Ferxer
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Gestern Abend hat sich mein Freund nach einer achtjährigen Beziehung von mir getrennt. Im September würden wir uns zehn Jahre kennen und wir wollten das auch eigentlich feiern. Unsere Beziehung war etwas sehr Besonderes, es war für uns beide die erste richtige Beziehung und somit auch die erste richtige Liebe. Wir sind zusammen durch alles durchgegangen. Jedes Problem konnten wir mithilfe eines Gespräches beseitigen. Es gab nie einen Punkt, an dem einer von uns gesagt hätte: Da hat es gekriselt.
Nichtsdestotrotz hat vor allem er sich verändert. Er wird nächstes Jahr dreißig und hat durch unsere gegenseitige Unterstützung noch einmal den Schritt gewagt, sich neben seinem Beruf etwas Selbständiges aufzubauen. Leider war das auf gewisse Weise auch unser Untergang, denn er hat dadurch den Fokus nur noch auf das Arbeiten gelegt, wodurch ich gemerkt habe, dass es zu kleinen Meinungsverschiedenheiten kommt. Die konnten wir aber immer gut regeln, man sprach sich aus und änderte gewisse dinge.
Seit letzter Woche war die Luft plötzlich anders. Das ganze Thema rund um die Beziehung wurde anstrengender. Wir wollten eigentlich bald heiraten, er sprach oft über einen Antrag und über unsere Zukunft. Doch mir fiel auf, dass er in den letzten Tagen dem Thema aus dem Weg ging. Gestern Abend gab es also ein klärendes Gespräch, in dem er mir gestand, nicht mehr so zu fühlen wie früher. Nicht mehr genug. Soweit ich verstanden habe möchte er seinen Fokus mehr auf das Arbeiten legen. Sozusagen stellt er sich ein anderes eigenes Leben vor.
Es ist immer noch ein Schock für mich. Wir reden nach wie vor miteinander. Ich bin ihm auch nicht sauer. Wir arbeiten nach wie vor zusammen, da wir einiges bereits zusammen angeschafft haben, wie Tiere oder gar Verträge. Er will mich nicht hängen lassen und er findet es furchtbar, wie sich das nun entwickelt hat. Wir reden auch viel, aber es ist klar, dass es nichts mehr wird, vor allem von seiner Seite aus.
Es ist ein absolut schreckliches Gefühl. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, da er mein bester Freund ist und wir schließlich acht Jahre zusammen waren. Er ist ein toller Mensch, er meint auch, dass er keines unserer Jahre bereut und wir weiterhin füreinander da sind. Aber es ist komisch, ihn plötzlich nicht mehr als festen Freund zu haben.
Alle meine Hobbys habe ich mit ihm geteilt, jeden Song, jede Sendung und jedes Buch. Ich habe richtige Probleme, vorwärtszuschauen, da ich meine gesamte Zukunft nur mit ihm geplant hatte. Und nun stehe ich da und muss auf einmal einen Plan haben wie ich nun alleine mein Leben bestreite.
Ich weiß, ich bin noch jung und dass es bestimmt irgendwann besser wird. Aber ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll. Ich rede viel mit ihm, das hilft, da wir uns da beide sehr gut verstehen. Aber ich fürchte mich sehr vor der Nacht und der Einsamkeit. Genauso vor meiner zukunft.
Habt ihr Tipps? Was hilft euch und wie kommt man wieder zu klaren Gedanken?
