Zitat von kuddel7591:du bringst es auf den Punkt - das geht mir sehr nahe...und das ist gut so.
Danke @kuddel7591 - und auch wenn Du schreibst, es sei "gut so" - tut es mir Leid, dass ich das alles aufgewühlt habe mit meinem Thema, aber Du bist ja auch erwachsen, Du brauchst keinen "Aufpasser" und kein "Kindermädchen", die zuviel Realität von Dir fernhalten. Bitte pass trotzdem auf Dich auf und zieh auch die Notbremse, wenn Dir dieses Thema zu viel wird - psycho-onkologischer Stress, ist was keiner von uns braucht im Moment....
Zitat von kuddel7591:Die Endgültigkeit von Entscheidungen steht nun mal im Raum.
Ganz genauso ist es - die Tragweite mancher Entscheidungen ist so ungewohnt - man kann nicht einfach "mal schauen" oder es "auf sich zukommen lassen", was üblicher Weise meine Art ist, die Dinge anzugehen. Allein die Frage regelmäßig "bist Du Dir auch wirklich sicher" ist mir eigentlich schon zuviel - wie könnte ich jemals wirklich sicher sein? Welche Erfahrungswerte habe ich bitte zur Verfügung, wieviel "Versuche" habe ich denn frei - wann ist es "zu spät" um seine Meinung noch zu ändern, oder wie schnell muss ich mich denn entscheiden, um keine "Nachteile" zu erleiden?
Zitat von kuddel7591:obwohl das Endgültige aus deiner Sicht unumgänglich ist
Das stimmt so nicht ganz - ich weiß es nur schlicht und einfach nicht - und damit geht es mir ehrlich gesagt erstaunlich gut - ich laufe keinen Prognosen und Kontrollen, keinen Blutwerten hinterher. Ich stelle meinen Alltag um, die Ernährung, mein Tagespensum - versuche meine Grenzen mehr zu respektieren und meinem Körper Ruhe zu gönnen. Ich bin nicht der Typ für "Endgültigkeiten", solange ich noch da bin, sehe ich keinerlei Grund mich auf das "Unvermeidliche" einzustellen, das wäre nicht mein Weg!
Zitat von kuddel7591:Offener und ehrlicher Umgang mit den Tatsachen
Ja, das wäre im Moment sehr wichtig für mich - bislang aber, ist mein Mann aber damit noch überfordert, er darf überfordert sein, das ist sein gutes Recht.....ich würde ihm nur gerne helfen können, doch wie - wenn er nichts davon wissen will?
Zitat von kuddel7591:Es bleibt zu hoffen, dass sich viele Menschen des Umgangs mit den nahestehenden Menschen bewusster wird, dass Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit sich selbst noch mehr Einzug hält.
@SimplyRed hat in eindrucksvoller Weise ihre Sachlage dargestellt....und die ihres Mannes angeführt. Es ist zu erkennen, zu welchen Problemen es kommen kann...und daher ist es gut, dass in DER Klarheit zu lesen. Danke für deine Offenheit ...@SimplyRed.
oh man Kuddel - jetzt fange ich doch noch an zu heulen....so lange habe ich mich nicht getraut dieses Thema zu eröffnen, ich bin sehr froh, dass es so positiv aufgenommen wird - ich hatte diesbezüglich sehr starke Bedenken.
Zitat von gast-11111:Ich verstehe Dich sehr sehr gut. Waren auch meine Gedanken, mein Stress.
Das tut mir sehr Leid @gast-11111 und gleichzeitig freue ich mich sehr für Dich, dass Du all das überstanden hast und Deine Prognose günstig zu sein scheint. Alles, alles Gute von mir für Dich und Deine Familie. Auch danke, für die vielen tollen Tipps von Dir, vieles davon mache ich bereits, einiges ist neu für mich und wird vielleicht noch zusätzlich umgesetzt werden. In jedem Falle, danke dafür
Zitat von Harris:Ich fühlte mich hilflos und wütend, dass sie uns dieser Situation aussetzt. Heute, mit dem nötigen Abstand, sehe ich das anders.
Was genau meinst Du damit, die Tatsache, daß sie schlußendlich keine weiteren Behandlungen mehr wünschte, oder dass sie zum Schluß zu Hause geblieben ist?
Zitat von Harris:Möglicherweise braucht es noch Zeit. Wie lange ist deine Diagnose her?
Das ist auch meine Vermutung, es braucht noch Zeit!
Die erste Vermutung ist 1,5 Jahre her, die endgültige Diagnose jetzt in etwa ein Jahr.
Zitat von Harris:Es liest sich irgendwie, als wären es nur noch Wochen für dich?
Ach Du Schreck, das soll es auf gar keinen Fall - denn wie ich schon sagte, ich weiß es selbst nicht, weder wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat und daher eben selbstverständlich auch keine wirkliche Prognose. Ich weiß, welche Art von Brustkrebs ich habe, das reicht mir zunächst einmal aus um mir ein umfassendes Bild meiner Chancen und Risiken machen zu können.
Zitat von nmp:Da steckt mächtig die Liebe zu dir dahinter, und ein auf und ab von Trauer und Ratlosigkeit.
Das stimmt, deswegen ist es ja so schlimm für mich, dass ausgerechnet ICH nun krank werden musste, das hat er einfach nicht verdient - niemand hat soetwas verdient - in keinem Fall - er hatte jedoch nie die Möglichkeit, die Liebe nicht als existenzielle Bedrohung zu erleben - nicht einmal als Kind. Und es macht mich einfach verdammt wütend, dass er das jetzt durchleben muss, einfach grauenhaft! Unbeschreiblich....
Zitat von Bones:Gib deinen Kindern die Möglichkeit, etwas für dich zu tun.Sie werden es eh versuchen und das kann für ganz große Verzweiflung sorgen,weil man nicht weiß,was man tun kann.
Das werde ich - versprochen!
Zitat von Bones:Es gibt übrigens mittlerweile ganz tolle Projekte für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an Krebs erkrankt sind.Dort können sie sich altersentsprechend austauschen und werden begleitet. Können über ihre Ängste und Sorgen sprechen, mit denen sie die Eltern nicht belasten wollen. Könnte ich dir raussuchen, wenn du möchtest. Zu meiner Zeit gab es sowas leider nicht oder es hat niemand daran gedacht, danach zu schauen,aber wie ich als Erwachsene davon hörte,hatte ich das starke Gefühl, dass es mir geholfen hätte.Mehr als still und unauffällig bleiben und alles mit mir selbst auszumachen
Tausend Dank für dieses Angebot, das nehme ich sehr gern in Anspruch, kannst Du mir alle Infos per PN schicken? Das wäre Klasse, danke Dir
Zitat von Vidi:Kann man die eigene Erkrankung erstmal nur neutral wahr- und annehmen?
Nun, ich kann nur von mir persönlich sprechen - es ist wohl eine Frage der Persönlichkeit! Ich neige eher nicht dazu, "totalitär" oder extrem zu reagieren. Ich nehme die Dinge erstmal an, wie sie sind. Aus dieser Position heraus, fällt es mir persönlich viel leichter, mit solchen Ereignissen umzugehen und weiterhin "agieren" zu können, mich nicht ausgeliefert oder von den Ereignissen "erschlagen" zu fühlen...aber das ist nur mein persönliches Empfinden, das macht jeder auf seine Weise nehme ich an!
Zitat von Harris:Ist denn der gefundene Tumor in der Brust operiert worden?
Ja, das ist er - leider wurde nicht gut gearbeitet und nicht getan, was wir (mein Mann und ich) mit den Ärzten besprochen hatten - auch wurden zusätzlich Eingriffe vorgenommen, die wir strikt abgelehnt haben, was nicht gerade eine hilfreiche Erfahrung gewesen ist, auch damit gilt es jetzt leben zu lernen...irgendwie
Zitat von Harris:Wie geht denn deine Älteste damit um? Seid ihr im Gespräch?
Nein, wir sprechen im Moment nicht darüber, sie möchte das derzeit nicht und auch das respektiere ich selbstverständlich. Meine Tochter ist auch ein wenig "anders", als andere Teenager und reagiert anders, hat andere Bedürfnisse in solchen Situationen....daher bin ich diesbezüglich eher kein Maßstab um vergleichen zu können....
Zitat von Bewusstsein:Aber dennoch betrachte ich die Krankheit neutral und lebe so als hätte ich diese Krankheit nicht und mir geht es viel viel besser.
Da bin ich voll und ganz bei Dir @Bewusstsein - ganz genauso gehe ich persönlich auch damit um.
Zitat von Bones:Manche Beiträge gehen dir bestimmt auch näher als du dachtest,da musst du nicht auf Alles eingehen.
Da hast Du Recht - viele gehen mir sehr nahe - daher nochmal (schon wieder) danke an Euch, dass Ihr diese intimen Erfahrungen mit mir teilt, ich weiß das sehr zu schätzen!
Zitat von Bewusstsein:Brustkrebs ist zu 90 Prozent heilbar, sagt Dr. Daniela Rezek
Es gibt nicht "den einen" Brustkrebs - daher ist diese Aussage sehr schwierig in meinen Augen. Die 5-jahres Üb erlebensrate beträgt 88 % - nach 10 Jahren 80 % - allerdings gibt es besondere Formen des Brustkrebs, die von vorne herin eine eher ungünstige Prognose haben, lediglich 40 % - dafür kommen sie auch sehr selten vor. So pauschal, lässt sich diese Frage also nicht beantworten.
Zitat von Bewusstsein:Ich wünsche dir viel Genesung und Besserung und versuche dagegen anzukämpfen, nicht aufzugeben.
Ich danke Dir und ich werde sicher nicht aufgeben - das liegt nicht in meiner Natur
Zitat von kuddel7591:Es gibt Formen an Krebs, die sehr aggressiv sind, obwohl es auf den 1. Blick bei bestimmten Krebsarten gar nicht so aussieht. Die histologischen Untersuchungen zeigen auf, um welche
Kategorie es sich handelt.
So ist es, danke @kuddel7591
Zitat von kuddel7591:21 Jahre nach der 1. Diagnose von insgesamt 6 Diagnosen.
Ich bewundere Deinen Kampfesgeist und Dein Durchhaltevermögen - es wird immer wieder gesagt "have a very strong reason to live" - welcher ist Deiner, abgesehen von Familie und allen, die Dir am Herzen liegen? Ich weiß darauf bislang noch keine wirkliche Antwort....
Zitat von kuddel7591:Und nein - Mitleid, Bedauern, Empathie, "Sympathie", aber auch Selbstmitleid oder Jammern waren NIE ein Thema bei mir...zu keiner Sekunde.
Bei mir auch nicht und weißt Du was? Ein wenig wundere ich mich da schon über mich, warum ist mir eigentlich nicht nach heulen zumute, ich meine um meiner selbst willen? Ist das nicht eigentlich merkwürdig?
Zitat von kuddel7591:Dass sich Angehörige NICHT abfinden wollen, wenn nicht alle Möglichkeiten der schulmedizinischen, und/oder der komplämentären und/oder der adjuvanten Palette ausgeschöpft sind, versteht sich von selbst.
Das ist bei uns zum Glück nicht so, wir treffen alle Entscheidungen gemeinsam und waren glücklicher Weise auch immer auf der selben Linie diesbezüglich. Wie schrecklich wäre es erst, wären wir dahingehend völlig unterschiedlicher Ansicht - ich habe wirklich großes Glück in diesem Punkt! Ganz ohne Frage!
Zitat von Ente:Was, wenn die Histologie zeigt, das es kein so bösartiger Tumor ist?
Ich weiß alles über die Histologie meines Primärtumors und ich habe ihn auch operieren lassen, nur alles andere habe ich nicht getan, weil ich nicht von der sog. "Leitlinie" überzeugt bin, wir beide nicht (mein Mann und ich).
Simply