@Acalya
Deine Stärke hätte ich gerne gehabt. Ich war ja noch einige Tage nach der Trennung in der gemeinsamen Wohnung und habe versucht mit ihr zu reden, einen Brief geschrieben und nach meinem Auszug im Laufe der Wochen zwei längere Nachrichten mit für mich unbeantworteten Fragen geschrieben und ihr trotz allem alles gute gewünscht.
Sie hat nie reagiert, nur wenn es um was Organisatorisches ging und war ansonsten nur kalt, abweisend, distanziert und einfach ein anderer Mensch als den den ich kennen und lieben gelernt habe.
Ich wäre bereit gewesen daran zu arbeiten, aber wie du sagst dazu gehören zwei. Sie war nicht bereit dazu und hat ihre Entscheidungen alleine getroffen und für gut befunden.
Gemeinsame Themen hatten wir in der Regel auch gemeinsam entschieden und bei meinen Entscheidungen habe ich sie oft einbezogen oder um Rat gefragt, ging ihr glaube ich auch auf die Nerven. Sie war halt sehr unabhängig.
Ach was, du kannst ruhig ausschweifen

Bestimmt wird es diese Momente der Schuldgefühle immer mal wieder geben, heute hatte ich noch keinen und das fühlt sich echt gut an.
Stärken, Schwächen und Fehler haben wir alle und wie du sagst mit Kommunikation kann man vieles retten oder reparieren, aber dafür muss halt auch der Wille dazu vorhanden sein.
Ich habe auch das Gefühl das es früher leichter war, als Menschen wirklich noch miteinander interagieren und die Reaktionen des gegenüber einschätzen mussten. Heutzutage ist alles so kurzlebig und geprägt von den perfekten Leben die einem im Internet suggeriert werden, es wird alles gewollt aber man möchte nichts oder möglichst wenig dafür tun. Ich finde die Welt und ihre Bewohner werden immer verrückter.
Ich dachte z.b. wir hätten eine gute Kommunikation, hatten wir aber nie. Sie hatte ihre Vorstellungen die ich nicht immer erfüllt habe und sie hielt es nicht für nötig offen darüber zu reden, der Anfang vom Ende quasi.
Ach ja, Trauer, Verlust und Einsamkeit sind Begleiter die mal mehr, mal weniger präsent sein werden mich aber noch eine Weile begleiten. Ich lerne damit umzugehen und das Kapitel zu schließen auch wenn ich gerne noch ein paar weitere Seiten hinzugefügt hätte. Ein Kapitel mit einem unschönen und dramatischen Ende, aber einem an dem ich wachsen und mich verbessern kann um das nächste Kapitel besser und schöner zu gestalten, sei es alleine oder vielleicht zukünftig mit jemand anderem.
Ich werde vermutlich nur, falls irgendwann wirklich eine neue Frau in mein Leben tritt die meine Ansichten, Werte und Vorstellungen teilt, sehr lange brauchen um wieder solch ein Vertrauen und tiefe Gefühle zulassen zu können. Ein bisschen geschädigt bin ich durch diese Geschichte allemal.