Memi
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ich befinde mich in einer furchtbaren Situation und dachte mir, dass mir euer Input vielleicht hilft, etwas Ordnung in mein Chaos zu bringen.
Ich bin seit 4 Jahren mit meinem Freund zusammen (er ist 29 ich bin 38). Auch aufgrund dieses Altersunterschiedes von 9 Jahren war eigentlich von Beginn an das Thema Kinder immer wieder im Fokus. Natürlich, am Anfang der Beziehung haben wir noch nicht so konkret darüber gesprochen, jedoch habe ich ihm schon gesagt, dass bei mir in den nächsten Jahren der Wunsch nach einem Kind aufkommen könnte und er mir gleich sagen soll, wenn er keine möchte. Er hat zu Beginn noch gezögert aber mit den Jahren und mit unserer gemeinsamen Wohnung kam es, dass auch er sich absolut ein Kind mit mir vorstellen konnte. Wir haben Pläne gemacht und uns ausgemalt wie es sein würde. Wir haben uns wirklich sehr geliebt und bis auf ein paar Streitereien, die normal sind in jeder Beziehung, war alles sehr schön.
Wir haben dann auch nicht mehr verhütet - wir waren bereit. Aber ich bin nicht schwanger geworden. Ein Jahr nicht, zwei Jahre nicht. Das hat unsere Beziehung sehr belastet, ganz schleichend, immer mehr. Wir haben aufgehört, miteinander zu reden, jeder hat seinen Frust in sich hinein gefressen. Dadurch kam es immer häufiger zu wirklich hässlichen Auseinandersetzungen, bei denen wir schlussendlich beide nicht mehr wussten, worum es in dem Streit eigentlich geht.
Er hat dann im April auf mein Drängen ein Spermiogramm machen lassen. Das Ergebnis war ein Schock für uns beide. Er ist unfruchtbar. Der Arzt meinte, es sind Spermien vorhanden, jedoch viel zu wenige und sie sind zu langsam, eine Befruchtung auf natürlichem Weg wäre ein Glückstreffer.
Von da an ging es nur noch bergab. Ich war so am Boden zerstört, habe jedesmal fast geweint, wenn ich eine schwangere Frau gesehen habe. Ich war so traurig und so sehr mit mir beschäftigt, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie sehr er mit dem Testergebnis zu kämpfen hat. Für ihn ist eine Welt zusammen gebrochen und ich war nicht für ihn da. Stattdessen hat er so gut es ging versucht, mich aufzufangen. Es war furchtbar für ihn, mich so traurig und verzweifelt zu sehen und er hat sich auch noch die Schuld daran gegeben, dass es mir so schlecht ging. Es muss schrecklich gewesen sein für ihn.
Wir hatten auch so gut wie keinen Sex mehr.
Jedenfalls hat sich das alles nun so zugespitzt, dass er sich gestern von mir getrennt hat. Er sagt, er liebt mich und ich bedeute ihm unglaublich viel, aber er könne es nicht ertragen, mit dem Gedanken zu leben, dass er mir die Chance nimmt, einen Mann kennen zu lernen mit dem ich Kinder haben kann. Er will, dass ich glücklich bin und er würde sich nie verzeihen, wenn ich wegen ihm meinen Kinderwunsch aufgebe. Damit kann er nicht leben.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich liebe ihn so unglaublich, ich will ihn nicht verlieren. Im Moment ist es mir auch egal, ob wir ein Kind haben können oder nicht. Es bricht mir das Herz, dass er so eine Entscheidung getroffen hat.
Wir wohnen noch zusammen und ich packe es einfach nicht, schon wieder von vorne anzufangen. Wieder ein Auszug, wieder diese Verzweiflung, wieder ein gebrochenes Herz. Er ist so ein unglaublich lieber Mensch und mir tut das auch so leid für ihn. Jetzt, nachdem er Schluss gemacht hat, wird mir erst richtig bewusst, was er durchmacht.
Kennt vielleicht jemand so eine ähnliche Situation?
Danke euch fürs Lesen.
Alles Liebe,
Memi