ljus
Gast
Zitat von Margerite:Selbst wenn er eine Therapie in Angriff nimmt, kann vieles passieren. Z.B. dass er die Altlasten abschütteln will, weil sie keinen Platz mehr in seinem Leben haben und er sich davon lösen will. Es kann auch sein, dass er durch eine Therapie zunächst in eine noch tiefere Krise rutscht, denn da geht es dann ans Eingemachte, sofern der Therapeut überhaupt was taugt. Ich habe öfters das Gefühl, dass die sogenannten Therapeuten nicht viel taugen und nichts anderes als "Zuhörer" und Kummerkasten sind.
Es scheint sich einiges an Schrott herumzutreiben, weil es einfach ein gutes Marktfeld ist
Ja, mag sein. Es kann aber auch sein, dass er durch eine Therapie erkennt, dass die Beziehung nicht der Stressor in dem Ganzen, sondern eine wichtige Ressource war. Ich habe mit meiner Therapeutin darüber gesprochen und sie meinte auch - so neutral, wie sie es in diesem Fall und vor allem aus der Ferne beurteilen kann - dass die Beziehung vielmehr haltgebend war und er sich diesen wichtigen Halt nun genommen hat, wodurch die noch vorhandenen Stressoren viel stärker auf ihn einwirken.
Therapieren möchte ich ihn nicht, das ist weder meine Aufgabe noch habe ich Fähigkeiten dazu. Ich könnte aber - nicht jetzt, irgendwann vielleicht - da sein, auf seinem Weg der Heilung, der Genesung. Für mich macht das eine Partnerschaft durchaus auch aus, dass man den anderen nicht ablehnt oder abweist, weil er seine eigenen Probleme beackert. Und wenn man das mal mit anderen Augen sieht: Wer wäre nicht froh, wenn er wegen einer Lebenskrise nicht aufgegeben werden würde?
Natürlich will und werde ich versuchen, mein eigenes Leben aufzubauen, eine andere Wahl habe ich nicht. Aber ob diese Hoffnung sterben wird, vermag ich derzeit nicht zu sagen.