Du hast gewartet, gehofft, geglaubt - und dabei vieles verloren.
Diese erste Trennung die er voreilig initiiert hat, war ja schon daneben und hätte Dir zeigen können, dass er seine Entschlüsse knallhart und auch unüberlegt durchzieht.
Dann der Neuversuch, gespickt mit Lügen und Hinhaltungen seinerseits. Erst kündigt er sie, dann wieder nicht, dann hat er ein Burnout, dann cancelt er den geplanten Urlaub. Das alles hätte Dir schon zeigen müssen, dass Du nur noch eine Art Verfügungsmasse für ihn warst.
Immer da, gutgläubig, unproblematisch - und er ging mit Dir um wie er wollte. Du hast nicht viel hinterfragt, Dich angepasst, hast Geduld und Verständnis bewiesen und wurdest mit Füßen getreten.
Weil er mit Dir machen konnte was er wollte.Er hatte keine Konsequenzen zu befürchten. Und die ganzen Monate war die Frau immer noch ein Thema. Ihr hattet fast eine Beziehung zu dritt, denn über sie wurde ja gesprochen und damit war sie präsent.
Den Urlaub hat er gecancelt, weil er nicht 24/7 mit Dir zusammen sein wollte. Und den Burnout hat er sich zugelegt, um sich mehr Freiräume zu schaffen. Deine Gastritits, die ja auch nicht von uingefähr kam, hat ihn nicht interessiert. Sie war ihm höchstens lästig.
Der Mann ist doch nur auf sich fixiert, er zeigt wenig Empathie, Fürsorglichkeit und obendrein hat er Dich belogen?Ich wette, dass Du imemr wusstest, wenn er gelogen hat. Wahrscheinlich hast Du das verdrängt und wolltest es nicht sehen.
Du bist eine Dulderin und Du leidest, weil du vermutlich einem inneren Muster folgst. Vielleicht hattest Du schon immer das Gefühl, dass Du für Liebe einiges ertragen musst. Liebe gibt es nicht zum Nulltarif. Und durch die Fixierung auf ihn bist Du nicht losgekommen. Denn Du hast geglaubt, mit viel Nachsicht und Geduld und Warten wirst Du gewinnen. Ein Trugschluss, weil es ihn ja nicht kümmerte. Was du investerit und erduldet hast, das hat er nicht honoriert. Er dehnte seine Grenzen immer weiter aus, denn Du warst ihm ja sicher. Wofür sollte er sich anstrengen, wenn er keine Konsequenzen zu befürchten hatte? Denn Du hast ihm Deine Grenzen nicht gesetzt. Die Gastritits ist ein deutliches Indiz dafür, dass Du gegen Dich selbst gehandelt hast.
Und jetzt hat sie gewonnen?
Was denn? Einen Egoisten, einen Workaholic,der sich bei Problemen in die Arbeit flüchtet, einen, der gelogen und betrogen hat?
Nennst Du das gewinnen? Keine Sorge, auch wie wird noch begreifen, dass er nicht ganz so edel ist. Aber vielleicht ist sie selbstbewusster und zeigt ihm, wo ihr Hase hinläuft. Könnte sein, dass sie dann besser mit ihm klar kommt.
Zitat von HatSieGewonnen:Das halte ich für arrogant und srlbstgefallig. Was hilft es den person, wenn andere sie (auch noch) nieder machen?
Es geht nicht ums Niedermachen. Es geht aber darum, dass Du aus der Opferhaltung irgendwann rauskommst. Aus der Opferhaltung, die Dir glauben macht, dass Du alles verloren hast. Denn Opfer tun nichts, sie leiden und verharren in ihrer Lage. Aus der Haltung musst Du irgendwann raus. Das ist anfangs normal, weil Du Dich sozusagen beraubt und auch vera... fühlst, während die andere Frau und er alles gewonnen haben. Die werden sich auch noch richtig kennenlernen und auch happy Patchwork-Familie ist nicht immer so einfach wie man gerne glaubt. Vor allem wenn man Kinder nicht gewöhnt ist.
Und es geht darum, welches innere Programm in Dir Dich dazu veranlasst hat, solange in der schlechten Beziehung zu verharren und zu leiden. Dein Körper zeigte Dir, dass Du was mit Dir rumträgst, was Dir nicht gut tut, aber gehört hast Du nicht darauf. Deine Seele sagte dem Körper, sag ihr mal, dass mit ihrem Leben was schief läuft. Aber Du hast es nicht so gesehen und hast weiter ausgehalten.
Diese Haltungen von Dir - Beharrren, Dulden, Bewahren trotz aller negativen Anzeichen, solltest Du hinterfragen. Woher kommt das, dass Du nicht eher Grenzen setzt, diese klar kommunizierst und dann auch danach handelst. Du betreibst lieber Selbstschädigung anstatt Dich um Dich zu kümmern..
Wenn Du hier ansetzt und Dir darüber mal Gedanken machst - es gibt vermutlich Parallelen in der Kindheit. Da werden innere Muster angelegt und erwroben, die einen das ganze Leben begleiten.
Wenn man sie aber erkennt und an die Oberfläche holt, kann man viel für sich gewinnen, weil man sich besser kennt. Selbstschädigende Tendenzen kannst Du dann eher entlarven und dagegen angehen und Dich vor weiteren Verletzungen schützen.
Zitat von HatSieGewonnen:Hilfreich finde ich, Leid anzuerkennen, selbst wenn es augenscheinlich selbst gemacht ist.
Statt: selber Schuld
Was willst Du damit sagen? Dass Du hier Mitleid möchtest und Anerkennung für falsche Verhaltensweisen?
Was hilft Dir Mitleid? Nichts.
Was hilft Dir Anerikennung? Nichts.
Die Dinge bleiben wie sie sind. Die Anderen, z.B. ihn kannst Du nicht ändern. Aber Du kannst Dich ändern, Dich zu einem handelnden Menschen machen, der sein Leben in die Hand nimmt und gestaltet. Anstatt wieder Jahre in einer Schrottbeziehung zu verharren.
Es sei denn, Du leidest gerne.
Was Dir jetzt widerfahren ist, ist ein Wegweiser für Dich. Dass Du Dein Leben anders aufstellen musst und zwar ohne ihn und dass es unsinnig ist, das Unmögliche durch Verharren und maßlose Geduld erringen zu wollen.
Echte Zuneigung hast Du doch die letzten Jahre von ihm nicht mehr erfahren? Wertschätzung seinerseits? Pfff, wieso denn? Anerkennung dafür, dass Du nicht gleich die Flinte ins Korn wirfst? Gähn, sie ist ja da und bleibt auch da. Wofür soll ich mich anstrengen für sie? Stattdessen ist diese Andere ja ein ganz anderes Kaliber, denn die reizt mich und lässt mich nicht mehr los.
Du hast im Eingangspost etwas interessantes geschrieben. Dass er Dir das zumutet. Das bedeutet, dass Du zwar gewollt hättest, dass er wieder ganz zu Dir zurückfindet, aber er sich auch nicht scheut, Dich zu verletzten, zu übergehen und kalt zu stellen.
Und warum hat er Dir das zugemutet? Weil Du ja nie richtig aufgegehrt hast. Er tat es weil er es konnte.
Und das ist kein Verdienst, sondern ein innneres Programm in Dir, dass Dich zu solchen Verhaltensweisen drängt.
Er hatte den Mut, Verletzngen bei Dir in Kauf zu nehmen. Er hat es Dir zugemutet, weil Du keinen Mut hattest.
Wenn Du aus diesem Mechanismus zumindest halbwegs rauskommst und Dein Leben nicht als verloren, sondern als Chance für ein neues Leben begreifst, hast Du nicht alles verloren, sondern alles gewonnen. Dich nämlich.
Das Leben schickt Dir oft das was Du brauchst. Die Gastritis hat nicht ausgereicht, dass Du mehr auf Dich aufpasst.
Es kam die Niederlage und im Gegenzug sein neues Glück, das er mal eben auf Deinem Unglück aufbaut.
Die Trennung ist ein Fingerzeig für Dich. Nütze sie für Dich.