Zitat von SchlittenEngel: bedingt sich das nicht sogar?
hm.
Zitat von SchlittenEngel: Ich meine, wie sollte das, ohne leicht dissoziative Tendenzen;), sonst möglich sein,
jemand Gebundenen zu "lieben" - ohne dessen EP als was auch immer zu sehen.
jetzt frage ich mich, ob ich dissoziative Tendenzen habe

. Spaß beiseite. Wieso sollte denn das nicht möglich sein? Ich kann mich doch in jemanden verlieben, der auch schlechte Angewohnheiten hat. Das ist doch möglich. Und nein, ich will jetzt den Ehepartner nicht als schlechte Angewohnheit verstanden wissen, sondern ich will sagen, um sich zu verlieben, braucht es doch keine Perfektion oder die Abwesenheit jeglicher Fehler.
Zitat von SchlittenEngel: Wenn man realistisch drauf blicken würde und sich denkt: "hm egal was Dein EP vielleicht für Fehler hat oder macht, aber DU bist derjenige der lügt und betrügt und feige ist und damit auf jeden Fall der faulere Apfel" - dann wäre das wohl weniger verliebtheitsfördernd......
Irgendwie bist Du da jetzt genauso in der Wertung drin, um die es mir geht bzw die ich so fragwürdig finde. Die meisten Affärenpartner erlangen früher oder später eine gewissen Form von Kenntnis des Beziehungsstatus des Gebundenen. Ich denke wir können uns auch darauf einigen, daß Eheringe nicht vor Verliebtheit schützen. Jetzt können sie dem, was der Gebundene über die Hauptbeziehung sagt oder auch nicht sagt, Glauben schenken, aber es ändert ja nichts an dem Fakt, daß dieser gebunden ist. Wenn ich als Affäre jetzt höre, daß jemand 8+ (oder 25) Jahre mit jemandem anderen zusammen ist, dann kann ich dem, wie der Ehepartner geschildert wird (die böse Ehefrau, der gemeine Ehmann) Glauben schenken oder eben nicht, aber es ändert doch nichts an dem Fakt, daß es die gemeinsamen Jahre gab und dass diese sich natürlich auch in der Person, in die ich mich jetzt komplett verliebt habe, niederschlagen, wiederfinden, diese beeinflussen.
Und dieser Fakt eben der würde mich ja dazu veranlassen, super vorsichtig in all meinen Wertungen über den Ehepartner zu sein, also mal ganz polemisch, wenn ich mich in jemanden verliebe, der vergeben ist, verliebe ich mich nicht dann auch über das "wir" als einen Teil seiner Identität, ein Stück weit in den Ehepartner? Super überspitzt formuliert, natürlich.
Hach naja, ich glaube, ich drehe mich da im Kreis. Aber dieses Ausblenden bestimmter Anteile der Identität, dieses Ausblenden des "wirs" im Gebundenen, das beschäftigt mich im Verständnis.
Ich denke da einfach noch mal ne Runde drüber nach und wenn ich das besser und klarer formulieren kann, komme ich vielleicht auch noch mal darauf zurück.