Zitat von Plentysweet:Gefühle entstehen im limbischen System, in einem stammesgeschichtlich ganz alten Hirnareal und sind erstmal einfach da. Sie wollen wahrgenommen und gefühlt werden. Wenn sie Dir nutzlos erscheinen, kannst Du sie als Solches bewerten.
Auch wieder richtig.
Und wieder kacke ich leidenschaftlich gerne Korinthen.
Gefühle sind ein Medium um Aufmerksamkeit zu erregen und zu einer Handlung zu bewegen. Vereinfacht gesagt, Auge sieht Säbelzahntiger, Angst, Angstreaktion. Geht glaube 10 Mal schneller als der Neokortex überhaupt kapiert was da los war. Die Beurteilung 'ich bin abgehauen' kam sowieso erst danach (weswegen man sich nichts drauf einbilden kann, das geht alles von allein, auch wenn man hinterher stolz wie Bolle auf das Ego und die Selbstkontrolle ist, aber darum soll es gerade nicht gehen)
Das Hirn kann aber nun nicht unterscheiden ob eine Bedrohung oder beliebige andere Situation real oder eingebildet und erdacht ist. Es genügt vollkommen die Vorstellung gekoppelt mit der Vorstellung dass das real wäre um das limbische System ein Feuerwerk an Emotionen feuern zu lassen. Und genau das passiert eben dann, wenn die ideelle Bewertungsmaschinerie in Gang gesetzt wurde.
Jeder kennt das als Kopfkino. Nix passiert (real) aber die Emotionen feuern den gleichen sch. wie wenn man gerade irgendwo mitten im Krieg auf einem Schlachtfeld stünde.
Jeder Film wäre sonst totlangweilig.
Tatsächlich hat das Ausbleiben ideeller Beurteilung auch das Ausbleiben der damit verbunden Emotionen zur Folge.
Auch das kennt jeder. Man lernt einen Menschen kennen und packt ihn aufgrund irgend einer vorgefassten Meinung in die Schublade 'A.' mit den entsprechenden allgemeinen ablehnenden Emotionen. Bei näherem Kennenlernen verändert sich das dann doch und auch die negativen Emotionen verschwinden. Den 'ich hab Dich völlig falsch eingeschätzt' Typen kennt doch jeder mal.
Da sind alles emotionale Reaktionen auf erdachte Szenarien und Bewertungen.