Linus, ich finde es erst einmal gut, dass du das Eheversprechen ernst nimmst. In guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit, wie in Gesundheit, ist eben kein unverbindlicher Small Talk an der Supermarktkasse. Es zeigt, dass du dich tatsächlich als Familienvater und nicht nur als Kindesvater verstehst. Wie du dich jetzt verhältst, wird für euch wahrscheinlich eine bessere Basis schaffen, als ein Rosenkrieg oder ein beleidigtes Ausziehen und Kommunizieren mit ihr.
Ich finde es völlig legitim dem Partner in einer solchen Situation zu sagen, dass man eine Trennung verfrüht und schade findet, die Entscheidung jedoch akzeptiert. Gleichzeitig deutlich zu machen, dass sich der Partner trennt und damit keine Forderungen stellen kann, dass der Verlassene sich innerlich sofort selbst trennt, sich aus dem Weg räumt und nur noch so zur Verfügung steht wie man es möchte. Für sie scheint eine schnelle Auflösung auch die Auflösung ihrer Last darzustellen. Ob das dann so ist, wird sich erst herausstellen müssen.
Für dich ist die Situation furchtbar und ich denke, wir alle wissen hier, wie sich eine Trennung anfühlt. Man denkt die gesamte Zeit, dass man im falschen Film ist und endlich aufwachen müsste. In solch einer Krise vernünftig zu denken und so zu handeln, dass es keine Hypotheken in die Zukunft schiebt, ist das A und O. Und verteufelt schwierig. Es wird besser werden. Du hast ja auch schon was erreicht, denn du hast dich nicht einfach aus dem Haus und dem Leben der Kinder schieben lassen. Du hast dich positioniert und forderst für dich und die Kinder ein, dass euch nicht alle Normalität genommen wird. Auch das ist viel. Besonders, wenn man das ohne Rosenkrieg und bittere RA Schreiben erreicht. Behalte auch im Auge, dass es ihr hilft, wenn in der Trennung keine verbrannte Erde geschaffen wird. Das sieht sie vielleicht noch nicht, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass der Moment irgendwann kommt. - Wahrscheinlich war dann alles ihre Idee
😇 