sunny1994
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Ich bin mit meinem Freund fast 2 Jahre zusammen. Wir hatten einige Auf und Abs, da wir wirklich sehr unterschiedlich waren, vor allem zu Beginn. Ich habe ihn in einer chaotischen Phase kennen gelernt, als er irgendwie sich selbst etwas verloren hat. (Er hat gek. , gerade die Arbeit verloren, nicht gewusst was er will etc.)
Sehr Vieles hat sich verbessert und heute kann ich sagen, dass er ein liebevoller, geduldiger und aufmerksamer Freund ist.
Immer wieder fällt mir aber auf, dass wir irgendwie total unterschiedliche "Mentalitäten" haben. Ich stehe fest im Job und hab auch Einiges an Verantwortung im Job (Public Relations), möchte mich trotzdem gerne noch weiter entwickeln (peile gerade einen Master neben dem Studium an). In meiner Freizeit würde ich am liebsten Dinge tun, die mich weiterbringen. Sport, eigenständige Weiterbildung, Bücher lesen, inspirierende Gespräche führen etc. Natürlich habe ich auch meine "einfach mal nix tun" Zeit, aber ich finde es traurig, wenn Menschen im Social Media oder vorm TV dahin vegetieren. Mein Mindset ist einfach: Versuche immer besser zu werden oder immer mehr zu deiner bestmöglichen Version zu kommen. Lebenslanges Lernen etc. Was unterscheidet uns denn sonst von Tieren?
Man könnte natürlich auch meinen, dass ich toxischen Perfektionismus habe. Jedoch ist es nicht so, das sich jede Sekunde zittere, was ich denn noch optimieren kann. Ich finde es nur schade, wenn man die Zeit und die Möglichkeiten, die wir haben, nicht nutzen. Aber vielleicht liege ich ja falsch.
So, nun zu meinem Freund: Nach langem Hin und Her Jonglieren, was den Beruf betrifft, macht er jetzt eine Ausbildung zum Fahrlehrer. Ok, ist ja schon viel besser, als früher wo er mal da, mal dort, mal gar nicht gearbeitet hat. Er ist 35, ich bin 28 geworden. In seiner Ausbildung hat er sehr viel Zeit nebenbei - die er am Handy verbringt. Ich verstehe das nicht. Wenn ich so viel Zeit hätte, würde ich sie nutzen, um sie in mich zu investieren. Sport, neue Sachen lernen, lesen, whatever. Generell habe ich das Gefühl, dass er eben ein "wird schon irgendwie passen" Mindset hat. dass ihm einfach viel egal ist. Oft nimmt er sich Dinge vor, die er nie umsetzt. Und dann kann man die Person ja irgendwie nicht mehr ernst nehmen? Ich wäre so gerne stolz auf meinen Mann, aber momentan frage ich mich, auf was ich da stolz sein kann. Und das macht mich wiederum traurig, weil ich natürlich an ihm hänge und ihn sehr gerne habe. Aber manchmal habe ich das Gefühl, ich hab schon ein Kind - meinen Partner. Und nach zwei Jahren frage ich mich, ob er sich so weit ändern kann, ich bezweifle es, in diesem Alter. Ich zweifle, ob ich mit ihm eine Zukunft aufbauen möchte. Ich will mich nicht trennen, aber ich möchte auch nicht mit einem Menschen zusammensein, der so eine andere Lebenseinstellung hat und nur redet und nichts schnell umsetzt. ?