Moin, wie versprochen, hier ein Update zu meiner Gefühlslage. Vielleicht hilft es manchen in der Zukunft, wenn man vor einer ähnlichen Situation steht.
Ich habe gestern meine neue Routine, mindestens 8000 Schritte zu gehen, mit dem Einkaufen von Bewerbungsmappen für die heutige Wohnungsbesichtigung verbunden. Da ich eh in einem grossen Shoppingcenter war, hab ich mir gleich was gutes getan und neue Sweatshirts gekauft. Ich hab also das shoppen für mich entdeckt

Ich bin dann auch früh ins Bett, durch die tägliche Bewegung ist das einschlafen deutlich leichter. Ich schnarche durch das Abnehmen nicht mehr, sagt zumindest die Schlafapp. Das war mir irgendwie ein wichtiger Punkt. Durch ein privates Gespräch mit einer Kollegin ist mir nach der Trennung aufgefallen, dass mein Selbstwertgefühl durch die Beziehung ordentlich gesunken ist. Während ich aus meiner Sicht immer aufbauend war (Helfersyndrom eben...),kam von ihr häufig Kontra mir und meiner Person gegenüber. Ein Satz, der sich tief eingebrannt hat und den ich in den Jahren bestimmt 4-5mal so gehört habe, war: "Ohh, du hast schon wieder deine 5 Kilo zugenommen, du schnarchst nachts wieder!". Das dann morgens nach dem aufstehen zu hören, wenn man feststellt, dass die Freundin wieder auf dem Sofa geschlafen hat, tat mir langfristig nie gut und hat auch defintiv nicht den Ansporn gebracht, abzunehmen; im Gegenteil. Deswegen bin ich da für mich schon sehr stolz drauf.
Heute geht's dann schon wieder besser, die Besichtigung war ok, die Wohnung leider gar nicht. Aber dafür gibt's neue Termine mit neuen Wohnungen. Das baut schon auf und ich freue mich, mal richtig nur für mich zu wohnen, Möbel nur für mich zu kaufen, etc.
Morgen geht's dann Kaffee trinken mit ner Freundin, für den Sonntag hat sich die Kollegin von vor ein paar Sätzen oberhalb selbst hierher eingeladen. Also wieder viele Lichtblicke! So bauen sich aktuell meine Tage wieder auf und ich merke, wie ich symbolisch jedesmal weiter einen Schritt aus dem Schlamm nehme, der sich hier angesammelt hab. Mag sein, daß es noch dauert, bis ich da ganz raus bin und noch viel länger, bis Reste vom Schlamm von meinem Beinen abfallen, aber der Tag kommt, da bin ich mir sicher.
Was mich aktuell und auch gerade jetzt immer wieder etwas runter zieht, ist die Hoffnung, sie könnte wieder kommen. Ich bin immer noch am dem Punkt, wo ich mir unter Bedingungen und Konsequenzen noch einen Versuch mit ihr vorstellen könnte. Das geht auch nicht aus dem Kopf. Ich denke mir immer noch, das war nicht sie, die das entschieden hat, das waren Medikamente, neue Gefühle für wen anderes und die rosa Brille. Sie war nie so...unüberlegt. Und all das, weil ihre Therapeuten ihre gesagt haben, sie führe eine freundschaftliche Beziehung mit mir.
Dieses hin und her im Kopf macht mich etwas kirre. Einerseits freue ich mich, etwas für mich zu tun, zu flirten, etc. Anderseits ist diese Hoffnung noch so groß. Und ich weiß nichtmal wieso.
Ich weiß, niemand kann in ihren Kopf gucken und niemand kennt unsere Beziehung wie wir sie hatten, sondern maximal aus meiner einseitigen Sicht... Aber gibt's Tipps, wie ich damit besser umgehen kann? Vielleicht kann mir einfach jemand sagen, wie quatschig diese Hoffnung ist? Darüber wäre ich sehr dankbar^^