Zitat von Frollo:Sich einigen ist aber genau die Herkulesaufgabe eines Paares. Das schaffen doch die meisten nicht, nicht mal für sich selbst, egal ob Ehe draufsteht oder nicht. Und je mehr Partner es werden, desto mehr muss man sich einigen. Das Drama multipliziert sich also und wird nicht leichter.
Dann haben wir in erster Linie aber ein Kommunikationsproblem und weniger ein Treue- oder Vertrauensproblem.
Möglich, dass man es nicht traut anzusprechen. Aber da bin ich schmerzfrei, bei meinen Liebschaften, egal ob Affären, Dauer-6-Beziehungen, Fplus, was immer auch, ich habe gerade direkt, ohne Umwege und ohne Rumdrucksen dieses angesprochen, worauf ich es anlege und was ich will und was nicht. Und knallhart und sofort mich verabschiedet, wenn es dem Gegenüber nicht lag oder die Dame es nicht möchte. Das habe ich immer respektiert und hat auch zu vielen Nicht-Bettgeschichten oder Affären oder sonst etwas geführt. Aber keine der Damen konnte und könnte jemals behaupten, sie wäre belogen oder hintergangen worden, weil sie ohne Umwege von mir im Dialog unter vier Augen meine Ansichten zu hören bekamen wie auch ich ihre. Entweder es passte oder eben nicht. Daraus wurde nie ein Drama, nie etwas anderes.
Es geht also.
Nunmehr bin ich weg von den Affären. Nicht, weil ich sie nicht gutheiße, Affären und offene Beziehungen haben ihren Platz und auch oft, nicht immer, ihre Berechtigung, ihre Gründe. Ich bin schlicht satt an Affären, meine Frage ist eher, was kann mich an anderen Konstellationen jetzt noch, zig Jahre später, reizen und bin ich selbst dafür überhaupt geeignet?
Treue wird nie ein Problem sein, ebenso wenig mangelndes Vertrauen. Dafür kommuniziere ich doch immer, schön oder nicht schön, glasklar, was ich denke und möchte. Aber ich lasse meinem Gegenüber auch den für sie nötigen Spielraum, sich eigenständig zu äußern und zu entscheiden. Dieses habe ich bei meiner gescheiterten Ehe nicht durchgezogen, in beide Richtungen, weshalb es auch nicht gut ging. Es war am Ende nur noch ein Kampf um eigene Interessen und Bedürfnisse, es wurde nicht geredet, nur geschmollt. Es gab keinen 6 mehr - spätestens dann ist alles aus. Weil dann immer mindestens einer der Protagonisten "verhungert".
