Zitat von Wollie:in Beziehungen geht man nunmal auch durch nicht so schöne Zeiten.....und er hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt zu reden
JA! Und das hat er nicht getan. Er sagt/schreibt zwar, er sei nicht mehr an mich herangekommen, aber versucht hat er es nicht. Er hat sich zwar angehört, was ich zu sagen hatte und hat hier und da einen Lösungsvorschlag gemacht, aber was meine Unzufriedenheit oder der Stress in der Paarbeziehung mit ihm macht, hat er nicht geäußert. Es fielen keine Sätze wie "du ziehst mich runter" oder "Ich habe das Gefühl, es läuft etwas schief, wir müssen etwas tun" oder "Ich fühle mich nicht wohl und bin unzufrieden" - nicht einmal.
Auch wenn die Gefühle für mich im Laufe der Zeit abnahmen, hätte das durch Kommunikation aufgehalten werden können, statt es soweit kommen zu lassen.
Zitat von Wollie:das mit dem Brief ist meiner Meinung nach erstens feige und zweitens eine miese Nummer dich irgendwie warm zu halten
Ich hätte mir schon ein klärendes Gespräch gewünscht, bei dem alle Karten auf den Tisch gepackt werden. Aber eben ein Gespräch, in dem ich hätte unmittelbar reagieren können und keinen Brief. Auch hätte ich mir konkretere Aussagen gewünscht.
Zitat von Tatiana:"Der will Hoffnung wecken"---und sieh da: Genau das fühlst du auch am ende--natürlich! Wie kann man die nicht haben, nach diesen Worten von ihm.
Ja, das hat er geschafft. Allein durch die Tatsache, dass er sich hingesetzt und sich die Mühe gemacht hat. Andererseits denke ich, will er vielleicht einfach sein Gewissen beruhigen und hat es nur für sich selbst gemacht. Ich stelle mir auch die Frage: wenn er eine andere hat, bei der er schläft - wie ernst oder nicht-ernst auch immer das sein mag, warum beschäftigt er sich noch so intensiv mit dem "Alten"? Warum lässt er es nicht gut sein oder kann es nicht gut sein lassen? Ich habe nie aktiv um eine Erklärung gebeten, habe nicht gesagt "bitte erkläre mir, was bei dir passiert ist, wenn du dich sortiert hast" o. ä. Gewünscht habe ich es mir natürlich insgeheim, aber in einem Gespräch und konkret. Ich finde es auch der anderen Frau gegenüber irgendwie unfair, mir zu schreiben, er wisse nicht, ob es gerade richtig ist wie es ist.
Zitat von Tatiana:dann würde er auch gar nicht mehr Kontakt aufnehmen
Genau...ich habe auch darum gebeten, mich nicht zu kontaktieren. Ich möchte nichts sehen oder hören, möchte keine belanglosen Fragen nach meinem Befinden etc. bekommen, weil es mich jedes mal aufwühlt, irgendetwas von ihm zu sehen. Ich melde mich nicht von mir aus, antworte nicht (außer es geht z. B. um das Haus oder meinen Auszug), folge ihm nicht mehr auf Social Media etc. Deshalb finde ich es auch daneben, nach meiner neuen Adresse zu fragen - der einzige Ort, an dem er keine Rolle spielt, in den er noch nicht eingedrungen ist.
Zitat von Tatiana:Ich glaube, der weiß das selber nicht und kann einfach gearade das Endgültige schwer ab.
Er hat es so entschieden und er hatte einen enormen Vorsprung vor mir. Bevor er die Absage und auch die Trennung aussprach, hat er sich wochenlang damit beschäftigt und emotional gelöst. Er hat eine Entscheidung getroffen und da frage ich mich schon, warum ihn das 7 Wochen nach der Trennung noch so beschäftigt, dass er meint, mir einen Brief hinlegen zu müssen. Dass ich nicht mehr Teil seines Lebens bin, ist die Konsequenz seines Handelns, zu der er stehen sollte.
Zitat von Tatiana:Trennungsgrund war: Du brauchtest ihn in der Zeit zu sehr und das ist etwas, was er nicht bieten kann. Nicht hart. Er braucht wen, die sich um ihn kümmert und die nicht zu viel von ihm fordert
Schade, aber wahrscheinlich hast du vollkommen Recht. Er hat in unserer ersten ernsthaften Krise das Handtuch geworfen, bevor er überhaupt einen Ton gesagt hat. Es fühlt sich für mich so an, dass er wochenlang überfordert war, vielleicht wirklich auf seine Art versucht hat, es zu regeln und an mich heranzukommen, aber lieber gegangen ist, statt das Unangenehme konkret zu benennen oder gemeinsame Arbeit zu investieren - die nur gemeinsam hätte stattfinden können, wenn er das Gespräch mit mir gesucht hätte. Das wäre sicher nicht ganz ohne Konflikte abgelaufen, aber der richtige Weg gewesen - schreibt er ja sogar selbst, d. h. er wusste, was richtig gewesen wäre und hat es trotzdem nicht gemacht. Hätte ich gewusst, wie es in ihm aussieht, hätte es "Klick" gemacht, das hat es nun ja auch. Er war mein Partner und das letzte, was ich wollte, war, dass es ihm schlecht geht oder dass unsere Beziehung gefährdet wird.
Was mich irritiert oder mich nachdenken lässt: ich war seine längste Beziehung. Vielleicht ist es seine Unerfahrenheit in längeren Liebesbeziehungen, die ihn so hat reagieren lassen? Dass er nicht darum weiß, dass im Laufe der Zeit eben auch Dynamiken eintreten wie: sich voneinander entfernen und wieder annähern, Wünsche und Bedürfnisse ausloten, hier und da vielleicht auch mal Zweifel, sich und die Beziehung hinterfragen, zeitweise auch mal weniger Gefühl etc.
Es ist wohl müßig, sich diese Frage und alle anderen Fragen, die in meinem Kopf rumgeistern, zu stellen. Antworten werde ich wohl nicht erhalten. Mit rationalen Argumenten, anderen Sichtweisen und Vorschlägen bin ich nicht mehr an ihn herangekommen.