Zitat von Reality:Am allerbesten und einfachsten wäre, gleich und gleich tut sich zusammen.
Definitiv, und in den meisten Fällen ist das wohl auch so. Ich würde jedenfalls mit keinem Mann was anfangen, der z. B. in sein Onlineprofil "Treue ist mir das Wichtigste" schreibt, weil für mich einige andere Dinge wesentlich wichtiger in einer Beziehung sind und ich Treue ohnehin für verhandelbar halte.
Blöd ist es halt nur, wenn Menschen anfangs einer Meinung waren und sich im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Beziehung und die individuellen Bedürfnisse verändern. Dann ist es leicht von außen gesagt, nach Trennung zu verlangen, wenn gleich plötzlich nicht mehr mit ganz so gleich zusammen ist.
Was die schlechteste Lösung ist, da sind sich hier offensichtlich alle einig. Aber selbst die gehört wie die anderen Lösungsvarianten in die Gestaltungs- und Deutungshoheit der jeweils Betroffenen.
Was für den einen Betrogenen die totale psychische Vernichtung, ist für den anderen Betrogenen vielleicht eine mit Augenrollen geduldete Eskapade eines Partners, der ansonsten zuverlässig seinen Teil zu Beziehung und Familie beiträgt. Ich finde es immer sehr vermessen, wenn Teilnehmer hier letzteren absprechen, eine für ihn (oder sie) gute und erfüllende Ehe zu führen, nur weil sie selbst unter einem fremdgehenden Partner sehr leiden würden. Das muss aber deswegen ja nicht zwingend für jeden anderen auch so gelten.
Und NEIN ich habe noch nie jemanden betrogen und finde das auch nicht gut und würde es auch nicht tun wollen.
Und ja, ich bin selbst schon heimlich betrogen worden (das war schon vor meiner Poly-Beziehung und ich würde mich nicht wundern, wenn es irgendwann in der Zukunft wieder geschehen würde, weil sowas einfach sehr oft passiert) und meine Welt ging deswegen nicht unter. Tatsächlich habe ich damals gemerkt, dass ich gar nicht so großen Wert auf se*uelle Exklusivität legte, wie ich dachte und wie alle Welt mir immer weisgemacht hat, dass man es tun müsse.
Vielleicht bin ich auch generell da einfach etwas "schmerzfreier" als andere, zumindest wenn es sich um se*uelle Geschichten handelt. Fremdverliebtheit eines Partners ist da noch eine ganz andere Hausnummer. Wie gesagt, polyamor würde ich (Stand heute) im Moment nicht mehr leben wollen. Ich bin glaub ich langsam zu alt dafür
Zitat von Zweizelgänger:In manchen Phasen war es eher furchtbar wo das hin ging, aber vermutlich gehören eben auch solche Zeiten zu jeder Entwicklung.
Das hab ich auch gedacht. Mir fällt dazu das Bild von einem Pendel ein, welches von einem Extrem erstmal ins andere schwingt... vielleicht irgendwann in der Mitte zur Ruhe kommt, wäre doch schön.
Zitat von Zugaste:Magst du das bitte genauer erklären, was du damit meinst?
Ich habe hier in diesem Beitrag:
ex-hat-gefuehle-und-er-muss-nachdenken-t62608-s60.html#p2383072 im unteren Abschnitt einer Userin etwas erklärt, was vielleicht verdeutlicht wie ich das meinte, wonach du jetzt gefragt hast

ich hätte früher ähnlich gehandelt wie sie, heute würde ich die Unsicherheit besser aushalten und es länger mit mir selber ausmachen und sein Verhalten interpretieren können, anstatt meine Unsicherheit an ihn heranzutragen und darauf zu hoffen dass von ihm Worte kommen die mir die Angst (vorübergehend) nehmen. Ist das besser verständlich?