ich erkenne mich vor etwa sieben Jahren in jedem Deiner Worte wieder. Darum verstehe ich das alles und weiß, wie hart das ist!
Ja, es lief sogar über ein Jahr lang so. Zwingen zu futtern brachte nichts. Mein engster Freund ist die Milde in Person, aber der Höhepunkt war, als er vor Sorge die Nerven verlor und mir einen Löffel Essen reinzwang. Es kam sofort wieder raus. Sorry, es klingt ekelig, ich übergab mich auch, wenn ich nichts aß. Der Körper rebellierte, Panik. Nie fühlte ich mich so ohnmächtig. Dieser Freund hat nie Yoga gemacht, hat Null Ahnung von Meditation etc., schrie mich dann aber an, ich solle atmen atmen. . . Und seither kam die Wende. Am Anfang trostlos weil ich den halben Tag atmete, auch bei der Arbeit. Voll die Hölle. Eigentlich hätte ich in eine Klinik gemusst. Der Vorteil ist, dass ich heute immer eine Technik zur Selbstregulation zur Hand habe.
Auch ich aß in guten Stunden Joghurt und Banane.
Und ja, sehr guter Tipp! Ingwer wirkt Wunder!
Und tatsächlich in Gesellschaft essen. Natürlich am besten nahestehende Personen, damit Du authentisch sein kannst, was entspannt.
An Wut war damals bei mir auch nicht zu denken. Glaube, das war aber auch nicht Thema weil auch später keine Wut kam. Ich wüsste auch nicht, auf wen ich hätte wütend sein sollen weil mir niemand was tat. Ich war vermutlich retraumatisiert durch eine Trennung. War meine erste richtige Bindung im Leben. Im Elternhaus kannte ich das nicht.
Manche Leute um mich herum waren damals verständlicherweise auch ratlos bis verzweifelt und so kamen sie mit Analysen und Tipps, die mir nicht halfen. Manche dachten, ich sei magersüchtig und wolle auf diese Weise schön sein, was absoluter Quatsch war weil ich wie Du nur daran dachte, wie ich wieder ein einigermaßen normales Leben führen kann- und vor allem erstmal essen kann. . .
Dann war ich deswegen noch beim Psychiater und hatte riesen Glück. Er schnallte, dass nur Kopfarbeit gerade nix bringt, so "spielte" er mit mir. Jedes Mal, wenn ich von ihm kam, hatte ich wieder hunger. Aber ich bekam max. einmal im Monat einen Termin bei ihm. Bin ihm sehr dankbar! Er war der einzige, der das richtige Gespür für mich und meine Situation hatte.
Versuche es mal mit dem Atmen. Ich weiß, es ist schwer, sich wirklich drauf einzulassen. Schöne Musik kann das sehr unterstützen. Hast Du jemals sowas gemacht?