november
Gast
ich lese hier schon den ganzen Abend mit und habe mich jetzt doch dazu entschieden, auch meine Geschichte aufzuschreiben.
Ich kann es einfach nicht verstehen. Wir waren ein dreiviertel Jahr zusammen. Er ist generell egoistisch und schaut oft nur nach sich und seinen Bedürfnissen. Von Beginn der Beziehung an.
Wir (beide Ende 20) führen eine Fernbeziehung und sehen uns nur an den Wochenenden. Aber selbst dann hat er nur Zeit für mich, wenn er es gerade für richtig hält. Er hat an jedem Wochenende einen "Kumpelstag". Dann geht er mit seinen Kumpels in Clubs feiern. Bis in die frühen Morgenstunden. Versteht mich nicht falsch, ich bin auf jeden Fall dafür, dass jeder in einer Beziehung seine Freiheiten hat und dass auch die Freundschaften weiter gepflegt werden (ich bin auch ein sehr offener und unternehmungslustiger Mensch), aber ich verstehe nicht, warum er an jedem Wochenende diesen Abend haben muss. Und es muss auch immer ein Club sein. Würde es (Ende 20!) nicht auch mal ein etwas ruhigerer Kinoabend oder Barabend tun? Samstags arbeitet er dann auch oft noch nebenher in einem Aushilfsjob, sodass wir dann teilweise nur den Sonntag für uns haben.
Wir haben immer wieder deswegen gestritten. Ich habe ihm erklärt, dass ich es schade finde, wenn wir uns nur so wenig sehen und ich es auch nicht in Ordnung finde, dass er ohne Absprache mit mir immer wöchentlich diese Treffen vereinbart. Er versteht es nicht und ist in der Hinsicht auch überhaupt nicht kompromissbereit. Ach ja, dabei haben will er mich an diesen Abenden "natürlich" auch nicht.
Ich habe mir das jetzt über ein halbes Jahr lang angeschaut, bin auf ihn zugegangen und habe tausende Diskussionen geführt. Kein Ergebnis und wenn dann nur kurzweilig. Ich habe ihm auch schon öfter gesagt, dass ich so keine gemeinsame Zukunft sehe und das so auch nicht ewig mitmache.
Er lebt sein Singleleben und wenn er dann mal Zeit hat, ist es für ihn schön eine Freundin zu haben.
Heute habe ich es dann endlich gemacht. Ich habe ihn noch einmal gefragt, ob er bereit ist, mit mir gemeinsam eine Lösung oder einen Kompromiss zu finden. Er meinte, er will mich nicht verlieren, aber nein. Ich habe meine Sachen gepackt und bin gegangen. Ist mir sehr schwer gefallen. Ich habe immer wieder auf eine Änderung gehofft.
Jetzt bin ich in einem Gefühlschaos zwischen Trauer und Wut. Trauer, weil es eigentlich - abgesehen von den Streits - eine sehr schöne Zeit war und wütend darüber, dass er einfach alles hinschmeißt! Er sagt immer die Beziehung sei ihm ach so wichtig. Warum ist er dann nicht bereit etwas zu ändern?
Am liebsten würde ich ihm schreiben, wie sauer und wütend und enttäuscht ich bin und ob es wirklich sein Ernst ist. Aber ich weiß, dass das nichts bringt.
Wie gehe ich denn jetzt mit dem Gefühlschaos um? Ging es euch auch so? Aber die Entscheidung war doch richtig!? Soll ich mich gar nicht mehr melden und eine Kontaktsperre halten?
Danke Euch fürs Lesen!

