Luk
Gast
Doch dann dachte ich mir, dass dieser Aspekt von Affären eigentlich seinen eigenen Thread verdient hat.
Zitat von Leonhard:Ich starte diesen Thread, da ich der Meinung bin es gibt viel zu wenige Mut machende Geschichten von Paaren, die eine Affäre überlebt haben. Vielleicht sind diese Geschichten zu sehr verstreut oder diese Paare benötigen erst gar nicht in dieses Forum.
Natürlich kann da jeder seine Meinung haben, aber das, was man so liest, sind meiner Meinung nach keine Erfolgsgeschichten.
Eine Beziehung oder Ehe ist die engste und emotionalste Verbindung zwischen zwei Menschen. Man liebt sich, man vertraut sich, man verlässt sich darauf, dass das, was der Partner oder die Partnerin sagt, auch stimmt.
Unter diesen Umständen ist eine Affäre so ziemlich das schlimmste, was man dem anderen antun kann. Für den Hintergangenen ist das seelische Vergewaltigung, unter der die meisten noch Monate später leiden und einige sogar Jahre oder noch länger. Vor allem wenn man ein sensibler Mensch ist, der wirklich tief liebt, trifft einen das umso härter und das ist echt kein Ding, was man jetzt einfach so verzeihen kann, nur weil der Betrüger lieb um Entschuldingung bittet.
Vor allem aber schafft das Verzeihen einer Affäre eine Grenzverschiebung: Wenn jemand, der immer der Meinung war, dass so etwas in einer Beziehung ein absolutes no-go ist, danach dann trotzdem verzeiht und die Beziehung fortsetzt, dann zeigt derjenige dem anderen: "Du kannst meine Grenzen überschreiten, mich rücksichtslos hintergehen und mir die schlimmsten Dinge antun, ohne dass es irgendwelche Konsequenzen hat."
Im Endeffekt erreicht man damit, dass sich der Betrüger noch belohnt fühlt: Er/Sie hatte ja montatelang den ganzen Spaß mit der Affäre und kann dann immer noch zurückkehren, damit wird dann auch quasi im Unterbewusstsein gespeichert, dass sich die Affäre im Endeffekt sogar gelohnt hat. Bei der nächsten Affäre wird dann die Hemmschwelle also deutlich geringer sein!
Der Einzige, der in solchen "Erfolgsgeschichten" die negativen Konsequenzen spüren muss, ist der Hintergangene. Ich kann daher wirklich nicht nachvollziehen, warum hier von Erfolgsgeschichten die Rede ist.
Meiner Meinung nach sieht eine Erfolgsgeschichte ganz anders aus: Eine Erfolgsgeschichte ist es, wenn ich, nachdem ich betrogen wurde, die Beziehung beende und dann nach einer gewissen Aufarbeitungszeit eines Tages mit einer Person zusammenkomme, die ehlich und loyal ist und mir so etwas niemals antun würde. Wenn ich dann irgendwann eine glückliche Beziehung führen kann mit einer Person, die weiß, wie man einen Partner behandelt und nicht seine Gutgläubigkeit und sein Vertrauen ausnutzt. So etwas wäre eine Erfolgsgeschichte, aber nicht, dass man wieder zu dem Menschen zurückkehrt, der einen eiskalt hintergangen hat, denn es gehört schon viel Rücksichtslosigkeit dazu, um zu so etwas fähig zu sein.