@Seneca22
Zitat von Seneca22: Danke für Deinen Beitrag. Die Problematik von Affären ist mMn, dass die Hormonausschüttungen sich durch die „Nicht-Verfügbarkeit“ des anderen massiv verstärken.
Der Paar-Therapeut Christian Hemschemeier warnt in diesem Zusammenhang u.a. davor, sich die Dopamin Rezeptoren durch das affärenbedingt verstärkte hormonelle Bombardement zu zerschiessen. Ich denke, dass ist das, was Du gerade durchmachst. Deshalb auch die Leere.
Ich wünsche Dir das Allerbeste und va Heilung. Liebe Grüsse
Seneca, ich denke nicht, dass ich mir meine Dopamin Rezeptoren mit der Affäre zerschossen habe. Das Gefühl der Einsamkeit und Leere war ja schon lange vor der Affäre da und raubte mir jegliche Energie und u.a. auch meinen Nachtschlaf. Ich war auch nicht nur unglücklich sondern depressiv. Da gibt es dann doch einen kleinen Unterschied.
Die Affäre war dann eine Weile wie ein sehr wirksames Antidepressivum. Mag sein, dass die Hormonflutung des Gehirns mit Dopamin dabei eine Rolle spielte. Aber auch hatte ich endlich wieder etwas anderes, worüber ich rumhirnen konnte, außer meinem eigenen Elend. Und das Rumhirnen betreibe ich ja bis heute.
Auch glaube ich nicht, dass eine Trennung mir geholfen hätte oder noch helfen würde, im Gegenteil. Mein Mann war in den letzten Jahren meines Lebens stets mein Anker und meine Burg. Ohne ihn wäre ich nicht nur wegen der Affäre verloren gewesen. Er steht die ganze Zeit fest an meiner Seite und stabilisiert mich. Nicht, weil er ohne mich nicht leben könnte, sondern weil er es nicht will. Ebenso will ich nicht ohne ihn leben. Ich tue mich immer noch schwer damit, das Liebe zu nennen. Dieser Begriff ist für mich verbrannte Erde. Dennoch bitte ich, unsere Entscheidung, die auf unserem freien Willen beruht, zu akzeptieren. Danke!
Was ich mit meinem Post sagen wollte ist, dass viele Affärenopfer (und Opfer sind letztlich ja alle Affärenbeteiligten) statt nach außen zu schielen, lieber mal den Blick auf sich selbst richten sollten. Ich denke nur bei sich selbst finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen. Die jeweiligen Partner, egal ob EP oder AP spielen da eher eine untergeordnete Rolle.
Warum z.B. fühlte ich mich von meinem Mann nicht mehr gesehen und nicht mehr wertgeschätzt? Weil ich selbst mich nicht mehr liebte.
Warum fühlte ich mich von diesem Affärenmann angezogen? Weil sein Interesse an mir, so oberflächlich es auch war, mir das Gefühl gab, wertvoll zu sein. Leider übersah ich dabei, dass dieses Interesse rein egoistischer Natur war. Ich war bedürftig und bin es noch. Nur habe ich inzwischen begriffen, dass mir meine Bedürftigkeit niemand abnehmen und niemand füllen kann, außer ich selbst.
Auch wenn unsere Ehe weiter bestehen bleibt, wird sie niemals alle meine Bedürfnisse befriedigen können. Das kann ich nur selbst tun, indem ich auf mich aufpasse und mich gut behandele. Dazu gehört auch, dass ich meinen Körper lieben und akzeptieren lerne, so wie er heute ist. Und dazu gehört, dass ich meinen Lebenslauf akzeptiere, so wie er eben war. Nur dann habe ich die Kraft, in Zukunft anderen Menschen Grenzen zu setzen und meinen Platz im Leben zu behaupten. Ich hoffe, dass ich in Zukunft dazu die Energie wieder habe. Und Euch wünsche ich diese Erkenntnisse und diese Kraft ebenfalls. Eines ist auf jeden Fall ganz klar, Eure und auch meine Lebenszeit ist viel zu kostbar, um sie mit Affären oder dem Schwadronieren darüber zu vergeuden.
Es ist schönes Wetter heute. Ich gehe jetzt in den Park zum Yoga und werde das Gefühl des feuchten Grases an meinen Füßen genießen. Darum geht es nämlich im Leben. Es geht darum, dieses Geschenk anzunehmen und achtsam damit umzugehen.
LG Shedia