Zitat von Offspring78:Bei uns war es so, dass meine Frau eine Art Nervenzusammenbruch erlitt, mit dem ich nicht monate, sondern jahrelang konfrontiert war. Es waren ca 2,5 Jahre bis das schlimmste überstanden war, ja. Vorher hatte sie mir natürlich nicht verziehen, hatte mir aber zugesagt, dass sie bereit wäre zu kämpfen, schon der Kinder wegen. Trotzdem muss ich sagen, dass ich in diesen Jahren meiner Frau näher kam als je zuvor. Ich hatte ihre Tränen und ihre Wut weder als Machtspiel noch als Vorhaltungen empfunden, vielmehr war ich oft berührt und beeindruckt (Emotionen, die ich in den Jahren zuvor eigentlich kaum noch für meine Frau empfunden hatte).
Also ich möchte dir daher schon widersprechen: doch, es ist deine Aufgabe, deiner Partnerin (und anderen Menschen) zu sagen, was sie falsch machen, wenn sie denn was falsch machen. Denn es ist nicht jeder gleich erzogen worden, nicht jeder hat die gleichen Grenzen, nicht jeder nimmt die Dinge ähnlich tragisch oder komisch wahr. Du musst schon den Mund aufmachen und Übertretungen dann auch ahnden. Aber ich bin eben der Meinung, dies kann auch in einer Beziehung geschehen.
Ich jedenfalls nahm meine "Strafe" an, obwohl ich auch manchesmal es nicht mehr hören konnte. Und wir sind fast 30 Jahre später tatsächlich immer noch ein Paar.
Wenn ich das richtig verstehe, hast du sie betrogen (du schreibst das nicht explizit, deshalb bin ich mir jetzt nicht sicher) und daraufhin ihr Nervenzusammenbruch, under dem sie zweieinhalb Jahre gelitten hat?
Dann Respekt an deine Frau, dass sie das mitgemacht hat, ich denke eben, du hättest es vorher wissen müssen, auch ohne dass sie dich zweieinhalb Jahre mit ihren negativen Emotionen "bestrafen" muss, und sie hätte in der Zeit vielleicht auch glücklichere zweieinhalb Jahre haben können, wenn sie sich getrennt hätte.
Aber das ist eben nur meine Meinung dazu. Dein Beitrag und deine Geschichte gefällt mir trotzdem, auch wenn ich an der Stelle deiner Frau anders gehandelt hätte.
Zitat von Felica:7 Jahre. Zusammenleben? Ehe, Kinder? Lebenskrisen? Oder gleich getrennt, wenn es schwierig wurde!?
Zusammengewohnt haben wir jahrelang, aber Ehe und Kinder sind ja nicht jedem Paar wichtig, vor allem unter 30 nicht. Und ich hab mich nicht getrennt, als es schwierig wurde, sondern sie hat erst eine Affäre angefangen und dann warm gewechselt, ich hatte da keine Entscheidungsmöglichkeit.
Und zum Thema heiraten: Heiraten ist doch nichts anderes als ein Vertrag, ein rechtliches Konstrukt, ich sehe das nicht als einen notwendigen Bestandteil einer glücklichen Beziehung an. Ursprünglich war heiraten nur dazu da, um die Frau in den Besitz des Mannes zu übergeben, heute ist heiraten vor allem dazu da, damit der ärmere Part eine finanzielle Absicherung im Falle einer Trennung hat, was vor allem dann relevant ist, wenn einer arbeitet und einer auf die Kinder aufpasst. Im Umkehrschluss heißt das, dass heiraten eigentlich keinen Sinn macht, so lange kein akuter Kinderwunsch da ist und jeder sowieso sein eigenes Geld verdient (meine Meinung).