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Trennung wegen Krise kurz vor der Hochzeit? Neue Frau?

Sabine90

Liebe Community,

ich bin neu in diesem Forum und noch nicht sicher, ob ich auf der Suche nach Hoffnung oder einem Rat zur Aufgabe bin.
Zu meiner Geschichte, die etwas länger wird: mein Ex-Freund (41) und ich (30) waren etwa viereinhalb Jahre zusammen und sind nun vier Wochen getrennt. Wir sollten kommenden Samstag standesamtlich und kommende Woche frei heiraten. Den Antrag machte er mit Anfang 2019. Ich freute mich extrem, obwohl ich nicht hätte heiraten müssen und diesen Traum von der Hochzeit in weiß nie hatte. Er war aber mein Gegenstück - so fühlte es sich immer an, gleiche Werte, gleicher Humor, gleiche Einstellung zum Leben, ähnlicher Charakter und dennoch auch einige Unterschiede, die ich aber gut fand.

Vor sieben Wochen waren wir noch zusammen im Urlaub. Einen Tag vor dem Urlaub sagte er mir, dass wir diese Zeit im Urlaub auch für uns nutzen sollten und er sich viele Gedanken über die letzten Monate mache (dazu weiter unten mehr). Im Urlaub eröffnete er mir dann, dass er sich bzgl. der Hochzeit nicht mehr sicher sei. Ich war geschockt - meine Reaktion war eher impulsiv, statt überlegt, aber ich denke völlig verständlich in einem solchen Moment: Ich sagte ihm, dass mich das sehr verletzt und dass es wohl die Trennung bedeute. Er sagte, dass er das eigentlich nicht wolle. Die nächsten Tage im Urlaub waren ob dieser Umstände natürlich nicht mehr unbeschwert, aber "schön". Allerdings suchte ich täglich das Gespräch, während er sich in seine Gedanken zurückzog. Nach dem Urlaub stand immer noch keine Entscheidung fest, es war ein Hin und Her. Er sagte, er könne sich die Zukunft nicht ohne mich vorstellen, er kann und will nicht ohne mich sein, er liebt mich, aber hat Angst, dass wir aus dem Tief der letzten Monate nicht mehr herauskommen. Die Situation wurde auch für mich immer unerträglicher. Montag vor fünf Wochen fuhr ich sehr früh morgens einfach zur Arbeit, ohne mich zu verabschieden, weil ich einfach auch irgendwann nur noch gekränkt war. Er kam etwa eine Stunde später "hinterher gefahren" und sagte mir, er hätte Panik bekommen, als ich morgens nicht da war und kann sich nicht vorstellen, mich nicht mehr bei sich zu haben. Wir sollten uns zusammenraufen und heiraten. Die Tage danach änderte sich die Stimmung wieder. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich niemanden eingeweiht, aber konnte Mittwoch vor fünf Wochen nicht mehr - ich fuhr nachmittags zu meiner besten Freundin und blieb über Nacht, ohne Bescheid zu geben. Er war abends lange unterwegs und es fiel ihm erst nachts auf, dass ich nicht da bin. Ich schrieb ihm, dass ich einfach Abstand aus dieser Situation brauchte. Am nächsten Tag trafen wir uns zum Gespräch und er sagte mir, dass er die Hochzeit nicht wolle, dass er sich nicht wohl dabei fühle, vor all seinen Freunden und seiner Familie ein glückliches Paar "zu spielen", eine Hochzeit solle die Krönung einer Beziehung sein, kein Neustart o. ä. Ich gab ihm Recht und willigte in die Absage der Hochzeit ein, weil sie ohnehin nicht mehr in meiner Hand lag, sondern in seiner. Gleichzeitig machte ich den Vorschlag, als Paar zu versuchen, wieder zueinander zu finden und das, was sich da bei ihm angestaut hatte, zu beheben. Er willigte ein - auf Abstand und eigenen Interessen nachgehen, sich zwischendurch bewusst Zeit füreinander nehmen. Das tat er jedoch nicht und ich bekam es nicht hin, auf Abstand zu gehen. Eine Woche später machte er Schluss mit den Worten, er fühle nicht, dass wir es schaffen können, er könne nicht das geben, was wichtig wäre, unsere Unterschiede seien zu groß und der Streit zu viel, er sei in letzter Zeit nicht mehr gerne nach Hause gekommen, er hätte sich schon mit der Trennung abgefunden, wenn wir nicht heiraten, wenn er alleine sei, wisse er, was richtig sei, wenn er mich sehe, geriete diese Sicherheit ins Wanken, er wisse aber nicht, ob das noch Liebe sei oder nur Gewohnheit. Zudem, dass in den letzten Monaten "etwas in ihm kaputtgegangen sei" und eine Beziehung keine Arbeit bedeuten und von sich aus einfach sein sollte.

Nun zu den letzten Monaten - ich versuche, die Situation sehr objektiv zu schildern - mein Ex-Freund sprach die ganze Zeit immer nur von "zu vielen Unterschieden, zu vielen grundlegenden Problemen", die er aber nicht konkret benannte. Ich habe diese Zeit als schwierige Phase wahrgenommen, eventuell als Krise, aber niemals habe ich an uns gezweifelt:

Während der letzten ca. 6-8 Monate gerieten wir irgendwie aus dem Gleichgewicht, es gab verschiedene Baustellen. Die Hochzeit war ein Streitpunkt, weil er sich meinem Empfinden nach zu wenig einbrachte.
Ich war sehr unzufrieden mit mir, meiner Jobsituation, war antriebslos, suchte mir keinen Ausgleich mehr, war kaum noch unterwegs, hatte Konflikte mit meinen Freunden (die wohl aus meiner eigenen Unzufriedenheit resultierten) und habe mich immer mehr auf ihn fokussiert. Leider schaffte ich es nicht, meinen Frust irgendwie im Zaum zu halten und ließ ihn zu Hause raus. Ich meckerte und kritisierte. Zudem starben im Abstand von drei Monaten meine Großeltern, was mich emotional sehr belastete.
Mein Ex-Freund hatte Stress im Job - er ist selbstständig in der Reisebranche, in der seit März Corona-bedingt einfach nichts mehr geht. Stillstand ist etwas, das er nur schwer ertragen kann. Er ist ein Macher-Typ, der immer wieder neue Ideen umsetzt. Corona führte auch dazu, dass einige unserer Reisen (gemeinsam und getrennt voneinander) abgesagt werden mussten. Er braucht immer ein recht ausgeglichenes Nähe-Distanz-Verhältnis, ist gerne viel unterwegs, geht seinen Hobbys nach (Golf & Fußball), macht gerne Golf-Reisen. Das war auch soweit immer in Ordnung für mich. Ich selbst habe nicht das Bedürfnis, ganz so viel unterwegs zu sein und das war immer okay. Es schlich sich jedoch ein, dass ich immer mehr Aufmerksamkeit verlangte und immer mehr klammerte. Durch meinen Frust und meine "Wut auf die Welt" zog ich mich zurück und konzentrierte mich auf das, was mir Halt gab: auf ihn. Ich verlor mich irgendwie und machte meine Zufriedenheit von ihm abhängig. natürlich nicht leistbar! Er ist jemand, der sich sehr verantwortlich fühlt, manchmal zu viel - hat sich um alles rund um unser (Miets-)Haus etc. gekümmert, wollte, dass es mir/uns gut geht - manchmal etwas zu sehr und konnte sich nicht abgrenzen.
Er distanzierte sich innerlich wohl immer mehr von mir, ohne dass ich es mitbekam. Und: er sagte nichts. Zwischendurch meckerten wir uns abends auf der Couch mal hier und da an, aber es gab kein einziges Gespräch in den vergangenen Monaten, in dem er mir von seinen Gedanken oder Gefühlen in der Situation erzählte - ich hörte schließlich erst vor sieben Wochen das erste Mal davon. Er haute auch nicht mit der Faust auf den Tisch und sagte mir, dass er genervt sei o. ä. - nichts dergleichen.
Mitte Juli kaufte er seinen Hochzeitsanzug und weihte dabei wohl das erste mal seinen besten Freund ein, Ende Juli dann mich - ca. acht Wochen vor der Hochzeit.

Seit der Trennung verzweifle ich. Ich hätte gerne die Chance gehabt, etwas zu ändern, weil ich der festen Überzeugung bin, dass es in unserem Fall nicht um grundlegende Probleme, sondern die Haltung zu den Dingen geht, die sich auf meiner Seite sehr zum Negativen hin entwickelt hat. Seit der Trennung bin ich zu meinen Eltern gezogen, treffe ich mich wieder mit meinen Freunden, die mir Halt geben, habe mir direkt zum 1.10. eine Wohnung gesucht, gehe täglich arbeiten und versuche, einen Alltag zu leben, aus meinem Trott und meiner Abhängigkeit von ihm in den letzten Monaten herauszukommen. Zunächst unterließ ich jeden selbst initiierten Kontakt zu ihm. Seit zwei Wochen bestand wieder mehr Kontakt - schriftlich und persönlich. Er sagte, dass er sich in unserem Haus nicht mehr wohl fühle, es erinnere ihn alles an schöne Zeiten und er fühle den Schmerz, mich enttäuscht zu haben. Es täte ihm sehr weh, wie es gekommen sei und dass er sich nicht früher geäußert hat, um eventuell noch irgendwas zu retten. Er hat es einfach geschehen lassen. mit seinen Freunden spricht er nicht über uns und verdrängt seine Gefühle. Stattdessen ist er fast täglich am Golfplatz, weil die Leute dort ihn nicht so gut kennen oder ausfragen. Ich sagte, ich würde uns gerne eine Chance für die Zukunft einräumen, nicht heute, nicht morgen, aber vielleicht in einigen Wochen/Monaten, wenn etwas Zeit vergangen ist - sich neutral annähern, wenn wir uns wieder gefangen haben. Ich habe nicht einmal gebettelt, ihn betrunken angerufen, ihm meine Liebe beteuert oder groß geweint, war emotional, aber sachlich.

Vergangenen Sonntag trafen wir uns auf mein Bitten hin, weil ich ihm mitteilen wollte, dass ich eine Wohnung gefunden habe und wir das Haus kündigen müssen. Bei diesem Gespräch fragte ich ihn auch, wo er die Nächte verbringt, die er nicht zu Hause ist - das war mir aufgefallen, wenn ich zwischendurch Sachen (Kleidung etc.) geholt hatte. Er eröffnete mir, dass er die letzten zwei Nächte, die er nicht zu Hause war, bei einer anderen Frau verbracht habe - der Sekretärin aus seinem Golfclub. Die beiden seien intensiv ins Gespräch gekommen, hätten sich über ihre aktuellen Lebenssituationen ausgetauscht und sie habe es ihm angeboten. Es sei zwar auch (betrunken) etwas gelaufen, aber er habe auf dem Sofa geschlafen. Ich war und bin geschockt und wie gelähmt und glaube ihm nicht. Natürlich sind wir getrennt und er kann machen, was er will, aber ich werde den Verdacht nicht los, dass sich da vorher bereits etwas angebahnt hat. Warum sollte sie einem Bekannten aus dem Golfclub - ihrer Arbeitsstelle - einen Schlafplatz anbieten? Warum sollte zwischen den beiden etwas laufen und er schläft trotzdem auf dem Sofa - zwei Nächte hintereinander? Warum schläft er dort statt bei einem Freund, wenn er sich in unserem Haus nicht mehr wohlfühlt?

Ich fühle mich ausgetauscht und frage mich, wie man drei Wochen nach der Trennung etwas Neues anfangen kann - er hat nicht bestritten, dass es etwas Neues sein kann oder gesagt, es sei ein Ausrutscher gewesen. Ich frage mich, seit wann sich das mit den beiden angebahnt hat und ob da nicht vor Wochen/Monaten schon etwas war. Normalerweise postet er recht viel auf Social Media. Aus unserem Urlaub wollte er nichts posten. Wir waren auf Mallorca und das wurde zu der Zeit bereits kritisch bzgl. der Infektionszahlen gesehen. Er wolle keine Online-Diskussionen anfangen. Die Begründung kam mir logisch vor, aber heute? Er hat extreme Schuldgefühle mir gegenüber, obwohl ich ihm sagte, ich vergebe ihm und es auch so meinte. Er weinte jedes mal, wenn wir uns sahen, konnte mich kaum ansehen. Woher kommt diese Schuld - weil es die andere bereits gab, als es uns noch gab? Er sagt, er weine, weil das ehrliche Gefühle seien, die ihm zeigen, dass es nicht mehr so ist wie es mal war. Warum tut er nichts dafür? Wenn mir jemand so viel bedeutet, würde ich alles versuchen.

Warum hat er während der letzten Monate nicht gesagt, wie es in ihm arbeitet? Wie kann er schon SO krass mit mir abgeschlossen haben, ohne einen einzigen Versuch, uns auf die Reihe zu bekommen und gleichzeitig sagen, dass unsere Trennung auch für ihn einen enormen Einschnitt bedeutet und er leidet, wenn er sich doch innerlich schon entfernt hatte? Die Absage unserer Hochzeit verstehe ich aus der Situation der letzten Monate heraus, aber den Rest nicht. Warum hat er uns keinerlei Chance gegeben und ist stattdessen zur nächsten geflüchtet? Es tut enorm weh und ich habe Angst davor, dass sich meine Vermutung bestätigt, dass sich zwischen den beiden bereits länger etwas aufbaut und sie nun eine Beziehung eingehen - so kurze Zeit nach uns!

Ich hoffe inständig, dass es nicht so ist. Ich liebe und vermisse ihn sehr und möchte ihn gerne zurück gewinnen. aber so? Macht das überhaupt einen Sinn? Kann ich etwas tun, außer mich zurückzuziehen und zur mir zurück zu finden?

Viele Grüße und lieben Dank!
S.

17.09.2020 08:14 • x 1 #1


T4U

T4U


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So aus dem Stehgreif, gehe ich davon aus, das er mit der Trennung schon länger beschäftigt ist und deswegen sich nun leichter neu orientiert. Ob die Sekretärin nun nur Mittel zum Zweck oder was festeres darstellt, kann nur vermutet werden.


Zitat von Sabine90:
Kann ich etwas tun, außer mich zurückzuziehen und zur mir zurück zu finden?

Nicht viel. Statt zu klammern - lass ihn laufen.
Zitat von Sabine90:
Er hat extreme Schuldgefühle mir gegenüber, obwohl ich ihm sagte, ich vergebe ihm

Warum vergibst du ihm so schnell, ohne das er irgendwas erläutert oder erklärt?

17.09.2020 08:43 • #2



Trennung wegen Krise kurz vor der Hochzeit? Neue Frau?

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stillsad


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Tut mit Leid, dass du das Erleben musstest. Leider habe ich etwas ähnliches bei meinem Ex erlebt, nur ohne die Sache mit dee Hochzeit. Ich denke auch, dass er schon länger abgeschlossen hat. Du kannst da wirklich nichts mehr machen, als das Ganze zu verarbeiten und gut zu dir zu sein. Wenn ihr wirklich zusammenpasst, dann werdet ihr wieder ganz alleine zueinanderfinden. Aber dass er nicht mit dir vorab über seine Gefühle geredet hat, zeigt ja eigentlich, dass ihr nicht zusammenpasst. Denn du hättest gekämpft.

Aber sag mal, wo ist deine Wut? Er hat eure Hochzeit abgesagt - bist du da nicht sauer und maßlos enttäuscht von ihm?

17.09.2020 08:55 • #3


Rosa-91

Rosa-91


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Holy Shi*!

Meine ehrliche Meinung: Was willst du mit einem Mann, der nicht bereit ist konstruktiv an EURER Beziehung zu arbeiten?
Auf lange Sicht wäre eine Ehe unter diesem Umständen gescheitert.
Und nachdem er auch noch was mit dieser Frau hatte, wäre bei mir der Ofen erst recht aus. Deine Gefühle kann ich zu 100% nachempfinden und die solltest du auch wahrnehmen! Sie signalisieren dir, dass du skeptisch sein solltest! Ein guter Rat!

Brauchst du einen Mann, der sich lieber anderweitig vergnügt, als Probleme mit dir gemeinsam zu lösen?

17.09.2020 08:56 • x 1 #4


Sabine90


Ich vergebe ihm die Absage der Hochzeit und die Abnahme seiner Gefühle, weil ich ehrlich darüber reflektiert habe, was schief lief und dass wir beide unseren Teil dazu beigetragen haben, dass es so kam wie es kam - ich genauso wie er. Der Satz, dass er nicht mehr gerne nach Hause kam, hat sich tief eingebrannt und tut mir sehr weh. Das hätte vor Monaten ein Weckruf sein können/müssen!

Der Vorwurf, den ich ihm mache, ist, dass er nicht gesprochen hat. Ich bin der Meinung - und kenne es aus dem Freundes- und Bekanntenkreis nicht anders - dass es immer Höhen und Tiefen gibt in Beziehungen. Es ist nicht alles rosarot, vor allem nach einigen Jahren nicht mehr. Was stört, muss angesprochen werden, wenn nötig, auch sehr deutlich. Warum er das nicht tat? Er sagte, er hätte nicht gewusst, wie und wann. Meine Großeltern starben, ich wurde 30, mein JGA stand an (den er mit plante). Als er es ansprach, war es schon zu spät und ich machtlos.

Ja, ich hätte gekämpft bzw. damals den Prozess durchlaufen, den ich jetzt durchlaufe, mich runtergefahren und darauf besonnen, dafür zu sorgen, mich wieder selbst zu schätzen.

Ich wünschte, ich könnte jetzt noch etwas tun...

17.09.2020 09:07 • x 1 #5


Rosa-91

Rosa-91


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Zitat von Sabine90:
Er sagte, er hätte nicht gewusst, wie und wann

Billige Ausrede.

Zitat von Sabine90:
Ich wünschte, ich könnte jetzt noch etwas tun...

Ich gebe dir Brief & Siegel drauf, dass es nicht geklappt hätte. Wenn er nicht ausreichend oder schlecht kommuniziert dann könnt ihr auch keine Krisen bewältigen. Dieser Mann ist kein Zukunftsmaterial und du solltest dankbar sein, dass du dir die Kosten & Nerven einer Scheidung sparst.
Dieser Typ von Mann schweigt lieber und vergnügt sich anderweitig, als den eigenen Schei? vor der Tür zusammen zu kehren.

Brauchst du nicht! Aus dir spricht aktuell noch die Gewohnheit.
Es braucht seine Zeit, aber dann wird dein Verstand dir sagen, dass du besseres brauchst.

17.09.2020 09:11 • x 1 #6


Sabine90


Danke für eure Rückmeldungen bisher!

Ich habe ein großes Problem damit, zu akzeptieren, dass ich mich wohl so sehr in ihm getäuscht habe.
Er ist normalerweise ein sehr pragmatischer Mensch, der klare Entscheidungen trifft. Ich kann mir einfach nicht erklären, warum er in diesem Fall so hin- und her gerissen war, grundlegende Probleme gesehen hat, die nicht da waren/sind, sich selbst alles schlecht geredet hat. Es macht auf mich den Eindruck als wollte er sich zum Ende mit allen Mitteln gegen unsere Beziehung "wehren".
Vielleicht dachte er vorher zunächst, seine Gedanken/Gefühle gingen vorüber? Bis in den Juli hinein, hat er sich sehr bemüht, hat mir eine Ballonfahrt für Anfang Oktober zum Geburtstag geschenkt, Flüge zur verschobenen EM 2021 gebucht - Pläne für die nähere und fernere Zukunft.

Ich verstehe einfach nicht, was da passiert ist...

17.09.2020 10:56 • #7


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey Sabine, meld Dich mal richtig hier an, das erleichtert die Kommunikation.
Ich habe persönlich übrigens das erlebt, was Dir hätte blühen können: Die Trennung ein paar Monate nach der Hochzeit. Auch das ist kein Spaß, insb. wenn dann ähnliche Motive wie bei Deinem Ex herauskommen. Es sind sehr oft einfach dann schon andere Personen involviert. Diese können verschiedene Rolle spielen. Als Affaire, als "Notausgang" um überhaupt aus der Beziehung rauszukommen, etc.
Du kannst letztlich heilfroh sein, dass es nun bei ein paar Storno-Kosten oder eingekauften Kleidern bleibt. Eine Hochzeit läuft fast immer im Bereich 10.000 Euro plus. Dazu die Scheidungskosten später. Hier hast Du locker auch noch mal 3-4000 Euro gespart. Ja, will man nicht hören jetzt aber Du hast Dir eine Menge juristischen und finanziellen Ärger gespart.
Zu den Gründen der Trennung? Ganz einfach: Die romantische Liebe hat eine Halbwertszeit von ca. 4 Jahren. Wie Du siehst ist dieser Zeitraum bei Dir aufgebraucht. Und das Potential bei Euch hat nicht gereicht, es über diesen Zeitraum zu bringen. Daher auch sein Entschluss zur Affaire (wahrscheinlich schon seit Wochen aktiv) und zur Absage der Hochzeit.

17.09.2020 11:23 • #8


_Tara_

_Tara_


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Sorry, dass ich das so sage, aber ich denke, in Wahrheit war die Frau aus dem Golfclub (bei der er ja nun auch schon regelmäßig zu nächtigen scheint) der Grund, warum er plötzlich Zweifel an der Hochzeit anmeldete und sie schließlich absagte. Leider ist das erfahrungsgemäß - ich will nicht sagen immer, aber in 99,9% solcher Geschichten so. Es lief bei Euch vor einigen Wochen gerade nicht so rosig. Dann hat er etwas mit der Dame aus dem Golfclub angefangen. Und dann hat er die "allgemeinen Zweifel" angemeldet (weil er natürlich nicht sagen wollte "Ich hab' eine andere kennengelernt und will jetzt erstmal schauen, ob das nicht mit der etwas wird"). Davon kannst Du ausgehen.
Zitat von Sabine90:
Die beiden seien intensiv ins Gespräch gekommen, hätten sich über ihre aktuellen Lebenssituationen ausgetauscht und sie habe es ihm angeboten. Es sei zwar auch (betrunken) etwas gelaufen, aber er habe auf dem Sofa geschlafen.


Die Geschichte, die er Dir da jetzt aufgetischt hat, ist von vorne bis hinten (auch noch echt billig) erstunken und erlogen, damit er nicht überall als der Ar*** dasteht, der die Hochzeit wegen einer anderen abgeblasen hat.

Es tut mir sehr leid für Dich, dass Dir das passiert! Ich weiß - wie viele andere hier - wie es sich anfühlt, gegen eine andere ausgetauscht zu werden, wo einem vorher noch wochenlang vorgespielt wurde, dass die Beziehung nicht gefährdet ist. Ich glaube nicht, dass Du Dir da noch irgendwelche Hoffnung auf irgendwas machen solltest.
Akzeptiere die Trennung und schau' nach vorne! Geh durch den Schmerz (eine Abkürzung gibt es leider nicht ), suche Dir jede Unterstützung von Freunden und Familie, die Du bekommen kannst.

17.09.2020 11:51 • x 1 #9


monchichi_82

monchichi_82


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Vor einer Hochzeit, nach 4,5 Jahren Beziehung davon 8 Monate hindurch aus dem Gleichgewicht geraden und Dispute haben, da hätte ich mutmaßlich an seiner Stelle ähnlich reagiert. Eine Hochzeit ist eine existenzeinschneidende Entscheidung die sehr gut überlegt sein will. Man unterschreibt einen Vertrag der sich an Rechte & Pflichten knüpft die ganz und gar nicht romantisch sind und man kann nicht mehr einfach so sagen "ich bin dann mal weg" wenn es nicht mehr läuft.

Hat man vor der Hochzeit über einen so langen Zeitraum eine "Krise" dann wird diese Krise auch nach der Hochzeit nicht verschwinden.

Zitat von Sabine90:
Die Hochzeit war ein Streitpunkt, weil er sich meinem Empfinden nach zu wenig einbrachte.

Mein Mann hat sich damals auch nicht eingebracht und habe die Hochzeit alleine organisiert und das ist bei den meisten verheirateten Paaren so die ich kenne. Das ist kein Grund sich deswegen zu zanken. Das ist vergeudete Zeit.

Geht man Vollzeit arbeiten, kommt am Abend müde nach Hause und hat dann eine meckernde, kritisierende Partnerin auf dem Sofa sitzen dann macht das keine gute Laune. Klar, jeder hat mal einen schlechten Tag, meinetwegen auch 2, 3 oder 4 Tage aber zieht sich der Zustand über Monate dann ist das sehr frustrierend und man muss davon ausgehen, dass der Zustand nicht mehr viel besser wird wenn sich das so einfährt.
Ich lese aus deinem Text ein ganzes Füllhorn an Gründen warum er sich wohl final gegen die Hochzeit entschieden hat und es tut mir leid das zu sagen aber das war die beste Entscheidung für euch beide.

Für mein Empfinden lagerst du seine Entscheidung aus und Schuld ist die Sekretärin vom Golfclub weil mit der muss ja auch schon vorher was gelaufen sein. Nur, bei den belastenden Themen die über den langen Zeitraum bei euch im Raum standen braucht es keine Sekretärin vom Golfclub um zu einer solchen Entscheidung zu gelangen. Sie war nur das i-Tüpfelchen.

Ich gehe davon aus, dass er sich schon länger emotional zurückgezogen hat.... auch verständlich. Wenn ich mit meinem Mann Knatsch habe dann gucke ich ihn auch nicht verliebt an und denke an den schönen Hochzeitstag und so wird er sich sukzessiv aus der Beziehung verabschiedet haben. Ich würde ihm auch gar keine Absicht unterstellen. Das ist ein Verarbeitungsprozess der in Gang gesetzt wurde und ob er 3 Wochen danach eine neue Frau hat oder 3 Monate oder 3 Jahre danach ist eigentlich irrelevant.

17.09.2020 11:55 • #10


Rosa-91

Rosa-91


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Zitat von monchichi_82:
Das ist kein Grund sich deswegen zu zanken.

Doch, ich sehe da auch einen Grund. Denn wenn es beide wollen, dann sollten sich auch beide kümmern.
Wo bleibt denn dann die Unterstützung vom Partner? Für mich wäre das eher ein Grund gewesen ihn gleich in die Wüste zu schicken. Ich will ja auch schließlich nicht als EF enden, die arbeiten geht, den Haushalt schmeißt, die Wäsche wäscht und dann noch Kinder betreut. Das möchte doch keine selbstbewusste Frau, die etwas mit ihrer Person und ihrem Leben anzufangen weiß.

Zitat von monchichi_82:
ob er 3 Wochen danach eine neue Frau hat oder 3 Monate oder 3 Jahre danach ist eigentlich irrelevant.

Wie emotional involviert war man in die Beziehung, wenn man sich gleich trösten lässt? Spricht für mich für einen Beta-Typen, der nicht stark genug ist sich alleine aus einer Beziehung zu lösen. Sowas braucht man nicht.

17.09.2020 12:05 • x 2 #11


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Zank wegen Nichteinbringung an der Hochzeit - ich denke, da sind Männer durchaus pragmatischer als Frauen. Ob für mich das ein Grund zum Streiten wäre - eher nicht.

Ich vermute, Deine generelle Unzufriedenheit hat ihn vertrieben. Und das mit der Sekretärin geht meinem Gefühl nach länger, er ist halt von der "Meckerziege" zu jemanden anderen geflüchtet.

17.09.2020 12:12 • #12


Sabine90


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Zitat von monchichi_82:
Hat man vor der Hochzeit über einen so langen Zeitraum eine "Krise" dann wird diese Krise auch nach der Hochzeit nicht verschwinden.


Ich glaube, es wurde nicht ganz klar, dass ich irgendwann einsah, dass die Hochzeit vor diesem Hintergrund natürlich nicht hätte stattfinden können. Wie hätte das gehen sollen mit einem guten Gefühl?

Ich hätte mir aber eine Chance gewünscht - einen Weckruf, um mein Verhalten zu erkennen. Ich reflektiere es erst jetzt im Nachhinein, wo es zu spät ist.

Die andere Frau ist nicht der ursprüngliche Grund für die Trennung, ich schiebe da keine Schuld von mir weg. Der Grund liegt in unserer Beziehung, die nicht mehr lief. Vielleicht lief vor einigen Wochen bereits etwas zwischen den beiden, vielleicht nur auf der Gefühlsebene - ich weiß es nicht. Etwas neues, aufregendes, sodass er sich endgültig löste.
Auch wenn ich hier Fehler eingestehe, möchte ich aber auch betonen, dass zu einer Beziehung zwei Personen gehören. Ich hätte mir gewünscht, den Spiegel vorgehalten zu bekommen, was ich selbst nicht mehr geschafft habe.

17.09.2020 12:34 • #13


Rosa-91

Rosa-91


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Zitat von Sabine90:
um mein Verhalten zu erkennen.

Es geht nicht nur um dein Verhalten. Dein Ex trägt maßgeblich zur Trennung zu!

Zitat von Sabine90:
Der Grund liegt in unserer Beziehung

Genau, in eurer Beziehung. Nicht du alleine hast an allem Schuld. Es ist gut, dass du deine Anteile erkennst, nun kannst du daran arbeiten. Aber such bitte nicht die alleinige Schuld bei dir.

Zitat von Sabine90:
möchte ich aber auch betonen, dass zu einer Beziehung zwei Personen gehören

Da hast du es selbst auf den Punkt gebracht.

Aber ganz ehrlich...dein Ex ist 41.
"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr".
Bei diesen Mustern wird er nie in einer Beziehung ankommen.

Du bist noch jung genug, um dir was tolles aufzubauen

17.09.2020 12:41 • x 1 #14


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von Sabine90:
ch hätte mir aber eine Chance gewünscht - einen Weckruf, um mein Verhalten zu erkennen.

Gab es in den 8 Monaten keine Weckrufe, keine Ultimaten, kein "ich will das nicht mehr, ändere dich"? Hat er dir dein Verhalten nicht reflektiert? Was war der Inhalt der Streits wenn das nicht gesagt wurde?

17.09.2020 13:00 • #15



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