Hallo alle zusammen.
Danke für eure Antworten, für euer zu"hören".
Ich hatte einen seltsamen Tag. Vielleicht könnte ihr mir ein bisschen helfen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.
Nachdem ich ja schon gestern Abend ein wenig gestärkt war, ging es mir am Morgen auch ganz ok. Ich hab ja hier auch heute schon ein bisschen was geschrieben. Jedenfalls bin ich dann mal raus an die frische Luft um spazieren zu gehen und mal die ganzen Fragen sacken zu lassen. Ohne ihn natürlich. Er hat noch geschlafen. Als ich wieder zu Hause war, hab ich mir irgendwie gewünscht, dass er nicht da ist. Ich hatte das Gefühl, das würde mich irgendwie erdrücken.
Aber er war da. Nun, was soll ich sagen. Er kam wieder mit Urlaub an. Es ist mir unglaublich schwer gefallen, aber ich habe ihm gesagt, dass ich es mir überlegt habe und es für keine gute Idee halte. Da ist er ganz still geworden, hat nur gestammelt, ich solls ihm dann halt sagen, falls ich den Urlaub doch will. Ich habe nicht geantwortet, aber er hat schon kapiert, dass das nix wird. Ich bin auf den Balkon raus und er hat sich zu mir gesetzt, hat was gegessen, währenddessen kamen ihm die Tränen. Puh. Das war hart. Er hat mir so leid getan. Ich konnte leider nicht anders, ich hab ihn in den Arm genommen und ihm gesagt, dass ich das so nicht weiter führen kann. Ich kann nicht so tun, als ob wir noch zusammen wären, ich kann keinen Urlaub mit ihm machen. Das hat mich so viel Überwindung und Kraft gekostet. Auch ansonsten bin ich heute eher auf Abstand gegangen, nicht aus Kalkül sondern wirklich, weil ich gemerkt habe, dass ich diese komische Show nicht mitspielen kann. So sehr ich mich nach seiner Berührung sehne
Wir haben dann noch ein bisschen Netflix geschaut, dabei habe ich gemerkt, dass er mich immer wieder von der Seite ansieht, er hat meine Hand gestreichelt und immer wieder meine Nähe gesucht. Das hat mich leider wieder kurz einknicken lassen und ich habe seine Gesten erwidert. Verdammt, ich kenne mich einfach nicht aus! Es hat auf mich heute so gewirkt, als würde das kleine bisschen Stärke, das sich in mir entwickelt hat, ihm bewusst machen, dass ich zumindest auf dem Weg bin, die Trennung durchzuziehen. Mit allen Konsequenzen. Bitte verurteilt mich nicht dafür, dass ich es nicht gleich geschafft habe, ALLE Konsequenzen zu ziehen. Ich muss kleine Schritte machen, sonst wird mir das einfach zu viel.
Ich habe auf meinem Spaziergang auch darüber nachgedacht, ob ich die Beziehung wirklich noch will. Dabei hatte ich auch die sehr treffenden Vergleiche mit Fisch und Frosch

im Kopf. Aber ich kann da einfach noch keinen klaren und endgültigen Gedanken fassen. Es tut im Moment einfach noch zu weh. Aber allein die Überlegung stärkt mich schon. Und das muss für den Augenblick reichen.
Vor einer halben Stunde ist er zur Arbeit gegangen, er schien sehr geknickt. Ich bin grad mächtig in dieser Schleife drin, so nach dem Motto: auf der einen Seite keine vorschnellen Entscheidungen treffen wollen, auf der anderen Seite so schnell wie möglich abschließen wollen, damit ich den Schmerz und meine Themen verarbeiten kann. Weiß grad gar nicht weiter und sein Verhalten gibt mir den Rest.
Ein wichtiger Gedanke ist mir aber auch noch gekommen: vielleicht sollte ich ihm nochmal in aller Deutlichkeit sagen, dass ich nicht um jeden Preis ein Kind will (denn das ist ja eben die Chance, die er mir nicht verbauen will - jetzt mal abgesehen davon, dass er mich mit der Pseudotrennung auch nicht "frei" gibt), sondern, dass ich ein Kind mit IHM will.
Verzeiht mir, ich weiß nicht mehr, wer es geschrieben hat, aber jemand hat hier gemeint, dass das Kinderkriegen mit einem anderen ja keine alternative Tatsache ist sondern lediglich eine alternative Chance. Und das stimmt. Selbst wenn ich morgen ausziehen würde, die Trennung in, sagen wir im besten Fall 8 Monaten so weit verarbeitet hätte, dass ich offen für jemand neues bin, dann heißt das noch lange nicht, dass sofort der passende Kerl vor der Tür steht, der auch noch gleich Kinder will. Das ist doch bescheuert. Und genau darum geht es ja. Und das hat er, glaube ich, gar nicht auf dem Schirm.
Als er sich vor 5 Jahren von seiner damaligen Freundin aus mehr oder weniger dem selben Grund getrennt hat, war die ja erst 28. Also noch genug Zeit. Insofern mehr als nachvollziehbar.
Ich bin grad wieder völlig durcheinander. Ich überlege mir, die Nacht nicht zu Hause zu schlafen. Wobei ich weiß, dass ihm das nochmal weh tun wird.
Ihr Lieben, kann mir jemand helfen, mein Chaos irgenwie ein bisschen zu entwirren?
