Lieber To,
oh je, da hat es Dich ja ziemlich erwischt. Da die Trennung aber noch nicht so lange her ist, finde ich Deine Reaktion darauf mit all den schmerzhaften Gefühlen nicht ungewöhnlich. Du machst das eh schon super, dass Du so viele Sachen für Dich machst und weiterhin versuchst, aktiv zu sein. Auch wenn Du da noch Hoffnung hast, dass Dir das Deine Frau zurückbringt, wirst Du es irgendwann auch fühlen können, dass es für Dich selber extrem wichtig ist, Lebensbereiche zu haben, wo es nur um Dich geht.
Auch wenn Du das Gefühl hast, diesen Schmerz nicht aushalten zu können, ist genau das jetzt Deine Aufgabe. Da hilft es immer ganz gut, wenn man sich bewusst eine Zeitspanne pro Tag, z. B. eine halbe Stunde, Zeit nimmt, und den Schmerz intensiv fühlt, dann aber das ganze bewusst wieder beendet. Je öfter Du es dann schaffst, den Schmerz bewusst zu fühlen und auszuhalten, desto stärker wirst Du. Im Moment geht es ja erstmal wirklich nur darum, dass Du Deinen Alltag irgendwie meisterst. Leider kann man die Zeit, die Liebeskummer so braucht, nicht einfach verkürzen. Im Gegenteil, ganz am Ende der Verarbeitungsphase wirst Du sehen können, dass Du einiges hast lernen können durch die Geschichte (auch wenn Dir das jetzt noch unmöglich erscheint).
Dass Du Deine Frau als Dro. beschreibst, finde ich ganz eindrücklich. Vielleicht könntest Du da mal näher drüber nachdenken, wie eigentlich die Beziehung insgesamt all die Zeit gelaufen ist. Warst Du in der Beziehung abhängig von ihr, hast Dein Leben und Deine Bedürfnisse nach ihr gerichtet? Sie scheint ja nicht besonders glücklich gewesen zu sein und es ist schade, dass für Dich die Trennung so aus heiterem Himmel kam, ohne dass ihr wohl vorher über Beziehungsprobleme ausführlich geredet habt und nach einer Lösung gesucht habt. Das ist halt immer das blöde für den, der verlassen wird. Der Andere hat die Entscheidung relativ klar für sich getroffen und Du als Verlassener kannst nur reagieren. Deshalb ist man ja auch in der ersten Zeit erstmal wie vor den Kopf gestoßen und muss das ganze erstmal realisieren.
Wie bist Du denn sonst mit Trennungen in Deinem Leben umgegangen?
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, Tag für Tag durchzustehen. Und wenn es Dir so schlecht geht, dass Du nicht mehr leben möchtest, dann wäre es gut, Dir Hilfe, z. B. zuerst mal beim Hausarzt zu suchen. Vielleicht kannst Du für absolute Krisensituationen Dir etwas verschreiben lassen, dass Du zur Ruhe kommst und diese Gedanken in den Hintergrund treten.
Liebe Grüße
Angie