagen, etwas an einem und seinem ganzen Rundum sei einem anderen nicht gut genug, reichte ihm nicht aus. Es gibt ja etwa diese "Million-Dollar-Babys", für die nur ein Millionär in Frage kommt. Und hat man dann nur ein paar Kopeken im Sack, dann kann man meinetwegen sagen: Das reicht nicht aus. Aber selbst in so einem Fall kann man nicht von "nicht verdient" reden. Höchstens diese Dollar-Babys könnten sagen: An dem habe ich nichts verdient.
Was will man denn? Was soll ausreichen, gut genug, voll genug sein? Wenn jemand etwas in dieser Art mit Liebe und Zuneigung verknüpft, bekommt er den Hals ohnehin nie voll genug, und dann reicht es zwar für meinetwegen zwei Monate oder zwei Jahre, dann aber irgendwann nicht mehr.
Mir fehlt hier das Grundverständnis von Liebe, wobei ich nicht sagen kann, ob bei Dir, bei ihr oder bei beiden.
Liebe ist ja kein Jahrmarkt mit Second-Hand-Tauschhandel, und ist sie es, dann ist es keine Liebe.
Wenn ich liebe, dann liebe ich den ganzen Menschen, sein Wesen - und nicht etwas, das man haben, verdienen oder sich irgendwie zurechtschnitzen kann.
Aber ich will da gar nicht weiter ausschweifen, sondern hoffe, Du verstehst, was ich meine.