Zitat von BernhardQXY:ich nicht. Und um die Sache abzuschließen. meine Doku handelte von den Kaiserpinguinen. Dort ist es so wie geschildert (Jungs brüten, hungern, frieren, Mädels machen Party und bringen halt Fisch mit, von den nur das Jungtier was abbekommt. Vorverdaut. Riecht bestimmt wie surströmming. Brrr.
Besuchen werd ich die höchstens im Zoo. 15h Flug nur bis zu den Falklandinseln ist mir einfach zu weit und in Zeiten von Corona auch noch die ganze Zeit Maske tragen. Ähm, nein.
Ah da schau her.
Was mich in meinem ureigenen Weltbild ja fragen lässt, wieso es zwar Königs- aber keine Kaiserwege gibt? Ist sicher so ein Canossa-Ding.
Was uns zurück zum Thema bringt: wieviel Canossa braucht es und vor allem was ist danach?
Also ich kann den Ansatz, wie Du hattest eine Affäre, Pause, egal, ich verzeihe Dir, sehr gut nachvollziehen. Dann passiert ja auch, wie bspw Bernhard beschreibt, auch noch mal das eigene Grenzen abstecken, also ein zu sich kommen, das man nicht in der ewigen Position des Betrogenen und daher Verzeihenden bleiben kann.
Ich kann super gut nachempfinden, daß egal, wie unendlich hart, die Situation ist, sie ja auch Chance bietet. Zwei Menschen, die sich wirklich zutiefst geliebt haben, haben einander aus den Augen verloren und dann bricht einer aus. All das verstehe ich.
Womit ich aber Schwierigkeiten habe, ist, wie man als Paar den Sprung zurück zu sich selbst schafft. Wie schafft man es, die Kluft zwischen es hat für uns als Paar alles geändert, bestenfalls sind wir einander noch näher einerseits, und den Dritten als vermeintliche Indiskretion andererseits abzutun (als Du damals die Pfeife, Schnuspel, blah kurz besser fandest als mich) zu schließen oder zu verringern?
Wenn alle Gespräche, warum so, warum der/die geführt wurden. Wenn alles an Beziehungsarbeit, die notwendig war, getan wurde. Wenn alles wieder gut ist, aber nicht so wie vorher, damit eben nicht (mehr) passiert, was vorher passierte. Wenn also alles getan wurde, dann weist man doch meistens der dritten Person einen Platz zu, der heißt, nicht wichtig in unserer Geschichte. Denn unserer Geschichte hat gesiegt.
Wie löst man als Paar diese unglaubliche Ambivalenz auf, daß es ohne den Dritten jetzt nicht diese Form der Beziehung gäbe, aber der Dritte gleichzeitig nichts bedeuten darf?
Und damit meine ich nicht am Anfang. Sondern langfristig.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich gut genug ausdrücke. Ich versuche, folgende Frage zu stellen, wie gelingt es einem Paar, den Betrug durch einen (bei einer Affäre steht an irgendeiner Stelle immer eine Form von Entscheidung, es ist kein Unfall oder eine Krankheit, die einfach so hereinbricht) und die neu gewonnene Qualität der Beziehung für beide unter einen Hut zu bringen?
Wenn alle Kriege gemeinsam gekämpft sind, alle verblassten Gefühle neu erweckt, jeder Streit geführt und beide einander so oft zugehört haben, an welchen Punkten sie sich nicht gesehen genug gefühlt haben, dann bleibt, es hat einen Dritten als Anlass gebraucht.
Wie überwindet man dieses Kluft ehrlich und authentisch? Wie überwindet man diese Kluft, außerhalb von mein Mann oder meine Frau konnte sich in unserer Beziehung mit mir nicht anders helfen?
Was bleibt, außerhalb von, wir haben einen Dritten ge-braucht, damit wir uns daran erinnern, was wir haben?
Aber hey, das wäre nur, was ich mich frage.