Guten Morgen in die Runde
Zitat von E-Claire: Wenn du morgen mit dem Fahrrad schwer stürzt und dann am Knie oder Knöchel eine OP ansteht, würdest Du das dann auch als Zeichen von Schwäche empfinden, daß Du in die Klinik musst?
Nein, selbstverständlich nicht.
Nur ist das eben ein komplett anderer Umstand als der jetzige.
Jedenfalls in meiner aktuellen Welt und in meinem aktuellen Denken.
Zitat von Odette: Und hier möchte ich widersprechen.
Da gebe ich dir recht.
Sicherlich hat die Trennung etwas aus dem tiefsten Inneren geholt, was bereits ewig dort gewesen ist, nie aber Beachtung fand bzw. nicht in dem Ausmaß zum Vorschein gekommen ist. Jetzt hat sich das Verborgene aber mit voller Intensität gemeldet und jetzt habe ich die Möglichkeit das anzugehen für eine andere Zukunft.
Was das angeht, ist die Trennung sicherlich ein Geschenk.
Jedoch wäre es natürlich schöner gewesen, wenn ich dieses Geschenk auch ohne Trennung erhalten hätte.
Zitat von Odette: dass dein verzerrtes Bild dieser Frau, bzw viel mehr noch von dir
… und auch das ist eben noch nicht, was ich sehe bzw. greifen kann.
Das mag sicherlich komisch klingen, aber:
Ich habe einige „negativen“ Punkte aufgeschrieben, was meine ehemalige Partnerin betreffen. Nicht mit dem Ziel sie zu denunzieren oder auf sie draufzuhauen, sondern eher um es aus den Gedanken zu lassen sowie die Beziehungsdynamik zu beschreiben.
Jedoch habe ich diese nie
bewusst als negativ wahrgenommen.
Die Eifersucht sowie der Kontroll"wahn" waren nie
bewusst etwas, was ich negativ aufgenommen habe.
Mir gaben diese Punkte innerhalb der Beziehung eine gewisse Art von Sicherheit. Nur konnte oder wusste ich damit nicht umzugehen. Schließlich hat sie sich auch immer für das Verhalten entschuldigt.
Klar ist auch, dass ich mich weiterhin (
bewusst oder unbewusst) selbst geißel.
Ich betrachte lediglich den letzten Monat der Beziehung, in dem ich mich meiner ehemaligen Partnerin gegenüber abgeschottet habe und auch teilweise ihr gegenüber gemein gewesen bin (
was mir weiterhin leid tut und sie nicht verdient hat). Bin mit Freunden feiern gegangen trotz, dass ich „depressiv“ gewesen bin (
warf sie mir berechtigterweise vor) und habe ihr davon nichts gesagt bzw. erst paar Tage vorher (
das sie alle bezüglich einer anderen Party gefragt hat, bis auf mich, hat sie natürlich vergessen … aber sie wäre ja eh nicht hingegangen … aber gut)
Dass sie sich daraufhin trennte, ist für mich nachvollziehbar. Wer will schon so jemanden an seiner Seite?
Auch weiterhin ist sie in meinen Gedanken und Emotionen meine Traumfrau respektive perfekte Partnerin.
Auf der anderen Seite kann ich mir auch eigentlich nichts vorwerfen.
Habe mich innerhalb der Beziehung nie gehen lassen. Im Gegenteil.
Wurde im Beruf immer erfolgreicher, Sport gemacht, neue Hobbys begonnen, was mit Freunden unternommen und neue Freunde kennengelernt, mich um mein äußeres gekümmert.
Daneben aber eben auch Zeit mit meiner ehemaligen Partnerin verbracht.
Mich um die Wohnung sowie den Balkon gekümmert, Einkaufen gewesen, mich um die Steuererklärungen gekümmert, ihr geholfen bei täglichen Aufgaben, ihr Arbeit abgenommen, wenn sie viel um die Ohren hatte. Sie bei ihren Hobbys unterstützt und auch für sie emotional da gewesen. Sogar diese On / Off Zeit ausgehalten – aus Liebe (oder Abhängigkeit?)
Doch scheinbar war das alles irgendwie noch nicht genug. Keine Ahnung, was noch gefehlt hat.
Vielleicht hätte ich es ihr auch nie recht machen können?
Aus diesem Strudel an Gedanken, Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen usw. komme ich aber seit Monaten nicht heraus.
Entsprechend ist mein Alltag sowie mein Leben momentan alles andere als geregelt. Man könnte sagen, dass ich aktuell lediglich »existiere«. Da das für mich eben in der Form so nicht weiter geht, hoffe ich, dass ich in der Klinik wenigstens wieder die Füße auf den Boden bekomme.
PS:
Bis heute warte ich noch darauf, dass sie mir die Versicherungsnummer der gemeinsamen Versicherung zukommen lässt, um keine drei Monate Sperre bei der Rechtsschutz zu haben (
gut mittlerweile irrelevant)
