Zitat von E-Claire: Reicht Dir das erst mal so?
Ja, danke, E-Claire, das reicht mir erst mal so.
Es ist, wie mir scheint, ein interessanter Ansatz, für mich ist er auch neu und ich werde weiter darüber nachdenken, bzw. mit meinen begrenzten Mitteln auch mal versuchen herauszufinden, ob das auf einige, die ich kenne, zutreffen könnte.
Viele derer, die mir von ihren Affären und unglücklichen Ehen erzählen, geben mir ja - wie gesagt - meiner Meinung nach meist für mich unplausible Erklärungen, wenn ich sie frage, was sie überhaupt in ihrer Ehe hält, wenn diese so lieblos ist.
Das liegt meines Erachtens aber tatsächlich eher daran, dass sie es selbst nicht so recht wissen oder sich nicht eingestehen können.
Wer sagt auch schon gern: Meine Ehe ist zwar sex- und lieblos, aber den Gedanken, dass ein anderer meine Frau anfassen könnte, den ertrage ich trotzdem nicht. Da betrüge und hintergehe ich sie doch lieber. Klingt halt echt blöd und so ein Selbstbild hat halt keiner gern von sich.
Dass der Kerl sich dann auch noch - wenn es mies läuft - mit der Ehefrau in dem Haus breitmachen könnte, das man jahrzehntelang abbezahlt und in das man womöglich auch noch eine Menge eigene Arbeit gesteckt hat, kommt dann halt noch on top.
Zitat von E-Claire: viele Männer gerade in den 60er und 70ern Geborene (aber sicher nicht nur), haben das Pflegen von sozialen (anderen) Bindungen vernachlässigt oder eben ihren Frauen überlassen. (Was im Übrigen dann eine Affäre nur noch wahrscheinlicher macht).
Das mit den sozialen Kontakten beobachte ich bei Männern sehr ähnlich, wie du es beschreibst.
Kleine Anekdote am Rande:
Der Mann, von dem ich weiter oben erzählte, der seit sehr langer Zeit nach eigener Aussage in einer sex- und lieblosen Ehe lebt, hat keinen einzigen männlichen Freund. Nicht einen.
Er behauptet, er könne mit Männern nicht reden. Die seien ihm zu "emotionslos".
Seine Kontakte und Freundschaften bestehen ausschließlich aus Frauen. Und damit meine ich durchaus nicht nur die, mit denen er Affären führt.
Der Witz daran ist aber, dass auch die Frauen, mit denen er reine Freundschaften unterhält, offenbar sehr attraktiv sein müssen, um für eine Freundschaft mit ihm in Frage zu kommen. Die sind alle das schiere Gegenteil seiner eigenen Frau: Alle schlank, attraktiv und eher feurig.
🙄Das wirft ja schon Fragen auf, findest du nicht? Bei mir jedenfalls.
Auch das ist einer der Gründe, warum ich ihm und vielen anderen längst nicht alles glaube, was sie so über sich selbst und ihre Motivation erzählen.
Noch ein Nachtrag:
Auch mein Ex-Affärenmensch hatte keine männlichen Freunde. Ich habe ihn nämlich damals mal gefragt, ob er nicht mal einen Kumpel hätte, mit dem er seine "Zerrissenheit" und Ambivalenz besprechen könnte.
Nee, hat er nicht, sagte er. Mit seinen Kumpels, die er hat, könne er "emotionale" Dinge nicht besprechen. Denen ginge es in der Ehe genau wie ihm, aber man würde untereinander fast nur über die üblichen Männerthemen reden. Motorräder und so (ich selbst vermute: auch noch über Är.sch.e und Ti.tt.en ganz im Allgemeinen, was er aber nicht erwähnte
😄).
Bei dem ist es auch die Ehefrau, die die eigentlichen sozialen Kontakte und das soziale Netz am Laufen hält.
Also danke! Ich finde deinen Ansatz wirklich sehr bedenkenswert und ich werde mal schauen, ob ich etwas herausfinden kann.
Die betroffenen Männer, die ich kenne, erwähnen so etwas ja wie gesagt nicht von sich aus. Aber durch geschicktes und dezentes Nachfragen kann man ja auch oft so einiges erreichen, wenn man denn einmal eine Spur gefunden hat
