Zitat von Frollo:Bei echtem Poly muss man
Mit Verlaub Frollo, man muss gar nix. Was soll das überhaupt sein, "echtes" Poly.
Zitat von Isely:Und lustig finde ich hier auch, alles hypothetisch , kein User dabei, der in einer festen Partnerschaft ist und seinem Basispartner Lust auf fremde Haut gönnt.
Ich hatte durchaus erwähnt, ein paar mal meine ich sogar, dass ich genau so ein User bin.
Zitat von Plentysweet:Ich hätte auch gerne mal einen echten authentischen und! ehrlichen Erfahrungsbericht aus der Praxis.
Ich habe damit über ein Jahrzehnt persönliche Erfahrung, im Guten wie im Schlechten, darüber hinaus habe ich natürlich auch Erfahrung mit monogam geführten Beziehungen. Ich habe hier kein öffentliches eigenes Thema, aber kann dir anbieten per PN vielleicht ein paar deiner Fragen zu beantworten.
Zitat von Plentysweet:Durch die Hintertür kommt es als Verletzung wieder hinein, wenn sich der Partner einer Dritten Person zugewandt hat.
Bei Betrug, gegen Absprachen. Aber doch nicht, wenn ich das so will und mich für ihn freuen kann.
Zitat von Anonymous123:wenn ich den kuss meines partners mit einem anderen menschen als etwas positives bewerte, weil ich weiß, dass es meinen partner glücklich macht, und sein glück liegt mir ja am herzen da ich ihn liebe, dann kann mich diese handlung nicht mehr verletzen und im idealfall löst sie sogar freude in mir aus, da ich mich mit und für meinen partner freue.
Exakt so habe ich das damals in meiner Poly-Beziehung empfunden und kann mir auch vorstellen, dies in Zukunft wieder so zu empfinden. Ich glaube, wenn man einmal verlernt hat sich von sowas bedroht zu fühlen, ist es schwer wieder so RICHTIG monogam zu ticken, nach dem Motto: ein fremder Kuss und es ist aus. Ich verstehe dass andere so denken, aber fühle es für mich so überhaupt gar nicht.
Das steht und fällt aber natürlich stark damit, wie der jeweilige Partner auch von seiner Seite aus damit umgeht. Wer mit Verlustängsten spielt und trianguliert, wird wohl eher Eifersucht als Mitfreude hervorrufen. Wer dafür sorgt, dass ich mich durchgängig in meiner Rolle und an seiner Seite wohl und sicher fühle, für den kann ich mich freuen.
Zitat von Plentysweet:In einem wagen relativ beziehungslosen Zustand zu bleiben, wo kaum etwas gewollt werden darf, schützt einen natürlich auch vor Ansprüchen des Partners, vor schmerzvollen Auseinandersetzungen. Für mich ist es ein Verdrängen und Weglaufen vor dem Schmerz und der Einsicht, daß Liebe immer ein Wagnis ist und immer das Risiko birgt, verletzt zu werden.
Du beschreibst Bindungsangst. Das bringst du in Kontext mit Nichtmonogamie, um irgendwie zu erklären wie es nur möglich sein kann, dass Menschen so ticken wie du es für dich nicht vorstellen kannst (willst

). Wer bindungsängstlich ist, wird aber wohl kaum in der Lage oder willens sein, gleich zwei verbindliche Beziehungen parallel zu führen. Oder seinem Partner so sehr zu vertrauen, dass man sich für ihn freuen kann, wenn er ein schönes "Erlebnis" hatte.
Was mir in diesem Kontext auffällt ist gerade auf den letzten Seiten eine Tendenz, die User hier die sich zu nichtmonogamen Beziehungsformen bekennen bzw. darin Vorteile sehen, irgendwie "kaputt" zu diagnostizieren. Richtig fies finde ich das gegenüber @Hola15 die freundlicherweise ihre persönlichen Erfahrungen zum Austausch beigesteuert hat und sich dafür dann einiges an Respektlosigkeiten anhören durfte bis hin dazu, sie sei quasi ein parasitärer Säugling.
Auf mich wirkt das so als wäre für monogam Denkende die reine Tatsache, dass es auch andere Beziehungs- und Lebensentwürfe gibt, so verstörend, dass unbedingt geklärt werden muss dass dahinter nur irgendeine Form von Störungsbild stecken kann. Das wäre dann umgekehrt in etwa die Argumentation, hinter monogamen Beziehungsentwürfen stünde ausschließlich krankhafte Eifersucht, Kontrollwahn und Besitzdenken. Finde ich beides ziemlich platt... und bezweifle sehr, dass man der vielschichtigen Thematik mit so einer Haltung auch nur ansatzweise gerecht werden kann.